Würstel gehören weiterhin auf viele Griller. Doch inzwischen landet fast genauso oft Gemüse auf dem Rost. Damit verändert sich die klassische Grillerei: Sie wird bunter, vielseitiger und bewusster.
Laut einer aktuellen Umfrage des Handelsverbands grillen fast neun von zehn Haushalten in Österreich regelmäßig. Pro Grillabend geben sie im Schnitt 66 Euro aus. Das sind 19 Euro mehr als in den beiden Vorjahren.
Allerdings fließt das zusätzliche Geld nicht nur in Fleisch. Viele Menschen kaufen hochwertiger ein, achten stärker auf regionale Produkte und probieren neue Zutaten aus.
Würstel führen nur noch knapp
Würstel bleiben mit 59 Prozent die beliebteste Grillspeise in Österreich. Direkt dahinter folgt bereits gegrilltes Gemüse mit 58 Prozent.
Salate und weitere Beilagen kommen bei 52 Prozent auf den Tisch. Saucen erreichen 51 Prozent, Geflügel 50 Prozent und Schweinefleisch 48 Prozent.
Auch Brot, Gebäck und Erdäpfel gehören inzwischen fest zum Grillabend. Halloumi oder anderer Grillkäse landet bei 38 Prozent regelmäßig auf dem Rost.
Der Grilltrend zeigt deshalb klar: Fleisch bleibt beliebt, bekommt aber deutlich mehr Gesellschaft.
Grill-Tipp: Gemüse nicht nur als Beilage servieren
Zucchini, Paprika oder Maiskolben müssen nicht neben dem Fleisch warten. Du kannst sie zum Mittelpunkt deiner Grillplatte machen.
Schneide das Gemüse in größere Stücke, damit es nicht austrocknet. Öl, Salz, Kräuter und etwas Zitronensaft reichen oft völlig aus. Außerdem bringen Melanzani, Pilze oder grüner Spargel mehr Abwechslung auf den Rost.
In der Steiermark und in Kärnten liegt gegrilltes Gemüse sogar an erster Stelle. 65 Prozent nennen es als bevorzugte Grillspeise. Würstel folgen mit 63 Prozent, Salate mit 62 Prozent.
Halloumi wird zum Fixstarter
Vor allem jüngere Menschen erweitern die klassische Auswahl. Bei der Generation Z grillen 43 Prozent Halloumi. Jeweils 25 Prozent greifen zu vegetarischen oder veganen Alternativen.
Damit verschwindet Fleisch nicht vom Grill. Vielmehr wächst die Auswahl.
Halloumi eignet sich besonders gut für spontane Grillabende. Er braucht wenig Vorbereitung, bleibt stabil und passt zu Gemüse, Salaten oder Fladenbrot.
Grill-Tipp: Mit kleinen Extras mehr Auswahl schaffen
Du brauchst nicht zehn verschiedene Hauptspeisen. Oft reichen wenige Zutaten, die Du unterschiedlich kombinierst.
Zu Halloumi passen beispielsweise gegrillte Pfirsiche, Tomaten oder Kräuteröl. Brot kannst Du kurz anrösten und anschließend mit Knoblauch einreiben. Erdäpfel gelingen in Folie oder vorgekocht direkt auf dem Rost.
So entsteht schnell eine größere Auswahl, ohne dass Du deutlich mehr einkaufen musst.
Geschmack zählt mehr als der niedrigste Preis
Für 96 Prozent entscheidet der Geschmack über eine gelungene Grillerei. 89 Prozent achten auf hochwertige Lebensmittel. Außerdem nennen 87 Prozent das gemeinsame Essen mit Familie oder Freunden als besonders wichtig.
Regionalität spielt für 77 Prozent eine große Rolle. Trotzdem achten 80 Prozent weiterhin auf ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.
Diese Mischung prägt den Grilltrend 2026. Viele Haushalte kaufen bewusster ein und gönnen sich für den gemeinsamen Abend bessere Produkte.
