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Immobilie kaufen in der Steiermark: Wo lohnt es sich noch?

Immobilie kaufen
Bild: ChatGPT

Lohnt sich der Immobilienkauf in der Steiermark noch? Die Antwort hängt stark davon ab, ob Du eine Wohnung, ein Haus oder ein Grundstück suchst.

Bauland verteuerte sich seit 2021 massiv, während Wohnungspreise leicht nachgaben. Gleichzeitig trennen Graz und ländliche Bezirke mehrere hundert Euro pro Quadratmeter.

Der Vergleich unten zeigt, welche Regionen zu welchem Budget und Lebensmodell passen. Außerdem erfährst Du, wo Du besonders genau rechnen und vergleichen solltest.

Immobilienpreise in der Steiermark im Überblick

Zwischen 2021 und 2025 stiegen die steirischen Grundstückspreise besonders deutlich. Häuser kosteten ebenfalls mehr, während Eigentumswohnungen etwas günstiger wurden.

Immobilienart Preis 2021 Preis 2025 Veränderung
Grundstücke 57 Euro/m² 93 Euro/m² +61,7 Prozent
Häuser 2.183 Euro/m² 2.421 Euro/m² +10,9 Prozent
Wohnungen 2.849 Euro/m² 2.750 Euro/m² -3,5 Prozent

Die Tabelle zeigt Medianpreise für die gesamte Steiermark. Einzelne Immobilien können deutlich mehr oder weniger kosten.

Trotzdem zeigt sich eine klare Tendenz: Bauland wurde zum größten Kostentreiber. Bei Wohnungen können Käufer dagegen eher über den Preis verhandeln.

Grundstückspreise in allen steirischen Bezirken

Bei Baugrund zeigt sich der regionale Preisunterschied besonders deutlich. Graz liegt dabei mit großem Abstand vor allen anderen Bezirken.

Im Fünfjahresschnitt kostete Grazer Bauland 430,30 Euro pro Quadratmeter. Graz-Umgebung erreichte 132 Euro, die Südoststeiermark dagegen nur 35,70 Euro.

Bezirk Preis 2021 bis 2025 Änderung zur Vorperiode
Graz-Stadt 430,30 Euro/m² +19,0 Prozent
Graz-Umgebung 132,00 Euro/m² +0,7 Prozent
Liezen 109,80 Euro/m² -8,0 Prozent
Leoben 83,50 Euro/m² +26,3 Prozent
Murtal 83,00 Euro/m² +7,7 Prozent
Bruck-Mürzzuschlag 79,00 Euro/m² +14,7 Prozent
Leibnitz 69,70 Euro/m² -7,8 Prozent
Weiz 68,00 Euro/m² +21,6 Prozent
Deutschlandsberg 64,90 Euro/m² -0,8 Prozent
Voitsberg 60,90 Euro/m² -6,5 Prozent
Murau 56,50 Euro/m² +2,2 Prozent
Hartberg-Fürstenfeld 39,70 Euro/m² +1,5 Prozent
Südoststeiermark 35,70 Euro/m² -5,6 Prozent

Die Zahlen liefern allerdings nur einen ersten Anhaltspunkt. Ein niedriger Grundstückspreis macht das gesamte Wohnprojekt nicht automatisch günstiger.

Anschlüsse, Erdarbeiten und lange Wege können den Vorteil schnell wieder aufzehren. Deshalb solltest Du Kaufpreis und spätere Ausgaben immer gemeinsam berechnen.

Graz oder Umland: Welche Lage passt besser?

In Graz zahlst Du meist mehr, sparst jedoch oft täglich Zeit. Öffis, Schulen, Ärzte und Geschäfte erreichst Du häufig ohne lange Fahrten.

Im Umland bekommst Du oft mehr Fläche und einen größeren Garten. Dafür brauchst Du je nach Gemeinde häufiger ein oder zwei Autos.

Mehrere Umlandgemeinden gehören außerdem selbst zur steirischen Spitzengruppe. Hart bei Graz, Seiersberg-Pirka und Stattegg erreichen besonders hohe Werte.

Auch Feldkirchen bei Graz und Weinitzen zählen zu den teuersten Gemeinden. Ein Umzug über die Stadtgrenze spart daher nicht automatisch viel Geld.

Frage Graz Graz-Umgebung
Kaufpreis meist deutlich höher je nach Gemeinde sehr unterschiedlich
Wohnfläche oft kleiner häufig größer
Öffis meist gut ausgebaut stark vom Wohnort abhängig
Auto oft weniger wichtig häufig notwendig
Schulen und Betreuung breites Angebot örtliches Angebot genau prüfen
Wiederverkauf meist größere Nachfrage hängt stark von Lage und Anbindung ab

Graz passt besser zu kurzen Wegen

Du arbeitest täglich in der Stadt und möchtest möglichst wenig pendeln. Außerdem nutzt Du Öffis und brauchst eine dichte Infrastruktur.

