Start Mobilität Steiermark: Neue (teurere) Tarife für Straßenbahn, Bus und S-Bahn ab 1. Juli

Steiermark: Neue (teurere) Tarife für Straßenbahn, Bus und S-Bahn ab 1. Juli

Treibstoffpreise steigen massiv an und trotzdem erhöht der steirische Verkehrsverbund die Tarife für öffentliche Verkehrsmittel. Bürgermeisterin Elke Kahr: „Direkte Unterstützung des Bundes für Öffentlichen Verkehr wünschenswert.“

Tariferhöhung ÖV Graz

Und wieder ist auch mit Juli 2022 eine Tariferhöhung für Straßenbahn, Bus, und S-Bahn in der Steiermark und somit auch für Graz geplant. Das steirische Klimaticket soll von der Preiserhöhung ausgenommen sein. Ebenso das Freizeitticket. Letztes Jahr wurde der Preis für eine Stundenkarte noch nicht erhöht, 2022 wird dieser aber um 0,2 Center erhöht. Die Jahreskarte wird aber um 14 Euro deutlich teurer.

  • Stundenkarte: 2,70 €
  • 24-Stunden: 5,80 €
  • 10 Zonen: 21,80 €
  • Wochenkarte: 16,70 €
  • Monatskarte: 55,50 €
  • Halbjahreskarte: 284 €
  • Jahreskarte: 504 Euro €
  • Steirische Klimaticket: 588 €

2021 verkündete die damalige Verkehrsstadträtin und jetzige Bürgermeisterin Elke Kahr noch, dass die geplante Verteuerung einer Fahrgäste-Rückholaktion und Klimazielen entgegen wirke.

Allen Bekenntnissen zu Klimaschutz und attraktiveren Öffis zum Trotz stehe mit 1. Juli die nächste Tariferhöhung ins Haus. Während andere den Nulltarif einführen, wird bei uns die Tarifschraube weiter angezogen. Dieser jährliche Automatismus muss beendet werden.

forderte Elke Kahr. Sie richtete ihren Appell an die Zuständigen in Stadt und Land, den geltenden Grund- und Tarifierungsvertrag neu aufzusetzen. Dieser erlaubt den Unternehmen des Verkehrsverbundes eine Erhöhung der durchschnittlichen Ticketpreise um das 1,5-fache des VPI.

Welche Tarife erhöht werden und welche nicht, wird dann von Verbund, Land Steiermark und Finanzressort der Stadt ausgemacht. Die offizielle Beschlussfassung wird in der Lenkungsgruppe gefasst, in der die Verkehrsplanung ohne Stimmrecht sitzt.

Leider wurde die Zuzahlung seither nicht angepasst, was bei den jährlichen Tariferhöhungen bedeutet, dass der Anreiz und damit auch der Lenkungseffekt immer mehr verpufft.

Das ist nicht zumutbar und ich fordere den Finanzstadtrat auf, diese neuerliche Erhöhung zu abzudecken. In Zeiten, wo es darum gehen muss, die wegen der Corona-Pandemie verlorenen Fahrgäste zurückzuholen, ist eine weitere Erhöhung jedenfalls sicher nicht das richtige Mittel.

kritisierte Elke Kahr letztes Jahr. Und 2022? Einen Tag nach bekanntwerden der Tariferhöhung durch einen Artikel in der Kleinen Zeitung meldet sich die Bürgermeisterin heute mit folgender Aussendung zu Wort:

Kahr: Direkte Unterstützung des Bundes für Öffentlichen  Verkehr wünschenswert

„2,1 Milliarden Euro will die Bundesregierung zuschießen, um die Haushalte angesichts der dramatisch steigenden Energiekosten zu entlasten. 150 Mio. Euro davon sollen in den Öffentlichen Verkehr fließen. Laut Medienberichten sollen diese Mittel direkt an die Verkehrsunternehmen fließen, eine verbindliche Garantie für Ticketpreise ist damit nicht verknüpft.“ Sie plädiert dafür, Mittel direkt an die Städte auszuzahlen, um ÖV-Tarife zu stützen.

„Die Stadt Graz investiert viel Geld, um allen Menschen die Benützung der Graz Linien zu ermöglichen: Mit der Mobilitätscard können etwa 13.000 Menschen mit geringen Einkommen für 50 Euro das ganze Jahr die Graz Linien nutzen. Um die Jahreskarte für die Zone 101 günstiger anbieten zu können, wird jede mit 175 Euro gestützt. Und das KlimaTicket Steiermark, das eine landesweite ÖV-Nutzung ein Jahr lang für 588 Euro ermöglicht, unterstützt die Stadt Graz mit 108 Euro.

Es wäre dringend notwendig, dass der Bund die Kommunen dabei unterstützt, die Jahreskarten zu finanzieren. Für die Stadt sind damit hohe Kosten verbunden, die aber auch einen großen sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Nutzen haben. Es wäre daher wünschenswert, Städte wie Graz beim Entlastungspaket unmittelbar zu berücksichtigen.“

1 Kommentar

  1. Würde mich auch wundern, wenn es nicht so wäre.

    In jedem neuen Jahr wird alles teurer. Was soll’s.

    Natürlich freue ich mich nicht darüber. Die Seniorenmarke ist nicht gerade billig
    und seit der Pandemie benütze ich die Bim höchstens einmal die Woche oder
    nur alle 14 Tage.

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