Start Graz Chronik Arche Noah: Streit um Stadtgeld für Tierheim-Umbau

Arche Noah: Streit um Stadtgeld für Tierheim-Umbau

Arche Noah Tierheim Graz

Nach der Eröffnung des neuen Hundebereichs bei der Arche Noah ist die offene Finanzierung nun auch im Grazer Gemeinderat Thema geworden. Wir hatten bereits über die Kritik von Obmann Charly Forstner an der Stadt Graz berichtet. Nun ging es in der Gemeinderatssitzung vom 18. Juni 2026 um die Frage, warum der erwartete städtische Beitrag bisher nicht beschlossen wurde.

Wir hatten dazu am 17. Juni beim Büro von Tierschutzstadträtin Claudia Schönbacher um eine Stellungnahme ersucht. Konkret ging es um die Frage, warum es schlussendlich keine Beteiligung der Stadt Graz an der Finanzierung gebe. Eine Antwort auf diese Anfrage erhielten wir bis zur Veröffentlichung nicht.

250.000 Euro für die Arche Noah

In der Fragestunde griff Gemeinderätin Daniela Gamsjäger-Katzensteiner (KPÖ) das Thema auf. Sie wollte von Claudia Schönbacher wissen, warum das Investitionsvorhaben für die Arche Noah nicht rechtzeitig an die Finanzdirektion gemeldet wurde.

Im Raum steht ein Betrag von 250.000 Euro. Laut Gamsjäger-Katzensteiner hätte die Stadt diese Summe nicht aus dem laufenden Budget, sondern aus dem Investitionstopf finanzieren können. Dafür brauche es aber rechtzeitig ein entsprechendes Stück für den Gemeinderat. Genau dieses Stück sei aus ihrer Sicht nicht eingebracht worden.

Im Gemeinderat ging es nun um die Frage, warum die Stadt Graz eine kolportierte Zahlung von 250.000 Euro nicht wie erwartet auf den Weg gebracht hat. Gamsjäger-Katzensteiner verwies darauf, dass solche Mittel nicht aus dem laufenden Budget, sondern aus dem investiven Bereich kommen würden. Dafür brauche es aber rechtzeitig ein entsprechendes Stück an die Finanzdirektion. Genau das sei aus ihrer Sicht nicht passiert. Deshalb könne der Gemeinderat die Mittel aktuell nicht beschließen.

Schönbacher widersprach dem Eindruck, ihr Ressort habe zu wenig unternommen. Sie betonte, dass sie sich seit Jahren für eine Unterstützung der Arche Noah einsetze. Nach ihrer Darstellung gab es im Dezember 2025 ein erstes konkretes Finanzierungsgespräch mit den beteiligten politischen Büros, der Finanzdirektion und der Arche Noah. Damals seien auch Summen und Unterlagen vorgelegen. Im größeren Rahmen sei es laut Schönbacher um 2,1 Millionen Euro und eine Drittelfinanzierung über drei Jahre gegangen.

Im Jänner habe das Veterinärreferat beim Büro von Finanzstadtrat Manfred Eber nachgefragt, wie der nächste Schritt aussehen solle. Das Ressort könne eine solche Finanzierung nicht aus dem eigenen, kleinen Budget stemmen. Die Finanzdirektion habe danach auf den Investitionstopf verwiesen, zugleich aber Unterlagen und Stellungnahmen eingefordert. Diese habe das Veterinärreferat laut Schönbacher geliefert.

Danach wurde die Sache offenbar komplizierter. Laut Schönbacher gab es Anfang März weitere Nachfragen, aber widersprüchliche Rückmeldungen. Später habe man ihr zugesagt, das Thema noch einmal im Finanzausschuss zu besprechen. Als im Mai kein vorberatendes Stück auf der Tagesordnung stand, habe sie das irritiert.

Gamsjäger-Katzensteiner blieb bei ihrer Kritik. Sie fragte, warum die Finanzierung nicht schon vor Baubeginn abgesichert wurde. Die Umbaupläne seien schließlich schon länger bekannt gewesen. Aus ihrer Sicht trägt die politisch zuständige Stadträtin Verantwortung dafür, dass der Gemeinderat die Investitionsmittel derzeit nicht beschließen kann.

Schönbacher hielt dagegen, dass ihr Ressort nie ein klares Jahr für die Finanzierung genannt bekommen habe. Auch auf mehrfache Nachfrage habe es weder ein Ja noch ein Nein gegeben. Deshalb habe man das Stück nicht einbringen können.

Damit bleibt die Frage der Finanzierung weiter offen.

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