Dann kann ein höherer Kaufpreis trotzdem sinnvoll bleiben. Kurze Wege sparen Zeit, Geld und möglicherweise ein zweites Auto.

Auch ein kleineres Objekt kann deinen Alltag stärker verbessern. Besonders zentral gelegene Wohnungen bieten dafür oft gute Voraussetzungen.

Das Umland bietet häufiger mehr Platz

Du brauchst mehrere Zimmer, einen Garten oder ein eigenes Arbeitszimmer. Gleichzeitig kannst Du längere Fahrten problemlos in deinen Alltag einbauen.

Dann findest Du im Umland meist mehr passende Häuser. Allerdings solltest Du jede Verbindung zu Arbeit und Schule prüfen.

Achte außerdem auf künftige Wege deiner Kinder. Ein ruhiger Wohnort kann später viele tägliche Autofahrten erfordern.

Wohnung, Haus oder Grundstück: Welche Option passt?

Jede Immobilienart bringt andere Vorteile, Kosten und Risiken. Deshalb solltest Du nicht nur die Quadratmeterpreise miteinander vergleichen.

Option Wichtigster Vorteil Größtes Risiko Passt besonders zu
Wohnung in Graz kurze Wege und gute Infrastruktur hoher Preis pro Quadratmeter Singles, Paare, Stadtmenschen
Haus im Umland mehr Fläche und eigener Garten höhere Mobilitätskosten Familien, Homeoffice-Haushalte
Grundstück am Land niedrigerer Bodenpreis Baukosten und Anschlüsse flexible Bauwillige
Älteres Haus oft günstigerer Kaufpreis teure Reparaturen Käufer mit Rücklagen
Neubauwohnung moderne Technik hoher Einstiegspreis Käufer ohne Sanierungswunsch

Wann sich eine Eigentumswohnung anbieten kann

Eine Eigentumswohnung in der Steiermark passt oft zu kleineren Haushalten. Du brauchst weniger Fläche und kümmerst Dich nicht allein ums Gebäude.

Die Eigentümer tragen Kosten für Dach, Fassade und Stiegenhaus gemeinsam. Gleichzeitig musst Du gemeinsame Beschlüsse und mögliche Sonderzahlungen akzeptieren.

Zwischen 2021 und 2025 sanken die steirischen Wohnungspreise um 3,5 Prozent. Dieser Rückgang kann Käufern bei manchen Objekten mehr Spielraum verschaffen.

Das gilt jedoch nicht für jede Lage und jedes Baujahr. Außenflächen wie Balkon oder Garten erhöhen den Preis oft weiterhin.

Graz bleibt bei älteren Wohnungen teuer

Bei Wohnungen bis Baujahr 1990 führt Graz meist den Bezirksvergleich an. Bei neueren Wohnungen liegt dagegen häufig Liezen vor der Landeshauptstadt.

Touristisch gefragte Orte können deshalb höhere Preise als Graz erreichen. Das betrifft besonders neue Wohnungen mit Terrasse, Balkon oder Garten.

Eine Wohnung passt besonders zu Dir, wenn Du zentrale Wege bevorzugst. Außerdem solltest Du weniger Platz und gemeinsame Entscheidungen akzeptieren können.

Vor dem Kauf solltest Du diese Unterlagen genau lesen:

  • aktuelle Betriebskosten
  • vorhandene Rücklage
  • Protokolle früherer Eigentümerversammlungen
  • geplante Arbeiten am Haus
  • Energieausweis und Heizkosten
  • Regeln für Balkon, Garten und Stellplatz

Eine geringe Rücklage kann später hohe Zahlungen verursachen. Deshalb zählt der Zustand des Hauses genauso stark wie die Wohnung.

Wann sich ein Haus lohnen kann

Ein Haus in der Steiermark bietet mehr Platz und größere Freiheit. Gleichzeitig zahlst Du Reparaturen und laufende Kosten vollständig allein.

Graz erreicht bei Häusern in allen untersuchten Gruppen die höchsten Preise. Danach folgen häufig Graz-Umgebung, Liezen, Leibnitz und Weiz.

Außerdem sinkt der Quadratmeterpreis meist mit wachsender Wohnfläche. Größere Häuser kosten pro Quadratmeter daher oft weniger.

Dieser Effekt macht große Häuser jedoch nicht automatisch günstiger. Mehr Fläche verursacht höhere Heiz-, Reparatur- und Einrichtungskosten.

