Start Graz Chronik Grazer Kanalschächte bekommen Schutzsystem gegen Tigermücken

Grazer Kanalschächte bekommen Schutzsystem gegen Tigermücken

Kanaldeckel gegen Tigermücken
vlnr Markus Red (Holding Graz / Wasserwirtschaft Kanalbetrieb) - Cliver Klintholm (Senior Engineer, ZikaSeal) - Lisa Gawes (Projekt Managerin, ZikaSeal) - Erwin Wieser (Gesundheitsamt Graz) - Christopher Krinner (Holding Graz / Wasserwirtschaft Kanalbetrieb Technik) Foto © Lisa Gawes

Die Stadt Graz testet eine neue Maßnahme im Kampf gegen die Asiatische Tigermücke. In einem festgelegten Testgebiet bauten das Gesundheitsamt und die Holding Graz diese Woche das ZikaSeal™-System in ausgewählte Regeneinläufe ein. Es soll verhindern, dass Tigermücken in Kanalschächte gelangen und dort Eier ablegen.

Das System funktioniert mit einem mechanischen Verschluss im Inneren der Schächte. Dieser bleibt im Normalbetrieb geschlossen. Nur bei starkem Regen öffnet er sich kurz, damit Wasser abfließen kann. Danach schließt sich der Zugang sofort wieder. Die Leiterin des Gesundheitsamtes, Eva Winter, vergleicht das Prinzip mit einer Herzklappe: „Das System öffnet sich nur, wenn Wasser tatsächlich abfließen muss, und verschließt den Zugang danach sofort wieder.“

Mit dem Pilotprojekt will die Stadt prüfen, ob die Technik unter Grazer Bedingungen langfristig funktioniert. Außerdem soll sich zeigen, ob sich dadurch der Aufwand für die bisher notwendige Einbringung von BTI in bestimmten Bereichen verringern lässt. BTI ist ein biologischer Wirkstoff, der gegen Mückenlarven eingesetzt wird.

Gesundheitsstadtrat Robert Krotzer spricht von einem weiteren Schritt in einem umfassenden Maßnahmenpaket. Zugleich betont er, dass die Mithilfe der Bevölkerung weiterhin entscheidend bleibt. Denn viele Brutstätten entstehen im privaten Bereich – etwa in Blumenuntersetzern, Gießkannen, Eimern oder anderen Wasseransammlungen.

Warum die Kanalschächte besonders im Fokus stehen, erklärt Tigermückenexperte Erwin Wieser vom Gesundheitsamt: „Kanalschächte bieten der Tigermücke ideale Bedingungen: stabile Temperaturen, Feuchtigkeit und Schutz. Genau dort setzen wir jetzt an. Wenn diese Brutstätten dauerhaft unzugänglich gemacht werden können, wäre das ein wichtiger Schritt hin zu einer nachhaltigeren Bekämpfung.“

Die Stadt Graz setzt bereits seit mehreren Jahren verschiedene Maßnahmen gegen die Ausbreitung der Asiatischen Tigermücke. Dazu zählen Monitoringprogramme, die Entfernung möglicher Brutstätten, Informationskampagnen, biologische Bekämpfung und internationale Forschungskooperationen.

Auch die Holding Graz ist in das neue Pilotprojekt eingebunden. Alice Loidl, Vorständin der Holding Graz, sieht darin eine Verbindung von Gesundheitsvorsorge und intelligenter Infrastruktur: „Mit der praktischen Umsetzung beginnen nun jene Tests, aus denen wichtige Erkenntnisse für mögliche weitere Schritte gewonnen werden können.“

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