Start Graz Chronik Große Zeckenschutzimpfaktion 2020 in Graz

Große Zeckenschutzimpfaktion 2020 in Graz

Impfaktion Stadthalle

Heuer findet vom 2. bis 10 Juni eine große FSME-Zeckenschutzimpfaktion der Stadt Graz in der Messehalle statt. Je häufiger wir aufgrund des schönen Wetters und der gelockerten Corona-Maßnahmen wieder ins Freie strömen, desto mehr kommen wir mit Zecken in Kontakt: Damit steigt das Risiko, dass sich mit FSME zu infizieren. Auch deswegen, weil vielen immer noch nicht bewusst ist, dass ganz Österreich ein FMSE-Risikogebiet ist. Mit der Impfung inklusive regelmäßiger Auffrischung kann eine Infektion fast immer vermieden werden. FSME-Impfungen sollten auch heuer, trotz Corona-Pandemie, nicht auf nächstes Jahr verschoben werden.

Die Impfstelle im Grazer Amthaus ist zwar wieder am 15. Juni (Montag bis Freitag von 8 – 13 Uhr geöffnet), jedoch muss man dort mit längeren Wartezeiten rechnen, da die Nummerausgabe im Foyer beim Portier im Amtshaus erfolgt.

Laut der Leiterin des Grazer Gesundheitsamts, Eva Winter, ist diese Zeckenimpfaktion auch ein Probelauf für andere Impfaktionen wie für eine Grippeimpfaktion oder (falls es einmal gibt) eine Covid-Infektion meldet orf.at.

Bereits am ersten Tag herrschte laut der Stadt Graz reger Andrang in der Grazer Messehalle. Bis zu Mittag haben sich schon 300 Grazer und Grazerinnen gegen FSME immunisieren lassen.

Was ist zum Impfen in der Messehalle mitzubringen?

  • Impfpass (wenn vorhanden)
  • Mundmaske
  • Kugelschreiber
  • Bargeld, da keine Bankomatkassa vorhanden ist: Eine FSME-Impfung kostet für Kinder und Erwachsene je 19,50 Euro.
  • Achtung: Es wird nur der im Gesundheitsamt erhältliche Impfstoff verwendet, keinen Impfstoff mitbringen!
Impfpass
Internationaler Impfpass

Wann findet die Zeckenschutzimpfaktion 2020 statt?

  • Vom 2. bis 10. Juni 2020
  • In der Zeit von 8-17 Uhr

Mehr Informationen unter www.graz.at

FSME: Frühsommer-Meningo-Encephalistis ist eine durch Zecken übertragene Hirnhautentzündung

Die Erkrankung kommt in ganz Österreich und in weiten Teilen Europas und Asien vor. Es gibt fast überall Zecken: Auf Bäumen, im Gras, im Gebüsch und im Laub, auch immer mehr in den Bergen. Bis zu 5 von 100 Zecken sind Virusträger. Kommt es durch den Stich einer infizierten Zecke zu einer Infektion (in seltenen Fällen ist auch eine Übertragung durch rohe Milch möglich), treten bei ca. 30% der Infizierten Krankheitserscheinungen auf.

➡ Mehr zum Thema: Wie kann man den Kontakt mit Zecken meiden?

Krankheitsverlauf bei FSME

  • Zunächst kommt es ca. 7-10 Tage nach dem Stich zu grippeähnlichen Symptomen wie Fieber, Kopfschmerzen und Erbrechen.
  • Bei einem Teil der Betroffenen schreitet die Erkrankung, nach einem beschwerdefreien Intervall von ca. einer Woche, weiter fort und es entwickelt sich das typische Erkrankungsbild mit hohem Fieber, Nackensteifigkeit, Erbrechen, Benommenheit bis zum Koma und eventuellen Lähmungserscheinungen.
  • In 1–2% der Fälle führt diese Hirnhautentzündung auch zum Tod.
  • Dauerschäden wie Konzentrations- und Leistungsschwäche, psychische Beeinträchtigungen, häufige Kopfschmerzen, Epilepsie oder bleibende Lähmungen
    können die Folge sein.
  • Im Allgemeinen verläuft die Erkrankung im Erwachsenenalter schwerer, trotzdem gab es in den vergangenen Jahren auch Kinder und sogar Säuglinge mit sehr schweren Verlaufsformen.