Häuser passen oft zu Familien

Familien brauchen häufig mehrere Schlafzimmer und flexibel nutzbare Räume. Zudem wünschen sich viele einen Garten und ausreichend Stauraum.

Ein Haus kann diese Wünsche langfristig erfüllen. Allerdings solltest Du Schulwege, Betreuung und Arbeitswege realistisch bewerten.

Plane auch spätere Lebensphasen frühzeitig ein. Viele Stufen oder ein großer Garten können später zur Belastung werden.

Ältere Häuser können Chancen bieten

Ein älteres Haus kostet häufig weniger als ein Neubau. Dafür musst Du mögliche Reparaturen von Beginn an ehrlich einrechnen.

Prüfe vor dem Kauf besonders diese Bereiche:

  • Dach und Dachstuhl
  • Heizung und Energieverbrauch
  • Feuchtigkeit im Keller
  • Fenster und Dämmung
  • Wasserleitungen und Elektrik
  • Fassade und tragende Bauteile
  • Zufahrt und Grundstücksgrenzen

Ein niedriger Kaufpreis verliert schnell seinen Vorteil. Besonders Dach und Heizung können dein Budget stark belasten.

Wann sich ein Grundstück lohnen kann

Ein eigenes Grundstück bietet große Freiheit bei Grundriss und Ausstattung. Gleichzeitig trägt es das höchste Kostenrisiko der drei Immobilienarten.

Grundstücke verteuerten sich wesentlich stärker als Häuser und Wohnungen. Deshalb musst Du den Bodenpreis immer gemeinsam mit den Baukosten betrachten.

Ein günstiger Quadratmeterpreis sagt wenig über das gesamte Projekt. Anschlüsse, Erdarbeiten und Stützmauern können hohe Zusatzkosten verursachen.

Diese Punkte solltest Du vor dem Kauf klären

  • Die Widmung erlaubt dein geplantes Haus.
  • Der Bebauungsplan passt zu Größe und Bauweise.
  • Die Zufahrt ist rechtlich dauerhaft gesichert.
  • Wasser, Kanal und Strom liegen erreichbar.
  • Der Boden eignet sich für dein Bauvorhaben.
  • Die Hanglage verursacht keine hohen Mehrkosten.
  • Hochwasser oder Rutschungen bedrohen das Grundstück nicht.
  • Der Internetanschluss erfüllt deine beruflichen Anforderungen.

Ein Grundstück passt zu Dir, wenn Du langfristig planst. Außerdem brauchst Du Reserven für unerwartete Arbeiten und höhere Baukosten.

Wo bekommst Du mehr Platz für dein Geld?

Außerhalb des Grazer Zentralraums sinken die Grundstückspreise oft deutlich. Besonders Hartberg-Fürstenfeld und die Südoststeiermark liegen vergleichsweise niedrig.

Auch Teile der West- und Obersteiermark bieten günstigere Möglichkeiten. Dafür musst Du meist längere Wege und weniger Infrastruktur akzeptieren.

Günstigere Regionen passen besonders zu Dir, wenn Du regelmäßig zu Hause arbeitest. Ebenso helfen regionale Bindungen und kurze Arbeitswege vor Ort.

Wer dagegen täglich nach Graz fährt, sollte den Preisvorteil genau prüfen. Fahrtkosten und Zeit können die Ersparnis langfristig deutlich verringern.

Welche Region passt zu welchem Käufer?

Käuferprofil Eher passende Option Wichtiger Kompromiss
Single mit Arbeitsplatz in Graz Wohnung in Graz weniger Fläche für das Budget
Paar mit viel Homeoffice Wohnung oder Haus im Umland Auto bleibt oft nötig
Familie mit mehreren Kindern Haus außerhalb von Graz längere Schulwege
Bauwillige mit flexiblem Wohnort Grundstück in günstigeren Bezirken Baukosten genau kalkulieren
Sanierungsbereite Käufer älteres Haus höhere Rücklagen nötig
Ältere Käufer barrierearme Wohnung weniger private Außenfläche
Ferienimmobilien-Käufer Liezen oder Murau Tourismus kann Preise erhöhen

Diese Profile liefern eine erste Richtung. Deine Finanzierung und dein Alltag entscheiden am Ende stärker.

Neubau oder Bestand: Was passt besser?

Ein Neubau bietet moderne Technik und meist niedrige Energiekosten. Dafür verlangt er oft einen deutlich höheren Kaufpreis.

Ein Bestandsobjekt kostet häufig weniger. Allerdings können notwendige Arbeiten den Preisvorteil schnell wieder verkleinern.

