Die Bundesregierung reagiert auf die anhaltend hohen Energiepreise und bringt ein neues Maßnahmenpaket auf den Weg. Ziel ist es, die Belastung für Haushalte und Betriebe zu senken und gleichzeitig starke Preisschwankungen abzufedern.
Gerade im Bereich Mobilität steht viel auf dem Spiel. Denn steigende Spritpreise wirken sich direkt auf Pendler, Unternehmen und den Alltag vieler Menschen aus.
Was sich für dich ändert
- Benzin und Diesel könnten günstiger werden
- Entlastung von bis zu 10 Cent pro Liter möglich
- Maßnahmen gelten nur bei starken Preisanstiegen
- System bleibt flexibel und zeitlich begrenzt
Steuerentlastung als erster Schritt
Ein zentrales Element ist die Senkung der Mineralölsteuer. Dadurch sollen die Preise für Benzin und Diesel um rund 5 Cent pro Liter sinken.
Zusätzlich erwartet die Regierung weitere Effekte entlang der Preisbildung. Insgesamt könnte sich dadurch eine Entlastung von etwa 10 Cent pro Liter ergeben.
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Die Idee dahinter: Wenn Energiepreise steigen, nimmt der Staat automatisch mehr Steuern ein. Diese zusätzlichen Einnahmen sollen nun direkt an die Bevölkerung zurückfließen.
Wann die Maßnahmen greifen
- Wenn Spritpreise stark steigen
- Konkret: mehr als 30 Prozent in zwei Monaten
- Grundlage: offizielle Marktdaten (Öl-Bulletin)
- Eingriffe erfolgen nur in solchen Ausnahmesituationen
Eingriffe in Margen bei Preissprüngen vorgesehen
Ein besonders wichtiger Teil des Pakets betrifft die Preisbildung selbst.
Die Regierung schafft die Möglichkeit, bei starken Preisanstiegen in Margen einzugreifen. Das bedeutet: Gewinne entlang der gesamten Treibstoffkette können vorübergehend begrenzt werden.
Betroffen sind unter anderem:
- Raffinerien
- Großhandel
- Tankstellen
Damit soll verhindert werden, dass einzelne Unternehmen übermäßig von Krisensituationen profitieren. Gleichzeitig will die Regierung sicherstellen, dass die Versorgung stabil bleibt.
Vizekanzler Andreas Babler betont dazu: „Wir greifen in den Markt ein.“
So funktionieren die Margen-Eingriffe
- Margen können zeitweise eingefroren werden
- Anstiege gegenüber dem Vorkrisenniveau werden begrenzt
- Maßnahmen gelten jeweils für einen Monat
- Verlängerung ist möglich
Klare Befristung und flexible Anwendung
Die gesetzlichen Änderungen sollen bis spätestens Anfang April 2026 in Kraft treten und bis Ende des Jahres gelten.
Die konkreten Maßnahmen werden monatlich verordnet. Dadurch will die Regierung schnell auf neue Entwicklungen reagieren können. Gleichzeitig lassen sich Eingriffe auch wieder aussetzen, falls die Versorgung gefährdet ist.
Bundeskanzler Christian Stocker stellt klar: „Der Staat darf nicht zum Krisenprofiteur werden.“
Auch Außenministerin Beate Meinl-Reisinger verweist auf die internationale Lage. Globale Krisen hätten direkte Auswirkungen auf Österreich, daher brauche es gezielte Gegenmaßnahmen.
Was das für Autofahrer bedeutet
Für dich als Autofahrer heißt das vor allem: Die Preise könnten kurzfristig sinken, bleiben aber weiterhin von internationalen Entwicklungen abhängig.
Neu ist vor allem der Ansatz der Regierung. Sie will nicht nur entlasten, sondern auch aktiv eingreifen, wenn Preise stark steigen. Besonders die vorgesehenen Eingriffe in Margen könnten künftig eine wichtige Rolle spielen.
Gemischte Reaktionen auf geplante Spritpreis-Maßnahmen
Der ÖAMTC bewertet die geplante Entlastung in einer Aussendung zurückhaltend. Zwar sei es positiv, dass die Regierung auf die Preisentwicklung reagiert, allerdings falle die Wirkung aus Sicht des Clubs zu gering aus. Verkehrsexperte Martin Grasslober spricht von keiner entscheidenden Verbesserung und hält die angekündigten rund zehn Cent pro Liter für unzureichend.
Deutlich wohlwollender äußert sich der ARBÖ. Präsident Peter Rezar sieht in den Maßnahmen einen wichtigen Schritt gegen die Teuerung und eine spürbare Entlastung für Autofahrer. Gleichzeitig räumt auch er ein, dass die Wirkung hinter weitergehenden Forderungen zurückbleibt. Dennoch sei das Paket unter den aktuellen Rahmenbedingungen besser als keine Maßnahme.
Kritik kommt von den Grünen. Klubobfrau Leonore Gewessler fordert gezieltere Eingriffe bei den Gewinnen der Ölkonzerne. Ihrer Einschätzung nach bleiben zentrale Fragen offen, insbesondere wie stark Margen tatsächlich begrenzt werden. Zudem verweist sie auf Rückschritte bei klimafreundlicher Mobilität, die die Abhängigkeit von fossilen Energien weiter verstärken könnten.
Auch aus der Wirtschaft gibt es Zustimmung mit Einschränkungen. Vertreter der Wirtschaftskammer betonen die Bedeutung niedriger Treibstoffpreise für Betriebe, insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen. Spartenvertreter Manfred Denk sieht in der Steuersenkung einen wichtigen Schritt. Gleichzeitig fordert die Branche rasche Umsetzung und gegebenenfalls weitere Maßnahmen. Im Transportsektor verweist Alexander Klacska auf den hohen Kostenanteil von Treibstoff und spricht von einem längst überfälligen ersten Schritt, dem weitere folgen müssten.
Unterstützung kommt vom Österreichischen Gewerkschaftsbund. Für Helene Schuberth stellt insbesondere die vorgesehene Möglichkeit zur Begrenzung von Margen einen wichtigen Eingriff dar. Dieser könne dazu beitragen, übermäßige Preissprünge einzudämmen und die Belastung für Arbeitnehmer zu reduzieren. Gleichzeitig sieht auch der ÖGB weiteren Handlungsbedarf, um die Lebenshaltungskosten insgesamt zu stabilisieren.























































