Start Essen & Trinken in Graz Grazie Roma bringt römische Pizza an den Grazer Hauptbahnhof

Grazie Roma bringt römische Pizza an den Grazer Hauptbahnhof

Restaurant Grazie Roma Pizza Florian Weitzer
Florian Weitzer bei der Verkostung im neuen Grazie Roma Restaurant

Während Pizzabäcker Eros Ousceddu den Teig dünn ausrollt, erklärt Maria Fuchs im Gespräch mit Inside Graz den entscheidenden Unterschied: Pizza Romana lebt nicht vom luftigen Rand, sondern von einem knusprigen Boden, guten Zutaten und dem richtigen Verhältnis zwischen Teig und Belag.

Im Hotel Daniel am Grazer Hauptbahnhof hat mit dem Grazie Roma ein neues italienisches Restaurant eröffnet. Das Lokal setzt bewusst nicht auf neapolitanische Pizza mit hohem Rand, sondern auf die römische Variante: dünn, knusprig und bis an den Rand belegt. Wir waren bei der Verkostung dabei, sprach mit Florian Weitzer und der Wiener Pizzapionierin Maria Fuchs und filmten Eros Ousceddu bei der Zubereitung.

Neue Pizzeria in Graz: Rom zieht ins Hotel Daniel ein

Das Grazie Roma will mehr sein als ein klassisches Hotelrestaurant. Der Standort direkt am Hauptbahnhof spielt dabei eine wichtige Rolle. Das Lokal verbindet italienische Küche, Bar-Kultur, Aperitivo und eine Terrasse mit Schirmpinien zu einem Treffpunkt für Gäste, Reisende und Grazerinnen und Grazer.

Astrid Weitzer und Florian Weitzer verstehen das Restaurant als Hommage an Rom, an Pizza Romana, Pasta, Espresso an der Bar und italienisches Lebensgefühl.

Echte Pizza Romana, puristische Pasta, starke Produkte und große Wirkung – nicht laut, nicht überladen, sondern voller Seele. Für uns beginnt Qualität bei den Basics: beim Teig, beim Mehl, bei der Ruhezeit, bei den Zutaten – beim Handwerk ganz generell.
Pizza, so leicht, knusprig und geschmackvoll, dass man nach dem ersten Bissen sofort mehr will.

so Florian Weitzer.

Pizza Romana in Graz: Dünn, knusprig und ohne Rand

Der große Unterschied zur neapolitanischen Pizza beginnt laut Maria Fuchs bei der Teigmenge. Die Teigkugeln fallen kleiner aus, dadurch verschiebt sich das Verhältnis zwischen Boden und Belag. Der Teig kommt dünn ausgerollt in den Ofen. Die Luft wird bis zum Rand hinausgearbeitet, deshalb geht die Pizza nicht stark auf. (Hinweis der Redaktion: Das Video dazu muss erst in den Schnitt und stellen wir demnächst hier online.)

Auch die Temperatur unterscheidet sich. Die römische Pizza bäckt bei geringerer Hitze länger als eine neapolitanische Pizza. Dadurch entsteht der typische knusprige Boden, während die Zutaten schonender behandelt werden.

Grazie Roma Pizzaofen

Mindestens zwölf Stunden Ruhezeit für den Pizzateig

Beim Teig setzt das Grazie Roma auf Zeit und Handwerk. Maria Fuchs erklärte im Interview, dass der Teig mit einer Art Vorteig angesetzt wird und mindestens zwölf Stunden ruht, meist aber länger. Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Verarbeitung spielen dabei eine wichtige Rolle.

Genau das sah man auch bei der Verkostung: Eros Ousceddu arbeitete den Teig konzentriert und präzise aus. Der Boden blieb dünn, der Belag wirkte bewusst reduziert und die Pizza kam nicht als schweres Gericht, sondern als knusprige, aromatische Variante auf den Teller.

Unser Eindruck: Besonders die Tomatensauce überzeugte

Bei der Verkostung zeigte sich die Pizza tatsächlich so, wie sie angekündigt wird: sehr dünn, knusprig und geschmacklich klar. Besonders aufgefallen ist uns die Tomatensauce. Sie hatte eine intensive Fruchtigkeit und erinnerte im Geschmack sofort an italienische Sonne.

Das passt zu dem, was Maria Fuchs über die Zutaten erklärte. Die Tomaten stammen laut Interview aus dem Sarno-Tal beim Vesuv. Dort sorgen Vulkanböden und südliche Sonne für besondere Bedingungen. Die Auswahl solcher Produkte soll nicht Luxus um des Luxus willen sein, sondern dem Geschmack dienen.

Das steht im Grazie Roma auf der Karte

Die Speisekarte bleibt übersichtlich und konzentriert sich auf italienische Klassiker. Bei den Pizzen finden sich unter anderem Marinara, Margherita, Capricciosa, Stracciatella e Alici und die eigene Railjet Pizza.

Dazu kommen römische Pasta-Klassiker wie Tonnarelli Cacio e Pepe, Spaghetti alla Gricia, Rigatoni alla Carbonara und Bucatini all’Amatriciana. Die Carbonara folgt dem römischen Vorbild und kommt ohne Schlagobers aus.

Bei den Antipasti stehen unter anderem Bruschette del Giorno, Insalata Mista und Supplì auf der Karte. Als Desserts bietet das Lokal Maritozzo, Tiramisu, Gelato und Affogato al Caffè an.

