Start Essen & Trinken in Graz Yamamoto im Landhaus Ruckerlberg – Wie gut ist die japanisch steirische Küche?

Yamamoto im Landhaus Ruckerlberg – Wie gut ist die japanisch steirische Küche?

TEILEN
Landhaus Ruckerlberg Yamamoto

Das Landhaus Ruckerlberg hat unter den neuen Betreibern Danni Yang und Yifeng Ma mit dem neuen Namen „Yamamoto im Landhaus Ruckerlberg“ eröffnet. Wir nutzten die Gelegenheit einer Einladung zum Presse-Essen am 15. April im Rahmen der offiziellen Eröffnung, um das neue Konzept, eine Mischung aus steirischer und japanischer Küche, aus erster Hand kennen zu lernen bzw. zu kosten.

Die neuen Betreiber sicherten sich die Marke „Yamamoto“ als Franchise (bekannt von der japanischen Sushibar von Toshiaki Yamamoto in der Prokopigasse). In der Küche kocht Stefan Muskatel die steirische und „Tony“ die asiatische Küche und sollen das Beste aus beiden Welten auf die jeweiligen Teller bringen. Aber kann das funktionieren? Man weiß, Steirer sind was das Essen angeht, der traditionellen Kost verbunden. So gab es vor rund einem Monat kurz nach Bekanntwerden der neuen Küchenlinie im Landhaus Ruckerlberg einiges an Verwirrung. Die Betreiber stellten via Homepage damals aber schnell klar: Die steirische Küche soll beibehalten werden, aber ab dem 16. April 2019 dazu auch Asiatisch angeboten werden.

Speisekarte Yamamoto Landhaus Ruckerlberg
Die neue Speisekarte vom Yamamoto im Landhaus Ruckerlberg mit Sushi, Sashimi, Teppanyaki, Tempura, Ramen, Bento-Boxen.

Unter dem Namen Landhaus am Ruckerlberg feierte der vorige Betreiber als Stadtheuriger in Graz mit einer 33 Jahre alten Tradition vor ein paar Jahren Wiedereröffnung. Vielen Grazern war der damalige Heurige am Ruckerlberg noch sehr unter dem Namen Jöbstl bekannt. Beliebt war der Heurige auch wegen seiner tollen Aussicht vom Gastgarten auf die Umgebung von Graz und den Schöckl.

Auch wir fragen uns nach dem Blick auf die Homepage vom Landhaus Ruckerlberg, inwiefern das neue Gastrokonzept sich im traditionellen Sprachgebrauch mit einem „Landhaus“ und besonders als „Heuriger“ verträgt. Aktuell werden jedenfalls bewährte steirische Schmankerl wie Rindssuppe, Rindfleischsalat, Brettljausn, Vogerlsalat, Schweinsbraten, Backhendl und mehr serviert.

Das Eröffnungs-Menü als Fotostrecke

Vogerlsalat mit vietnamesischer Frühlingsrolle
1. Gang: Der Vogerlsalat mit vietnamesischer Frühlingsrolle war bereits ein überraschender und guter Auftakt. Dominiert hat hier die asiatische Komponente.
Gemüsesulz auf Sojaglace und Maki California
2. Gang: Sollte laut Speisekarte eine Gemüsesulz auf Sojaglace und Maki California sein. Wer nun wegen der nach Fleisch aussehenden Sulz verwirrt ist – nein, auch die asiatische Küche hat noch nicht die „schmeckt wie Fleisch“ vegetarische Variante gefunden. Obwohl der Kellner auf Nachfrage überzeugt war eine Gemüsesulz serviert zu haben, der Koch muss sich wohl in letzter Minute umentschieden haben. Sulz war gut, Maki ebenso. Getrennt für sich aber wie die Meinung am Tisch war: Keine „Fusionsküche“.
Beef Tartare und Sushi
3. Gang: Beef Tartare und Sushi. Wieder Vogerlsalat vermutlich als die steirische Komponente, aber hier fehlt eindeutig das Kernöl. Fleisch und Fisch in Ordnung, höllisch scharf der rosa Ingwer rechts am Bild.
Ramensuppe und Backhendl
4. Gang: Ramensuppe und Backhendl. Zugegeben, mit Spannung wurde das Gericht in der Königsklasse der steirischen Küche erwartet. Nur, den ersten Preis würde das Hendl bei unserem Backhendl essen in Graz Artikel nicht machen. Leider zu trocken ausgefallen. Hier hat die Nudelspuppe aber einen Vorteil: Tunkt man das Backhendl in die Suppe – bis datto noch nie gemacht(!) – wird das Fleisch wieder super saftig.
Hühnercurry auf Wokgemüsebeet
5. Gang: Hühnercurry auf Wokgemüsebeet. Geschmacklich gut, aber etwas zu trocken ausgefallen. Am Tisch ließ jemand „Reisfleisch“ als Vergleich fallen. Wäre vermutlich saftiger ausgefallen.
Kürbiskernparfait mit Litschikompott
6. Gang: Kürbiskernparfait mit Litschikompott als Dessert. Fusionküche wieder in Form getrennter Teller. Das Parfait sehr gut, das Litschikompott wie man es „vom Chinesen“ kennt.

Fazit: Wie schmeckt das japanisch steirische Essen im Yamamoto Landhaus Ruckerlberg?

Insgesamt machte das steirisch-asiatische Fusions-Menü (auf Vorreservierung bestellbar) einen soliden Eindruck. Da wir selber aber nicht die Experten für asiatisches Essen sind und so keine Empfehlung abgeben möchten, verbleibt uns nur der Tipp „Einfach selbst ausprobieren“. Rausgehört haben wir aber beim Testessen, dass sich einige eine Fusionsküche anders vorstellten – hier muss man den beiden Köchen aber zu Gute halten, dass das Restaurant erst eröffnet hat und wohl noch Raum nach oben ist. Ein weiterer Bericht von diesem Testessen hat Manuela Pucher von testesser.com verfasst.

Was uns doch etwas irritiert(e), ist unser persönliches Gefühl, dass das Yamamoto im Landhaus Ruckerlberg ursprünglich als reines japanisches Lokal eröffnen wollte, aus irgendeinem Grund aber doch noch die steirische Küche „mitgezogen“ hat. Obwohl in der Presseaussendung die duale Küchenlinie versichert wird, ist auf der Homepage des Lokals von „Durchgehend japanische, warme und kalte Küche“ die Rede. Man darf gespannt sein, wie und ob sich das Konzept der zwei Küchen in Zukunft entwickelt.

Pluspunkte vom Yamamoto im Landhaus Ruckerlberg sind seit jeher die tolle Location, die gute Aussicht auf das Umland von Graz bis zum Schöckl vom Gastgarten und von den Innenräumen. Beim großen Kinderspielplatz können sich Kinder austoben.

Schöcklblick Landhaus Ruckerlberg
Aussicht mit Weitsicht – Schöcklblick.
Landhaus Ruckerlberg
Das Landhaus Ruckerlberg von Außen. 250 Personen finden in 8 verschiedenen Räumen im Innenbereich platz. Im Außenbereich gibt es bis zu 250 Sitzplätze.
Landhaus Ruckerlberg Kinderspielplatz
Der großzügig bemessene Kinderspielplatz.

Hinterlasse einen Kommentar

Bitte schreibe hier deinen Kommentar
Dein Name