Nach fast zweieinhalb Jahren Sperre wird die Unterführung in der Peter-Tunner-Gasse morgen Freitag um 12 Uhr wieder für den Verkehr freigegeben. Seit Jänner 2024 war die wichtige Verbindung zwischen Waagner-Biro-Straße und Bahnhofgürtel wegen des Neubaus der Eisenbahnunterführung gesperrt. Für viele Autofahrer bedeutete das längere Wege: Wer Richtung Eggenberg unterwegs war, musste teils weite Umfahrungen in Kauf nehmen.
Die ÖBB haben die alte Eisenbahnbrücke gemeinsam mit der Stadt Graz in mehreren Bauphasen neu errichtet. Gleichzeitig wurde der Straßenraum rund um die Unterführung umgestaltet. Davon sollen künftig Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger profitieren.

Lange Bauzeit wegen laufendem Bahnverkehr
Die Arbeiten waren technisch aufwendig, weil die Südstrecke während der Bauzeit in Betrieb bleiben musste. Deshalb wurde die Brücke nicht in einem Schritt erneuert, sondern abschnittsweise abgetragen und neu aufgebaut.
Zusätzlich wurden zahlreiche Leitungen neu verlegt oder erneuert, darunter Wasser, Kanal, Strom, Gas und Telekommunikation.
ÖBB-Projektleiter Klaus Schneider erklärt:
Die neue Unterführung ist viel mehr als nur eine neue Eisenbahnbrücke. In Kombination mit neuen Verkehrslösungen und zahlreichen wichtigen Versorgungsleitungen war die Umsetzung eine logistische und technische Herausforderung.
Mehr Platz für Radfahrer und Fußgänger
Mit der neuen Unterführung wurde auch die Situation für Radfahrer und Fußgänger verbessert. Auf beiden Seiten der Peter-Tunner-Gasse gibt es durchgehende und breitere Gehwege.
Für Radfahrer wurde auf der Südseite ein neuer Zweirichtungsradweg errichtet. Er führt von der Waagner-Biro-Straße über den Bahnhofgürtel bis zur Fröbelgasse. Außerdem gibt es eine Anbindung an weitere Radwege, etwa Richtung Stahlgasse über die südliche Lastenstraße.
Am Bahnhofgürtel wurde zudem eine barrierefreie, ebenerdige Querung geschaffen.
Vizebürgermeisterin Judith Schwentner sagt dazu:
Wer hier früher mit dem Fahrrad oder zu Fuß unterwegs war, weiß, wie unübersichtlich und teilweise gefährlich die Situation war.
Neue Verkehrsführung für Autos
Mit der Wiedereröffnung ändert sich auch die Verkehrsführung für den Kfz-Verkehr.
Von der Peter-Tunner-Gasse ist das Rechtsabbiegen in den Bahnhofgürtel künftig nicht mehr möglich. Wer von Westen kommt, soll dafür die südliche Lastenstraße nutzen.

Auch das direkte Linksabbiegen von der Peter-Tunner-Gasse in die südliche Lastenstraße entfällt. Die südliche Lastenstraße ist künftig über die ampelgeregelte Kreuzung Bahnhofgürtel/Lastenstraße erreichbar.
Wer aus der südlichen Lastenstraße kommt, kann nur mehr Richtung Osten in die Peter-Tunner-Gasse ausfahren. Für Fahrten Richtung Westen oder zur nördlichen Lastenstraße ist für Pkw und Lkw bis 7,5 Tonnen ein U-Turn bei der Kreuzung Peter-Tunner-Gasse/Bahnhofgürtel möglich.
Von Kalvariengürtel, Bahnhofgürtel und Wiener Straße kann man wieder direkt in die Peter-Tunner-Gasse einfahren.
Buslinie 62 fährt wieder normal
Auch im öffentlichen Verkehr gibt es Änderungen. Die Buslinie 62 fährt ab Samstag, 20. Juni, wieder auf ihrer ursprünglichen Strecke. Die Umleitung über den Hauptbahnhof und die Babenbergerstraße entfällt.
Außerdem besteht wieder eine direkte Umsteigemöglichkeit zwischen der Straßenbahnlinie 6 bei der Haltestelle „Smart City/Peter-Tunner-Gasse/tim“ und der Buslinie 62.
Bedeutung für den Bahnverkehr
Die Unterführung ist auch Teil der Arbeiten rund um die Südstrecke und die nördliche Einfahrt zum Grazer Hauptbahnhof. Die ÖBB wollen damit die Infrastruktur für den Personen- und Güterverkehr langfristig absichern.
Bürgermeisterin Elke Kahr bezeichnet die neue Unterführung als „sichere und zeitgemäße Verbindung in den Grazer Nordwesten für alle Verkehrsteilnehmer“.






















































