Die Grazer Gemeinderatswahl geht in die heiße Phase. Am 28. Juni wählen die Grazerinnen und Grazer einen neuen Gemeinderat. Gleichzeitig finden auch die Wahlen der Bezirksräte und des Migrant:innenbeirates statt.
Nun steht fest, welche Gruppen bei der Gemeinderatswahl antreten. Insgesamt elf Listen haben es auf den Stimmzettel geschafft. Für Inside Graz ist diese Übersicht der Auftakt einer intensiven Wahlberichterstattung. Wir sind bereits mitten in den Interviews mit den Spitzenkandidatinnen und Spitzenkandidaten und stellen zentrale Fragen: Welche Themen setzen die Parteien? Wo unterscheiden sich ihre Programme wirklich? Und was bedeuten ihre Pläne konkret für Graz? In unseren sozialen Kanälen wie Youtube, Instagram oder hier auf facebook.com/inside.graz/reels/, sind bereits die ersten Gespräche zu sehen.
So wollen wir zeigen, worum es am 28. Juni tatsächlich geht – nicht nur am Stimmzettel, sondern im Alltag der Stadt.
Warum die Reihenfolge am Stimmzettel überrascht
Für viele dürfte die Reihung am Stimmzettel auf den ersten Blick ungewöhnlich wirken. Die KPÖ, die bei der letzten Gemeinderatswahl in Graz stärkste Kraft wurde und mit Elke Kahr die Bürgermeisterin stellt, findet sich erst auf Listenplatz sechs. Ganz vorne steht hingegen die FPÖ, die derzeit im Grazer Gemeinderat nur mit einem Mandatar vertreten ist.
Der Grund dafür liegt nicht im Ergebnis der vergangenen Gemeinderatswahl. Entscheidend ist vielmehr die letzte Landtagswahl. „Die Reihung orientiert sich am Ergebnis der Landtagswahl“, erklärt Wolfgang Schwartz vom Wahlamt. Deshalb führt die FPÖ die Liste an. Dahinter folgen ÖVP, SPÖ, Grüne und NEOS. Erst danach kommt die KPÖ.
Auch ab Platz sieben spielt ein anderes Kriterium eine Rolle. Bei jenen Listen, die nicht nach dem Landtagswahlergebnis gereiht werden, zählt der Zeitpunkt, zu dem die notwendigen Unterstützungserklärungen bei der Behörde eingelangt sind. Dadurch steht das Demokratische Bündnis Österreich, kurz DBÖ, vor der KFG – Bürgerliste Korruptionsfreies Graz.
Ob eine Liste ihre Unterstützungserklärungen auf der Straße gesammelt hat oder ob ein amtierendes Gemeinderatsmitglied den Wahlvorschlag unterstützt, ändert an dieser Reihung nichts. Entscheidend ist der formale Zeitpunkt des Einlangens bei der Behörde.
Diese elf Parteien stehen am Stimmzettel für die Grazer Gemeinderatswahl 2026
| Listenplatz | Parteibezeichnung | Kurzbezeichnung |
|---|---|---|
| 1 | Freiheitliche Partei Österreichs | FPÖ |
| 2 | Team Kurt Hohensinner – Grazer Volkspartei | ÖVP |
| 3 | SPÖ Graz – Doris Kampus | SPÖ |
| 4 | Die Grazer Grünen – Judith Schwentner | GRÜNE |
| 5 | NEOS – Die Reformkraft für Graz | NEOS |
| 6 | Elke Kahr – Kommunistische Partei Österreichs | KPÖ |
| 7 | Demokratisches Bündnis Österreich | DBÖ |
| 8 | Bürgerliste Korruptionsfreies Graz | KFG |
| 9 | Liste GAZA – Stimmen für globale Gerechtigkeit | GAZA |
| 10 | Piratenpartei Graz – Jung, progressiv, besser für Graz! | PIRAT |
| 11 | MFG – Österreich Menschen-Freiheit-Grundrecht | MFG |
225.883 Menschen dürfen wählen
In Graz sind bei der Gemeinderatswahl 225.883 Personen wahlberechtigt. Davon sind 188.441 österreichische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger. Weitere 37.442 Wahlberechtigte sind Unionsbürgerinnen und Unionsbürger.
Für die Wahl des Migrant:innenbeirates sind 40.088 Personen wahlberechtigt. Insgesamt wurden für Gemeinderat, Bezirksräte und Migrant:innenbeirat 128 Wahlvorschläge eingereicht. Darauf stehen 1.739 Bewerberinnen und Bewerber. Teilweise kandidieren Personen sowohl für die Gemeinderatswahl als auch für eine Bezirksratswahl.
Außerdem prüfte das Organisationsteam Wahlen 4.521 Unterstützungserklärungen. Für den Gemeinderat wurden elf Wahlvorschläge eingebracht, für den Migrant:innenbeirat neun und für die 17 Bezirksräte insgesamt 108.
Graz wählt nicht nur Parteien, sondern einen Kurs
Die Wahl am 28. Juni entscheidet darüber, wie sich die Mehrheiten im Grazer Rathaus verschieben. Damit geht es nicht nur um einzelne Listenplätze oder Wahlplakate. Es geht um Wohnen, Verkehr, Wirtschaft, Sicherheit, Klima, Bildung, Integration, Stadtentwicklung und die Frage, wie Graz in den kommenden Jahren mit knappen Budgets umgehen will.






















































