Man hört sie nicht. Man sieht sie kaum. Und trotzdem ist sie längst da: Die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) hat sich in Graz fest etabliert. Das ist die klare Botschaft von Erwin Wieser vom Grazer Gesundheitsamt, der in einem vielbeachteten Vortrag im Grazer Rathaus über das Tier und seine Ausbreitung informiert hat. Das Video des Vortrags ist ab sofort auf unserer Seite abrufbar – und wir haben die wichtigsten Punkte für euch zusammengefasst.
Was macht die Tigermücke so besonders?
Schwarz-weiß gestreift, 5 bis 10 Millimeter klein – und erschreckend effektiv. Anders als die gewöhnliche Hausmücke macht die Tigermücke beim Anflug kaum Geräusche. Man bemerkt den Stich oft erst, wenn es zu spät ist. Besonders betroffen sind ältere Menschen und Kinder.
Hinzu kommt: Das Tier ist tagsüber aktiv, nicht nachts. Es hat einen sehr kleinen Aktionsradius von maximal 150 bis 200 Metern. Wer also in seinem Garten Tigermücken hat, der hat sie auch aus seinem Garten.
Von Südostasien über die Autobahn nach Graz
Ursprünglich in Südostasien beheimatet, machte die Tigermücke sich bereits 1979 auf den Weg nach Europa – eingeschleppt in alten Autoreifen nach Albanien. Um 1990 gelangte sie über Norditalien (Genua) erneut nach Europa und verbreitete sich von dort Richtung Norden.
In Österreich verlief die Ausbreitung entlang der Autobahnen: Mücken schlüpften auf Autobahnparkplätzen und flogen von dort in die umliegenden Gebiete. Seit 2023 ist die Steiermark – und damit Graz – offiziell betroffen. Heute gibt es in der Stadt kaum noch einen Bereich, in dem keine Tigermücken gefunden werden.
Krankheitsüberträger? Noch nicht – aber Vorsicht ist geboten
Die gute Nachricht: Bisher wurde in Graz noch keine Krankheit durch die Tigermücke übertragen. Die schlechte: Das Potenzial ist vorhanden. Die Mücke kann Viren wie Dengue oder Chikungunya weitergeben – und mit steigenden Sommertemperaturen wächst das Risiko, dass sich diese Krankheitserreger auch in unseren Breiten halten können.
„Wir wollen verhindern, dass dieses Szenario überhaupt eintritt“, betont Wieser. Und das sei – mit vereinten Kräften – noch möglich.
5 Dinge, die du jetzt in deinem Garten tun kannst
Die Tigermücke braucht nur wenige Milliliter stehendes Wasser zur Eiablage. Deshalb gilt: Brutstätten konsequent beseitigen.
- Untersetzer leeren: Blumentopf-Untersetzer, Gießkannen, Eimer und Wannen nach jedem Regen entleeren oder wegräumen. Schon geringe Wassermengen reichen der Mücke zur Eiablage.
- Regentonne abdecken: Regentonnen mit einem feinmaschigen Netz abdecken und mit einem Spanngurt sichern. So kommt die Mücke nicht ans Wasser heran.
- Planen und Folien kontrollieren: Gartenplanen, Grillabdeckungen und ähnliche Flächen regelmäßig prüfen – dort sammeln sich oft kleine Wasserlachen.
- Behälter reinigen: Behälter, in denen Tigermücken-Eier vermutet werden, mit 65 °C heißem Wasser ausspülen oder die Innenwände mit einer Küchenrolle abwischen. Eier sind winzig, aber abtötbar.
- Im Notfall: Colinex-Tabletten: Wenn sich Wasser nicht entfernen lässt (z. B. große Tanks), hilft das biologische Mittel Colinex (BTI-Wirkstoff): 5 Tabletten in 1 Liter Wasser auflösen, Oberflächen damit besprühen. Wirkt nur gegen Larven, nicht gegen fliegende Mücken.
Den vollständigen Vortrag von Erwin Wieser kannst du im Video oben ansehen.
Links zum Thema:
Strategischer Infektionsschutz Stadt Graz


























































