Kartoffelchips gehören für viele zum Fernsehabend, zum Fußballspiel oder zur Party einfach dazu. Doch schmecken teure Markenprodukte tatsächlich besser als günstige Eigenmarken? Dieser Frage ging der Verein für Konsumenteninformation (VKI) in einer Blindverkostung mit 68 Teilnehmerinnen und Teilnehmern nach. Das Ergebnis fällt überraschend deutlich aus: Die bekannten Marken belegen die ersten vier Plätze.
Blindverkostung mit zehn Chips-Sorten
Für den aktuellen Taste:Check ließ der VKI zehn klassische gesalzene Kartoffelchips ohne zusätzliche Gewürze verkosten. Bewertet wurden Aussehen, Geruch, Knusprigkeit und Geschmack. Zudem wurde erhoben, ob die Teilnehmer das jeweilige Produkt kaufen würden und wie salzig die Chips wahrgenommen wurden.
Unter den getesteten Produkten befanden sich sowohl bekannte Marken als auch Eigenmarken von Supermärkten und Discountern.
Kelly’s landet klar auf Platz eins
Den Sieg sicherten sich die Kelly’s Chips Salz. Das Produkt erhielt die besten Bewertungen bei Geschmack, Knusprigkeit und Aussehen. Besonders bemerkenswert: 82 Prozent der Verkostenden gaben an, dass sie diese Chips kaufen würden.
Die Rückmeldungen fielen entsprechend positiv aus. Viele beschrieben die Chips als besonders ausgewogen und knusprig.
Auch die Herkunft der Kartoffeln dürfte bei manchen Konsumentinnen und Konsumenten punkten. Laut Verpackung stammen die verwendeten Erdäpfel aus Österreich.
Teuerstes Produkt landet auf dem letzten Platz
Das Schlusslicht der Verkostung überraschte hingegen. Die Spar Premium Nature Chips mit Meersalz schnitten am schlechtesten ab. Dabei handelte es sich gleichzeitig um das teuerste Produkt im Vergleich.
Viele Teilnehmer beschrieben die Chips als zu dick, zu hart und geschmacklich wenig überzeugend. Nur etwa jede dritte Person würde das Produkt kaufen.
Interessant dabei: Die Spar-Premium-Chips enthalten laut Hersteller rund 30 Prozent weniger Fett als herkömmliche Kartoffelchips und erreichen als einziges Produkt den Nutri-Score C. Geschmacklich konnte dieser Gesundheitsbonus die Verkostenden allerdings nicht überzeugen.
Markenprodukte vorne, aber Eigenmarken halten mit
Auffällig ist, dass sämtliche vier getesteten Markenprodukte die ersten vier Plätze belegten. Der VKI sieht darin einen Hinweis, dass bekannte Hersteller bei klassischen gesalzenen Kartoffelchips tatsächlich einen leichten geschmacklichen Vorteil haben.
Allerdings war der Abstand nicht groß. Vor allem die günstigen Eigenmarken Clever und Snack Fun schnitten überraschend gut ab und lagen nahe bei den Markenprodukten. Gleichzeitig kosten sie nur rund ein Drittel des Preises.
Große Preisunterschiede bei Chips im Regal
Während Markenchips auf Kilopreise zwischen etwa 17 und 20 Euro kommen, kosten viele Eigenmarken lediglich rund sechs Euro pro Kilogramm. Damit stellt sich für Konsumentinnen und Konsumenten die Frage, ob der geschmackliche Vorsprung den deutlichen Aufpreis wert ist.
| Produkt | Preis | Packungsgröße | Kilopreis | VKI-Urteil |
|---|---|---|---|---|
| Bravo Chips gesalzen | 1,19 € | 200 g | 5,95 €/kg | Durchschnittlich |
| Snack Fun Chips Salz | 1,49 € | 250 g | 5,96 €/kg | Gut |
| Clever Gesalzene Chips | 1,49 € | 250 g | 5,96 €/kg | Gut |
| Snack Day Salz Chips | 1,49 € | 250 g | 5,96 €/kg | Gut |
Preis-Leistungs-Tipp: Während die Bravo Chips zwar den niedrigsten Kilopreis aufweisen, erhielten Snack Fun, Clever und Snack Day im VKI-Taste:Check die bessere Gesamtbewertung „gut“. Damit zählen sie zu den interessantesten günstigen Alternativen im Test.
Beim Salzgehalt gibt es große Unterschiede
Auch bei der Würzung zeigten sich deutliche Differenzen. Der Salzgehalt der getesteten Chips variierte zwischen 1 und 1,6 Gramm pro 100 Gramm.
Die Chips mit dem niedrigsten Salzgehalt wurden von vielen Testpersonen als zu wenig gewürzt empfunden. Umgekehrt fanden zahlreiche Teilnehmer die salzigste Variante bereits zu intensiv. Die beliebtesten Produkte lagen genau zwischen diesen Extremen.
Chips bleiben eine Kalorienbombe
Unabhängig vom Geschmack bleibt eines gleich: Kartoffelchips sind ein Snack für besondere Gelegenheiten. Neun der zehn getesteten Produkte tragen den Nutri-Score D. Hauptgründe sind der hohe Fett- und Salzgehalt.
Eine Portion von etwa 50 Gramm liefert laut VKI rund 270 Kilokalorien, etwa 17 Gramm Fett und rund 0,8 Gramm Salz. Wer zusätzlich noch Bier oder andere Snacks konsumiert, erreicht schnell einen beträchtlichen Teil des täglichen Kalorienbedarfs.
























