Grill-Tipp: Lieber weniger, dafür gezielter einkaufen
Bei einer großen Auswahl bleiben oft Lebensmittel übrig. Plane deshalb lieber mit wenigen Hauptzutaten und mehreren flexiblen Beilagen.
Ein Salat, Brot, Gemüse, eine Sauce und zwei verschiedene Grillgerichte reichen für viele Runden bereits aus. Dadurch kannst Du Qualität vor Menge stellen.
Außerdem lohnt sich ein Blick auf regionale Fleischereien, Bauernmärkte oder Hofläden. Zwar kaufen 70 Prozent ihre Grillzutaten im Supermarkt, doch 36 Prozent besuchen auch Fleischereien. 16 Prozent kaufen auf Bauernmärkten ein.
So unterschiedlich grillt Österreich
In Wien liegt Geflügel mit 60 Prozent vorne. Würstel folgen mit 59 Prozent, gegrilltes Gemüse erreicht 53 Prozent.
In Niederösterreich und im Burgenland führen Würstel mit 61 Prozent. In Oberösterreich und Salzburg gewinnt dagegen Gemüse mit 61 Prozent.
Auch Tirol und Vorarlberg bevorzugen gegrilltes Gemüse. Dort folgen Salate und Würstel.
Besonders gemüsereich grillen jedoch die Steiermark und Kärnten. Hier schaffen es Gemüse, Würstel und Salate gemeinsam an die Spitze.
Holzkohle bleibt die Nummer eins
Trotz neuer Speisen bleibt die Grilltechnik klassisch. 44 Prozent grillen hauptsächlich mit Holzkohle. Gasgrills kommen auf 25 Prozent, Elektrogrills auf 19 Prozent.
Holzkohle braucht zwar mehr Vorbereitung, liefert für viele Menschen aber das typische Grillerlebnis. Ein Gasgrill punktet hingegen mit schneller Hitze und einfacher Temperaturkontrolle. Elektrogrills passen besonders gut auf Balkone oder kleine Terrassen, sofern die Hausordnung das Grillen erlaubt.
Grill-Tipp: Den Grill in verschiedene Zonen teilen
Lege nicht alle Zutaten direkt über die stärkste Hitze. Richte stattdessen eine heiße und eine weniger heiße Zone ein.
Über der direkten Hitze grillst Du Würstel, Gemüse oder dünne Fleischstücke kurz an. Danach ziehst Du die Speisen an den Rand und lässt sie dort fertig garen.
Dadurch verbrennt das Essen seltener. Gleichzeitig kannst Du mehrere Zutaten mit unterschiedlichen Garzeiten zubereiten.
Der perfekte Grillabend braucht nicht nur Fleisch
82 Prozent verbinden Grillen mit Entspannung im Freien. Für 78 Prozent gehört das Gefühl von Sommer und Urlaub dazu.
Genau deshalb zählt nicht nur der Inhalt des Einkaufswagens. Auch eine entspannte Vorbereitung, kalte Getränke, gute Beilagen und genügend Zeit machen den Abend aus.
Der wichtigste Grilltrend 2026 lautet daher nicht Fleisch oder Gemüse. Entscheidend ist die Mischung.
Würstel bleiben ein Klassiker. Gemüse steht inzwischen fast gleichauf. Halloumi, Salate, Brot und pflanzliche Alternativen machen den Rost abwechslungsreicher.
Und genau das sorgt dafür, dass sich am Grill alle etwas finden.
Mehr zum Thema: Beliebte Sommergerichte im Steirische Spezialitäten Magazin
Zur Umfrage
Reppublika Research & Analytics befragte im Auftrag des Handelsverbands 1.012 Personen ab 18 Jahren. Die Onlinebefragung lief vom 9. bis 19. Juni 2026. Laut Handelsverband bildet die Stichprobe die österreichische Bevölkerung repräsentativ ab.





































