Kinder immer wieder betroffen

2019 waren 14 % der Betroffenen Kinder in Österreich unter 15 Jahren, glücklicherweise weniger als in den Jahren davor (2018 18 %, 2017 17 %). Allerdings ist 2019 sogar ein Baby mit sechs Monaten erkrankt. Ein 13-Jähriger erlitt eine Enzephalomyelitis (Gehirn- und Rückenmarksentzündung) und musste auf der Intensivstation behandelt werden.

Wie man an diesen schrecklichen Beispielen sieht, können Kinder durchaus schwer erkranken, auch wenn die meisten FSME-Erkrankungen bei ihnen leichter verlaufen. Eltern sollten kein Risiko eingehen und ihre Kinder ab dem ersten Lebensjahr gegen FSME impfen lassen.

betont Kinderarzt und Leiter des Referats für Impfangelegenheiten der Ärztekammer für Burgenland Dr. Albrecht Prieler.

FSME Schutzimpfung

Da es eine spezifische Behandlung nicht gibt, ist nur die Behandlung der Symptome möglich.

  • Die Schutzimpfung besteht aus 3 Teilimpfungen (= Grundimmunisierung)
  • Nach der 1. Teilimpfung hat die 2. Teilimpfung nach etwa 1 Monat und die 3. Teilimpfung innerhalb von 5-12 Monaten nach der 2. Teilimpfung zu
    erfolgen.
  • Die 1. Auffrischungsimpfung ist nach 3 Jahren erforderlich.
  • Aufgrund neuer Erkenntnisse empfiehlt der Impfausschuss des Obersten Sanitätsrates alle weiteren Auffrischungsimpfungen, also ab der 4. Impfung, im 5-
    Jahres-Intervall durchzuführen, um den Impfschutz fortgesetzt aufrechtzuerhalten.
  • Personen ab dem 60. Lebensjahr sollten weiterhin alle 3 Jahre geimpft werden.
  • Nach einem Zeckenstich ohne vorangegangene Zeckenimpfung, kann erst 4 Wochen nach dem Zeckenstich mit der Grundimmunisierung begonnen werden

Welche Nebenwirkungen bei der der Impfung möglich sind (PDF)

Alternative Impfungsmöglichkeit beim Hausarzt mit Impfstoff aus der Apotheke

Unter Einhaltung entsprechender Schutzmaßnahmen können Impfungen auch vom Hausarzt durchgeführt werden. Den Impfstoff dazu muss man bei Apotheken kaufen. Diese können vorab aber helfen herauszufinden, ob dieses Jahr eine Impfung nötig ist.

Eine telefonische Terminvereinbarung beim Hausarzt ist aber unbedingt erforderlich. Auch hier sei das Tragen einer Maske von Arzt und Patienten sowie das Abstandhalten erforderlich. Begleitpersonen sollten nur dann mitkommen, wenn dies unbedingt nötig ist.

Kosten für den FSME-Impfstoff in der Apotheke teurer

Der FSME-Impfstoff wird derzeit im Rahmen einer Impfaktion der österreichischen Apotheken vergünstigt angeboten. Diese läuft noch bis zum 31. August 2020. Die Sonderpreise betragen für Erwachsene EUR 35,80 und für Kinder EUR 31,30. Darüber hinaus gewähren alle Krankenkassen einen ganzjährigen Kostenzuschuss in unterschiedlicher Höhe. Um das Handling für die Kunden möglichst einfach zu gestalten, wird der Kostenzuschuss direkt in der Apotheke vom Aktionspreis abgezogen. (Quelle ots.at)

Fotos © Foto Fischer

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