Start Graz Chronik Heftige Unwetter in Graz: GrazerInnen aufgefordert das Freie zu meiden

Heftige Unwetter in Graz: GrazerInnen aufgefordert das Freie zu meiden

Regenrekord für Juli: Innerhalb weniger Stunden regnete es bei der Messstelle Universität über 110 Liter pro Quadratmeter. In Andritz noch mehr.

Unwetter entwurzelte Bäume in Graz

Der Grazer Stadtraum war am 30. Juli starken Unwettern ausgesetzt. Besonders der Norden war von starken Niederschlägen betroffen, was zu großen Wassermengen im Freien führte. Grazerinnen und Grazer wurden darum dringend aufgefordert:

  • Unnötige Autofahrten zu vermeiden
  • Das Haus nicht zu verlassen
  • Den Keller und Spannungsquellen zu meiden
  • Die Gegend um den Gabriachbach sowie das Freie im Grazer Norden zu meiden

Die Einsatzkräfte arbeiteten auf Hochtouren, um die Situation bestmöglich zu bewältigen.

Wir werden heute den ganzen Tag im Einsatz sein. Rund 300 offene Einsatzstellen gilt es zu bearbeiten. Ab den Abendstunden steigt im Stadtgebiet wieder das Potential für Gewitter mit Starkregen und Hagel laut Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik. Für heute stehen uns im Falle von Unwetter Kräfte der steirischen Feuerwehren zur Verfügung. Diese Präventivmaßnahme wurde bereits mit dem Landesfeuerwehrverband vereinbart. Wir bitten die Grazer Bevölkerung weiterhin sehr vorsichtig zu sein!

so Branddirektor-Stellvertreter Heimo Krajnz.

Unwetter Graz Feuerwehr Einsatz
Foto: BFG

Baum stürzte auf Haus

Gegen 18 Uhr wurde ein Baum im Innenhof eines Mehrparteienhauses durch starkes Unwetter umgerissen und stürzte gegen das Mehrparteienhaus. Dadurch wurde das Dach, die Gebäudefront, drei Balkone sowie mehrere Fenster beschädigt. Teile des Blechdaches stürzten außen auf die Fahrbahn und weitere Teile des Daches drohten herabzustürzen.

Die Floßlendstraße musste aufgrund der sich weiter verschlechternden Wetterlage und des Sicherungseinsatzes der Stadtfeuerwehr Graz, die mit einem Fahrzeug und vier Kräften im Einsatz war, vorübergehend gesperrt werden. Die Sperre konnte um 20:10 Uhr wieder aufgehoben werden.

Rückhaltebecken schützten Graz vor weiterem Schaden

Sämtliche Rückhaltebecken im Grazer Stadtraum sind funktionstüchtig und haben uns vor größeren Schäden im Stadtgebiet bewahrt. Die Rückhaltebecken im Grazer Stadtraum wurden vollständig von Verklausungen befreit und gereinigt, um bei möglichen weiteren Niederschlägen genauso gut standzuhalten wie gestern Abend. Derzeit ist die Baubezirksleitung Graz-Umgebung für weitere Zustandserhebungen unterwegs.

Die Grazerinnen und Grazer werden gebeten, trotz schönem Wetter achtsam zu bleiben. Es kann weiterhin zu Hangrutschungen kommen. Wir bitten daher konkret:

  • Nicht zwingend notwendige Aufenthalte im Freien vermeiden.
  • Vorsicht beim Autofahren: Es sind noch nicht alle Straßen geräumt. Achten Sie auf freiliegende Kabel, umgestürzte Bäume und offene Kanaldeckel.
  • Meiden Sie Unterführungen und stellen Sie ihr Auto aus der Tiefgarage!
  • Beachten Sie die Unwetterwarnungen für den heutigen Nachmittag und Abend!

Auswirkungen auf den öffentlichen Verkehr

Die Unwetter hatten auch auf das Streckennetz der Graz Linien und andere Einrichtungen der Holding Graz massive Auswirkungen. Bereits am Nachmittag stürzten Äste auf die Oberleitung der Linien 3 und 5, abends kam es zu zahlreichen Überflutungen in Unterführungen wie bei der Maut Andritz und einzelnen Streckenabschnitten. So konnten die Endstationen in Stattegg und bei der Wirtschaftskammer nicht angefahren werden, umgestürzte Bäume und herabgestürzte Äste sorgten u. a. im Bereich Andritz für Umleitungen sowie Störungen. Zu Schaden kam auch der Schloßberglift, der bis auf weiteres gesperrt bleibt. Hier läuft noch eine genaue Schadensanalyse.

Über 50 MitarbeiterInnen der Holding Graz waren am 31. Juli seit 6 Uhr im Einsatz, um die Straßen von Schotter zu befreien und die Ausschwemmungen des Banketts zu beheben. Derzeit sind alle Straßen wieder befahrbar.

Unwetterbedingt vermehrt lokale Stromausfälle

Besonders in den Bereichen Innere Stadt und Geidorf kam es gestern vermehrt zu Stromausfällen. 40 Trafostationen waren betroffen, was dazu führte, dass 50.000 KundInnen zeitweise ohne Strom waren. An der Behebung der unwetterbedingten lokalen Versorgungsunterbrechung arbeiten die Energieversorgungsunternehmen mit Hochdruck.

Foto: © Sicherheitsmanagement Graz

1 KOMMENTAR

  1. Und wie erfolgte die am Anfang des Artikels angeführte „Information der Bevölkerung“ zu Hause zu bleiben etc.?

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