In Geidorf hat die Polizei am Mittwochfrüh, 20. Mai 2026, einen 51-jährigen Mann festgenommen. Er steht im Verdacht, zwischen Dezember 2025 und Jänner 2026 mehrere Fahrräder und E-Bikes gestohlen zu haben.
Die Ermittlungen begannen nach einer Serie von Diebstählen am Gelände des LKH Graz. Zunächst fahndete die Polizei mit Lichtbildern nach einem unbekannten Täter. Der Mann soll zumindest drei Mal Schlösser von E-Bikes aufgebrochen und Fahrräder gestohlen haben. Der Schaden lag damals bei mehr als 10.000 Euro.
Ein entscheidender Hinweis kam aus Deutschland. Die Kriminalpolizeiinspektion Leipzig erkannte den Verdächtigen anhand der veröffentlichten Bilder wieder. Dabei kamen sogenannte „Super-Recognizer“ zum Einsatz, also speziell geschulte Ermittler mit besonders ausgeprägter Fähigkeit zur Wiedererkennung von Personen.
Nach weiteren Straftaten im April übernahm das Kriminalreferat Graz die Ermittlungen. Seit 18. Mai führte die Polizei tägliche Schwerpunktaktionen im Bereich des LKH Graz durch.
Am 20. Mai beobachteten Einsatzkräfte den Verdächtigen im Bereich der Fahrradständer. Laut Polizei dürfte er dort Fahrräder ausgekundschaftet haben. Die Beamten nahmen den 51-jährigen Polen fest und bestätigten seine Identität anhand mitgeführter Ausweise.
In seinem Rucksack stellten die Polizisten einen Eisenschneider sicher. Der Mann wird in die Justizanstalt Graz-Jakomini eingeliefert.
Die Ermittlungen laufen weiter. Die Polizei prüft auch mögliche Zusammenhänge mit Straftaten bei Krankenhäusern in anderen Bundesländern.
Super-Recognizer sind Menschen mit einer außergewöhnlich starken Fähigkeit, Gesichter wiederzuerkennen. Während viele Personen Gesichter nach kurzen Begegnungen rasch vergessen, können Super-Recognizer bestimmte Merkmale besonders präzise speichern und später wieder abrufen.
Die Polizei nutzt diese Fähigkeit bei Ermittlungen, etwa beim Abgleich von Fahndungsbildern, Videoaufnahmen oder Lichtbildern. Super-Recognizer ersetzen dabei keine technische Gesichtserkennung, sondern ergänzen sie.
Besonders hilfreich sind sie, wenn Bilder unscharf sind, Personen ihr Aussehen verändert haben oder Aufnahmen aus unübersichtlichen Situationen stammen. In Österreich testete das Bundeskriminalamt 2024 mehr als 900 Polizeibedienstete. 30 erfüllten die Kriterien eines Super-Recognizers.
Die Fähigkeit gilt nicht als gezielt trainierbar. Laut Forschung verarbeiten Super-Recognizer Gesichter anders und erfassen bereits in Sekundenbruchteilen besonders aussagekräftige Merkmale.























































