Die Arche Noah in Graz hat den ersten Abschnitt ihres neuen Hundebereichs eröffnet. Damit erreicht das größte Tierheim der Steiermark einen wichtigen Schritt bei einem Ausbau, für den der Verein seit Jahren kämpft. Der neue Bereich soll vor allem Hunden helfen, die aus schwierigen Haltungen, behördlichen Abnahmen oder Überforderungssituationen in die Arche Noah kommen.
Der Bau startete am 23. März. Nun stehen laut Arche Noah die ersten 16 neuen Zwingeranlagen zur Verfügung. Der neue Bereich soll mehr Platz schaffen, die täglichen Abläufe erleichtern und die Sicherheit für Tiere sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erhöhen.
Forstner erklärt im Gespräch mit Inside Graz, warum der neue Bereich für den Alltag im Tierheim wichtig ist. Immer wieder müsse die Arche Noah Hunde nach behördlichen Abnahmen aufnehmen. Viele dieser Tiere bringen Stress, schlechte Erfahrungen oder besonderen Betreuungsbedarf mit. Deshalb brauche es Zwinger mit Schleusen, damit das Team einen Hund sicher in einen Bereich bringen und den restlichen Zwinger reinigen kann. Zusätzlich sollen Maulkorbklappen helfen, schwierige Situationen sicherer zu bewältigen:
Wie gut der neue Hundebereich im Betrieb funktioniert, wird sich laut Forstner erst zeigen. Die Anlage sei gerade fertig geworden, jetzt werde man beobachten, wie die Hunde die neuen Einheiten annehmen und wie das Team mit den neuen Abläufen zurechtkommt.
Warum der Ausbau notwendig wurde
Die Arche Noah verweist seit Jahren auf die Grenzen der bisherigen Infrastruktur. Enge und veraltete Zwinger, fehlende Rückzugsmöglichkeiten und bauliche Strukturen aus einer früheren Zeit erschwerten die moderne Tierheimarbeit. Besonders deutlich wurde das zuletzt bei größeren behördlichen Abnahmen.
Noch immer betreut das Tierheim laut Verein zahlreiche jener rund 90 Shar Peis, die im Februar und März übernommen wurden. Eine Versorgung in dieser Größenordnung hätte laut Arche Noah kaum ein anderes steirisches Tierheim leisten können. Für den Verein zeigt dieser Fall, warum der neue Hundebereich keine Komfortmaßnahme, sondern eine notwendige Investition in funktionierenden Tierschutz ist.
Auch Tierschutzlandesrat Hannes Amesbauer betonte bei der Eröffnung die Bedeutung moderner Strukturen:
Die Arche Noah leistet seit Jahren unverzichtbare Arbeit für den steirischen Tierschutz. Gerade Hunde, die aus schwierigen Haltungen und aufgrund behördlicher Abnahmen kommen, brauchen sichere Unterkünfte. Der neue Hundebereich ist daher weit mehr als ein Bauprojekt. Er ist ein klares Bekenntnis zu Verantwortung und Tierwohl. Zugleich geht es auch um den Schutz jener Menschen, die tagtäglich mit großem Einsatz mit oft belasteten und verunsicherten Tieren arbeiten. Zeitgemäße Strukturen und sichere Arbeitsbereiche sind daher nicht nur für die Hunde, sondern auch für die Mitarbeiter der Arche Noah von großer Bedeutung.
Streitpunkt Finanzierung: Arche Noah kritisiert Stadt Graz
Während die Arche Noah den ersten Bauabschnitt eröffnet, bleibt die Finanzierung ein politisch heikles Thema. Nach Darstellung des Vereins übernimmt die Stadt Graz ein ursprünglich erwartetes Finanzierungsdrittel nicht. Die Arche Noah nennt eine Summe von 250.000 Euro die nun fehlen würden.
„Es ist ein Riesenthema bei uns unter den Mitarbeitern. Ja, wer? Wen bezahlen wir jetzt net?“, sagt Forstner im Interview. Man werde sich bemühen und irgendwie durchstehen, hoffe aber weiterhin auf einen guten Dialog mit der Stadt. Zugleich macht er klar, dass die Arche Noah eine Beteiligung der Stadt Graz weiterhin für notwendig hält.
