Wer in Graz ein Grundstück kaufen möchte, muss tief in die Tasche greifen. Der durchschnittliche Quadratmeterpreis erreichte im Fünfjahresschnitt 2021 bis 2025 rund 430,30 Euro. Damit bleibt Graz der mit Abstand teuerste steirische Bezirk.
Zum Vergleich: In Graz-Umgebung kostete ein Quadratmeter Bauland durchschnittlich 132 Euro. In der Südoststeiermark verlangten Verkäufer dagegen nur 35,70 Euro pro Quadratmeter. Das zeigt ein aktueller Bericht der Landesstatistik Steiermark.
Grundstückspreise steigen in Graz um 19 Prozent
Gegenüber dem vorherigen Fünfjahresschnitt verteuerte sich Grazer Bauland um 19 Prozent. Damals lag der durchschnittliche Quadratmeterpreis noch bei 361,50 Euro.
In acht von 13 steirischen Bezirken stiegen die Preise ebenfalls. Besonders kräftig legten Leoben mit 26,3 Prozent und Weiz mit 21,6 Prozent zu. In Liezen sanken die Preise dagegen um acht Prozent. Leibnitz verzeichnete ein Minus von 7,8 Prozent.
Die teuersten Grundstücke liegen allerdings nicht direkt in Graz. Altaussee führt die Rangliste mit durchschnittlich 542 Euro pro Quadratmeter an. Danach folgen Ramsau am Dachstein mit 438,30 Euro und Graz mit 430,30 Euro.
Auch das Grazer Umland bleibt für Käufer kostspielig. Fünf Gemeinden aus Graz-Umgebung schafften es unter die zehn teuersten Orte. Dazu zählen Hart bei Graz, Seiersberg-Pirka, Stattegg, Feldkirchen bei Graz und Weinitzen.
Tourismus und Bevölkerungswachstum treiben die Nachfrage
Die Statistiker prüften auch, welche Faktoren mit hohen Grundstückspreisen zusammenhängen. Dabei fanden sie einen deutlichen Zusammenhang zwischen Übernachtungszahlen und Grundstückspreisen.
Gemeinden mit vielen Gästen verlangen häufig höhere Preise für Bauland. Besonders klar zeigt sich dieser Effekt in Murau, Liezen und der Südoststeiermark. Allerdings gilt dieser Zusammenhang nicht für jede touristisch starke Region.
Auch wachsende Gemeinden weisen tendenziell höhere Grundstückspreise auf. Zudem steigen Preise häufig dort, wo viele Menschen arbeiten oder pendeln. Eine gute Infrastruktur und die Nähe zu Graz können den Markt zusätzlich stärken.
Martin Mayer, Leiter des Referats Statistik und Geoinformation, warnt jedoch vor vorschnellen Schlüssen:
Wenn es auch zahlenmäßig einen starken Zusammenhang gibt, bedeutet das aber nicht, dass es auch eine eindeutige Ursache-Wirkung-Beziehung gibt.
Hohe Übernachtungszahlen lösen daher nicht automatisch steigende Grundstückspreise aus. Vielmehr beeinflussen meist mehrere Faktoren gleichzeitig Angebot, Nachfrage und Kaufkraft.
Grazer Häuser bleiben steiermarkweit am teuersten
Auch bei Häusern führt Graz sämtliche Preisvergleiche an. Dabei spielen Baujahr, Wohnfläche und Grundstücksgröße eine wichtige Rolle.
Neue Häuser kosten deutlich mehr als ältere Gebäude. Kleine Häuser erreichen außerdem meist höhere Quadratmeterpreise als große Objekte. Käufer zahlen also pro Quadratmeter weniger, wenn die Wohnfläche wächst.
Ein neueres Grazer Haus mit weniger als 100 Quadratmetern kann je nach Grundstücksgröße über 7.300 Euro pro Quadratmeter kosten. Bei größeren Häusern fällt der Quadratmeterpreis spürbar niedriger aus.
Hinter Graz folgen meist Graz-Umgebung und Liezen. Auch einzelne Regionen in Leibnitz, Weiz und Murau erreichen hohe Werte.
Wohnungspreise entwickeln sich anders
Bei Eigentumswohnungen zeigt sich ein anderes Bild. Zwischen 2021 und 2025 sanken die durchschnittlichen Preise in der Steiermark um 3,5 Prozent.
Im Jahr 2021 kostete ein Quadratmeter durchschnittlich 2.849 Euro. Für 2025 weist die Statistik einen Medianpreis von 2.750 Euro aus.
Trotz dieses Rückgangs bleibt Graz der teuerste Bezirk für viele Wohnungstypen. Das gilt besonders für Wohnungen, die vor 1991 gebaut wurden. Bei neueren Wohnungen übernimmt jedoch häufig Liezen die Spitzenposition.
Dort treiben vor allem touristisch gefragte Orte die Preise. Wohnungen mit Balkon, Terrasse oder Garten kosten außerdem meist mehr. Käufer bewerten nutzbare Außenflächen weiterhin als wichtigen Vorteil.
Steirische Immobilien bleiben günstiger als im Westen
Trotz hoher Grazer Preise bleibt die Steiermark im österreichischen Vergleich relativ günstig. Das gilt für Grundstücke, Häuser und Eigentumswohnungen.
Ein steirisches Haus kostete 2025 durchschnittlich 2.421 Euro pro Quadratmeter. Österreichweit lag der Wert bei 2.836 Euro. Seit 2021 stiegen die steirischen Häuserpreise um 10,9 Prozent.
Bei Grundstücken entwickelte sich der Markt wesentlich stärker. Der steirische Medianpreis stieg von 57 Euro im Jahr 2021 auf 93 Euro im Jahr 2025. Das entspricht einem Plus von 61,7 Prozent.
Noch deutlicher verteuerten sich Grundstücke im österreichweiten Durchschnitt. Dort stiegen die Preise innerhalb von vier Jahren um 80 Prozent.
Die höchsten Immobilienpreise verlangen weiterhin Wien und die westlichen Bundesländer. Vorarlberg, Tirol und Salzburg liegen in vielen Kategorien deutlich vor der Steiermark.
Für Grazer Käufer bietet dieser Vergleich allerdings wenig Trost. Innerhalb der Steiermark bleibt die Landeshauptstadt bei Bauland, Häusern und vielen Wohnungen das teuerste Pflaster.






























































