Der Krieg zwischen Israel, den USA und dem Iran wirkt sich zunehmend auf die Energiemärkte aus. Während militärisch noch von einer kontrollierten Eskalation gesprochen wird, reagieren Ölpreis und Schifffahrt bereits spürbar. Für Autofahrer stellt sich daher die konkrete Frage: Steigen jetzt auch in die Spritpreise in Österreich?
Straße von Hormuz als Risikofaktor
Im Mittelpunkt steht die Straße von Hormuz. Durch diese Meerenge läuft rund ein Fünftel des weltweiten Öltransports. Zusätzlich transportieren Tanker große Mengen Flüssigerdgas, vor allem aus Katar.
Mehrere große Reedereien stoppten oder verschoben zuletzt ihre Fahrten durch die Region. Sicherheitswarnungen und militärische Spannungen erhöhen das Risiko für die Schifffahrt. Dadurch geraten nicht nur Öl-, sondern auch andere Lieferketten unter Druck.
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Ölpreis reagiert sofort
Die Märkte reagierten rasch. Der Preis für die Nordseesorte Brent zog deutlich an und näherte sich zeitweise der Marke von 100 US-Dollar pro Fass. Banken halten weitere Preissprünge für möglich, sollte sich die Lage verschärfen oder die Transportwege länger blockiert bleiben.
Steigt der Rohölpreis, folgen die Tankstellenpreise üblicherweise mit zeitlicher Verzögerung. Genau diesen Effekt beobachten viele nun aufmerksam.
Aktuelle Spritpreise in Graz
In Graz kostete Super 95 gestern Abend und heute früh zwischen 1,404 Euro und 1,463 Euro pro Liter. Diesel lag im selben Zeitraum zwischen 1,489 Euro und 1,503 Euro.
Diese Bandbreite zeigt zwar erste Schwankungen, allerdings erklären auch standortbedingte Preisunterschiede innerhalb von Graz einen Teil der Differenz. Faktoren wie Lage, Konkurrenzsituation und Zeitpunkt der Preisanpassung beeinflussen die konkreten Literpreise zusätzlich.
Wirtschaft warnt vor Unsicherheit
Ökonom Christoph Badelt, Präsident des Fiskalrats, rechnet zumindest kurzfristig mit steigenden Energiepreisen. Er verweist darauf, dass der Weltmarkt bereits auf mögliche Lieferausfälle reagiert. Eine längere Sperre der Straße von Hormuz würde nicht nur Öl, sondern auch Gaslieferungen betreffen.
Österreich könnte besonders betroffen sein, weil über diesen Seeweg auch Flüssigerdgas aus Katar transportiert wird. Ersatz zu organisieren kostet Zeit und Geld. Das erhöht den Preisdruck zusätzlich.
Badelt sieht derzeit zwar keine akute Gefährdung der österreichischen Gesamtwirtschaft. Allerdings könnten höhere Energiepreise die Inflation erneut antreiben und Investitionen bremsen.
Wie geht es weiter?
Kurzfristig entscheiden Dauer und Intensität des Konflikts über die Preisentwicklung. Bleiben die Störungen begrenzt, könnten sich die Märkte stabilisieren. Kommt es jedoch zu einer längerfristigen Blockade oder zu weiterer Eskalation, dürften auch die Spritpreise in Graz spürbar anziehen.
Für Autofahrer heißt das im Moment: genau auf die Preise an der Tankstelle schauen. Ob der Literpreis deutlich über die aktuelle Spanne hinausgeht, hängt weniger von lokalen Faktoren ab als von der geopolitischen Entwicklung im Nahen Osten.



















