Die Sicht der Stadt Graz auf diese Darstellung ist derzeit noch offen. Eine Anfrage an die Stadt Graz zu den Vorwürfen der Arche Noah ist geplant.
Spontane Hilfe von Isabella und Klaus Leutgeb

Text: v.l.: Klaus Leutgeb, Nadine Ferk (Tierheimleitung Arche), Lydia Schäfer-Roth (Vorstand Arche), Arche-Obmann Charly Forstner, Tierschutzlandesrat Hannes Amesbauer, Katharina Gründl (Vorstand Arche), Rene Apfelknab und Dominik Hausjell (FPÖ Graz)
Bei der Eröffnung gab es für die Arche Noah allerdings auch eine unerwartete Unterstützung. Isabella Leutgeb und Klaus Leutgeb sagten dem Tierheim in Absprache mit Hannes Amesbauer eine Spende von 50.000 Euro zu.
Klaus Leutgeb erklärte dazu: „Ich unterstütze die Arche schon seit langem und ich hoffe, dass unsere Unterstützung heute ein Ansporn an die Stadt und die anderen politischen Vertreter ist, Verantwortung zu übernehmen.“
Für das Arche-Team war diese Zusage ein emotionaler Moment. Gleichzeitig deckt die Spende nur einen Teil der offenen Summe ab. Die Finanzierungslücke bleibt damit ein zentrales Thema für die kommenden Wochen.
Arche Noah plant weitere Spendenaktion
Die offene Finanzierung dürfte den Verein nun auch organisatorisch beschäftigen. Auf die Frage, ob die Arche Noah eine eigene Spendenaktion starten werde, antwortet Forstner im Interview: „Ja, wir werden das machen müssen.“
Gleichzeitig betont er, dass der nun eröffnete Bereich nur ein Teil des Gesamtprojekts sei. Der Umbau müsse weitergehen, weil die Arche Noah Auflagen erfüllen und die Tiere tierschutzgerecht halten wolle. Dass die bestehende Infrastruktur veraltet sei, stehe für den Verein außer Frage.
Forstner verweist darauf, dass die Arche Noah seit sieben bis acht Jahren für den Ausbau kämpfe. „Wir werden unser Bestes geben. Wir werden da hartnäckig dran bleiben. Ich bin da beharrlich. Wir werden es irgendwie schaffen“, sagt der Obmann.
Baustellen-Urlaub für Hunde
Während der Bauphase musste das Tierheim auch im laufenden Betrieb Lösungen finden. Baustellenlärm, veränderte Abläufe und fremde Personen am Gelände bedeuten für viele Hunde Stress. Deshalb setzte die Arche Noah auf den sogenannten Baustellen-Urlaub: Zahlreiche Hunde kamen vorübergehend in private Haushalte, statt innerhalb des Tierheims umquartiert zu werden.
Die Resonanz war laut Verein groß. Mehr als 400 Menschen meldeten sich, um einem Tierheimhund für einige Wochen ein Zuhause auf Zeit zu geben. Seit dem Baustart konnten mehr als 50 Hunde ausziehen. Für die Arche Noah war diese Unterstützung ein wichtiger Beitrag, um die Bauphase für die Tiere möglichst gut zu bewältigen.
Ein Meilenstein – aber nicht das Ende des Projekts
Mit der Eröffnung des ersten Bauabschnitts hat die Arche Noah einen wichtigen Teil des neuen Hundebereichs fertiggestellt. Für die tägliche Arbeit bringt das mehr Platz, bessere Sicherheitsstandards und modernere Abläufe. Gleichzeitig zeigt die Debatte um die Finanzierung, wie abhängig Tierschutzprojekte dieser Größenordnung von öffentlicher Unterstützung und privaten Spenden bleiben.
Der neue Hundebereich ist damit beides: ein sichtbarer Fortschritt für den steirischen Tierschutz und ein Hinweis darauf, wie angespannt die Lage für große Tierheime bleibt. Die Arche Noah will den Ausbau fortsetzen. Ob und in welcher Form sich die Stadt Graz noch beteiligt, bleibt offen.























