Grazie Roma fühlt sich sofort nach Italien an: Eine knusprige Pizza, ein Espresso an der Bar, der Duft von frischem Teig, eine grüne Oase auf der Terrasse, Schirmpinien im Licht – genau dieses Lebensgefühl
transportieren wir.
Rom hat diese besondere Mischung aus Leichtigkeit, Charakter und Schönheit im Alltag. Genau das fasziniert mich. Im Grazie Roma spürt man Rom im Geschmack, in der Atmosphäre und in jedem Detail.

Astrid Weitzer über das neue Restaurant Grazie Roma.

Was kostet Pizza im Grazie Roma?

Laut Speisekarte starten die Pizzen bei 9,50 Euro. Die Railjet Pizza kostet ebenfalls 9,50 Euro, eine Margherita 12,50 Euro und eine Capricciosa 17,50 Euro. Der Espresso an der Bar kostet 1,50 Euro. Hauswein gibt es ab 2,90 Euro für ein Achtel.

Damit positioniert sich das Lokal nicht nur als Abendrestaurant, sondern auch als Adresse für einen schnellen Espresso, ein Mittagessen oder einen Aperitivo nach der Arbeit.

Railjet Pizza: Warum der Bahnhof auf der Karte landet

Die Railjet Pizza ist der deutlichste Graz-Bezug auf der Karte. Sie kommt mit Provola, Mortadella, Rosmarin und Olivenöl. Der Name verweist auf den Standort am Hauptbahnhof und auf die Verbindung Richtung Süden.

Maria Fuchs erklärte im Interview, dass die Pizza an den Ort erinnern soll, an dem sich das Lokal befindet. Sie verwies dabei auf die Südbahn und die Verbindung von Wien über den Semmering und der Koralmbahn in den Süden.

Mittagstisch am Hauptbahnhof: Pizza und Espresso an der Bar

Ein besonders interessantes Angebot ist der Mittagstisch. Zwischen 11.30 und 15 Uhr bekommen Gäste laut Karte eine Vor- oder Nachspeise, eine Pizza nach Wahl und einen Espresso an der Bar zum Preis der jeweiligen Pizza.

Wichtig ist ihr dabei auch der Espresso an der Bar: Der Kaffee soll möglichst schnell von der Maschine zum Gast kommen.

Maritozzo statt Krapfen: Unser Dessert-Favorit

Zum Abschluss kosteten wir einen Maritozzo. Auf den ersten Blick erinnert das römische Gebäck an einen Krapfen mit sehr viel Schlagobers. Im Geschmack unterscheidet sich der Teig aber deutlich. Er wirkt weniger wie ein klassischer österreichischer Krapfen und bringt eine eigene, italienische Süße mit.

Für uns war der Maritozzo eine positive Überraschung und eines der Highlights der Verkostung. Gerade als Dessert passt er gut zum Konzept, weil er nicht schwer wirkt, aber dennoch nach einem echten Abschluss schmeckt.

Aperitivo, Hauswein und italienische Weine

Auch die Getränkekarte setzt stark auf Italien. Neben Aperitivo-Klassikern wie Sarti Spritz, Campari Spritz und Veneziano gibt es Hauswein ab 2,90 Euro für ein Achtel. Bei den Flaschenweinen reicht die Auswahl von Malvasia aus Lazio über Lugana aus Venetien bis zu bekannten Namen wie Sassicaia.

Außerdem bietet das Grazie Roma Prosecco, Franciacorta und eine alkoholfreie Spumante-Alternative an. Damit funktioniert das Lokal nicht nur für Pizza und Pasta, sondern auch für Aperitivo und einen längeren Abend.

Wer ist Maria Fuchs?

Maria Fuchs Pizza
Maria Fuchs / Foto (c) Peter Mayr

Für das Konzept holten Astrid Weitzer und Florian Weitzer die Gastronomin Maria Fuchs nach Graz. Sie zählt zu den prägenden Stimmen der österreichischen Pizzaszene. In Wien eröffnete sie 2008 die Pizzeria Mari’. Später folgten unter anderem Disco Volante, Caffè Supermari’ und Cin Cin Buffet.

Beim Grazie Roma brachte sie ihr Wissen über Pizza, italienische Produktkultur und gastronomische Abläufe ein. Gemeinsam mit der Familie Weitzer entstand daraus ein Konzept, das Pizza Romana, Pasta, Bar-Kultur und Bahnhofslage miteinander verbindet.

Mehr als schnelle Bahnhofsgastronomie

Der Standort am Hauptbahnhof könnte leicht nach schneller Durchlaufgastronomie klingen. Das Grazie Roma geht jedoch einen anderen Weg. Große Glasflächen, die Terrasse, die Bar als Zentrum und italienische Details im Interieur sollen einen Ort schaffen, an dem man kurz auf einen Espresso vorbeikommt oder länger bleibt.

Gerade diese Mischung macht das Lokal spannend: Es passt zum Bahnhof, wirkt aber nicht wie ein klassisches Bahnhofslokal. Es spielt mit der Reise Richtung Süden, bringt römische Küche nach Graz und setzt dabei auf ein klares, gut erklärbares Produkt.

Kurz und kompakt: Grazie Roma Graz

  • Adresse: Europaplatz 1, 8020 Graz
  • Standort: Hotel Daniel, direkt am Grazer Hauptbahnhof
  • Küche: Pizza Romana, Pasta, Antipasti, Dolci
  • Besonderheit: dünne, knusprige Pizza ohne dicken Rand
  • Mittagstisch: 11.30 bis 15 Uhr
  • Warme Küche: bis 22 Uhr
  • Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag von 11.30 bis 0.30 Uhr, Samstag von 12 bis 0.30 Uhr

Hinterlasse einen Kommentar

Bitte schreibe hier deinen Kommentar
Dein Name