Thema Neubau Bestand
Kaufpreis meist höher oft niedriger
Energieverbrauch häufig geringer stark vom Zustand abhängig
Reparaturen anfangs meist wenige können deutlich ausfallen
Lage häufig am Ortsrand oft in gewachsenen Gebieten
Kostenkontrolle meist leichter genaue Prüfung nötig
Grundriss meist modern häufig individueller

Ein Neubau passt zu Dir, wenn Du möglichst planbare Kosten bevorzugst. Ein Bestand eignet sich eher für flexible Käufer mit ausreichenden Reserven.

Welche Rolle spielen Tourismus und Wachstum?

Die Landesstatistik fand einen Zusammenhang zwischen Nächtigungen und Grundstückspreisen. Auch Bevölkerungszahlen, Pendlerströme und Arbeitsplätze stehen mit den Preisen in Verbindung.

Martin Mayer, Leiter des Referats Statistik und Geoinformation, warnt jedoch vor einfachen Erklärungen:

Wenn es auch zahlenmäßig einen starken Zusammenhang gibt, bedeutet das aber nicht, dass es auch eine eindeutige Ursache-Wirkung-Beziehung gibt.

Ein beliebter Ferienort garantiert daher keine sichere Wertsteigerung. Ebenso führt eine wachsende Gemeinde nicht automatisch zu höheren Preisen.

Für Käufer zählt weiterhin die konkrete Lage. Selbst innerhalb einer Gemeinde können einzelne Ortsteile stark voneinander abweichen.

Solltest Du jetzt kaufen oder noch warten?

Niemand kennt den perfekten Zeitpunkt für einen Immobilienkauf. Deshalb sollte der Markt nicht allein über deine Entscheidung bestimmen.

Ein Kauf kann zu Dir passen, wenn Du langfristig bleiben möchtest. Deine monatliche Rate sollte trotzdem ausreichend Spielraum für Reparaturen lassen.

Außerdem brauchst Du nach dem Kauf weiterhin finanzielle Reserven. Lage und Größe sollten auch zu späteren Lebensphasen passen.

Warten kann sinnvoller sein, wenn deine Finanzierung kaum Luft lässt. Gleiches gilt bei unsicherem Arbeitsplatz oder ungeklärten Reparaturkosten.

Steigende Grundstückspreise rechtfertigen keinen überhasteten Kauf. Sinkende Wohnungspreise garantieren umgekehrt noch kein günstiges Angebot.

Drei Fehler kosten Käufer besonders viel Geld

1. Du vergleichst nur den Kaufpreis

Ein günstiges Haus kann hohe Heiz- und Reparaturkosten verursachen. Ein billiger Standort kann deine Mobilitätskosten dauerhaft erhöhen.

2. Du nutzt dein gesamtes Kreditlimit

Eine Bank kann Dir mehr Geld anbieten, als Du bequem zurückzahlst. Halte deshalb ausreichend Reserven für Alltag und Reparaturen zurück.

3. Du entscheidest unter Zeitdruck

Ein begehrtes Objekt erzeugt schnell unnötigen Druck. Vergleiche trotzdem mehrere Immobilien und rechne jede Option vollständig durch.

Wo kann sich ein Kauf eher lohnen?

Eine Wohnung in Graz kann kurze Wege und eine stabile Nachfrage bieten. Dafür musst Du hohe Quadratmeterpreise und weniger Fläche akzeptieren.

Ein Haus im Umland bietet Familien meist mehr Platz. Fahrtkosten und Zeitaufwand können den Preisvorteil jedoch deutlich verringern.

Ein Grundstück in einer ländlichen Region kostet häufig weniger. Dafür brauchst Du ausreichend Reserven und eine belastbare Planung.

Ein älteres Haus bietet sanierungsbereiten Käufern oft einen günstigeren Einstieg. Ohne finanzielles Polster steigt das Risiko jedoch stark.

Fazit: Die billigste Region gewinnt nicht automatisch

Eine Immobilie lohnt sich dort, wo Preis und Alltag zusammenpassen. Der niedrigste Quadratmeterpreis liefert deshalb nur einen ersten Hinweis.

Graz bietet kurze Wege und eine dichte Infrastruktur. Das Umland bietet häufig mehr Platz, verlangt aber mehr Mobilität.

Ländliche Regionen punkten mit niedrigeren Grundstückspreisen. Dafür solltest Du Infrastruktur, Arbeitswege und späteren Verkauf genauer prüfen.

Wohnungen bieten derzeit eher Spielraum bei Preisgesprächen. Grundstücke verlangen dagegen eine besonders genaue und langfristige Rechnung.

Am Ende entscheidet nicht der gesamte Markt über deinen Kauf. Entscheidend bleibt, wie gut das konkrete Objekt zu deinem Leben passt.

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