Start Graz Chronik Elke Kahr spricht offen über die Stadion-Debatte

Elke Kahr spricht offen über die Stadion-Debatte

Die Grazer Stadionfrage bleibt weiter ein politisch und sportlich brisantes Thema. Im Pressegespräch am 11. Mai 2026 im steirischen Presseclub hat Bürgermeisterin Elke Kahr Einblicke in den aktuellen Stand gegeben und erklärt, warum aus ihrer Sicht noch mehrere Punkte geklärt werden müssen, bevor eine tragfähige Entscheidung fallen kann. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht nur Bau- oder Sanierungskosten, sondern auch der laufende Betrieb, der Pachtzins und die Abstimmung zwischen Stadt, Land und Vereinen.

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Aus Sicht von Kahr braucht es vor allem belastbare Zahlen. Sie verweist im Gespräch darauf, dass die beteiligten Vereine SK Sturm und GAK gemeinsam mit der Stadt prüfen müssen, welche finanziellen Folgen ein verbessertes Stadion langfristig hätte. Dazu sagt sie: „Aber zuerst muss selbstverständlich die beiden Vereine zusammen mit einem Vertreter der Stadt diese Kosten […] durchrechnen“.

Damit rückt Kahr das Betriebskonzept in den Mittelpunkt. Dieses soll klären, wie ein saniertes oder erweitertes Stadion künftig geführt werden kann und welche laufenden Kosten auf die Beteiligten zukommen. Aus ihrer Sicht reicht es nicht, nur über Baukosten zu sprechen. Entscheidend sei, ob sich das Modell auch in den kommenden Jahren für Stadt und Vereine tragen lässt.

Zahlen die Vereine genug fürs Stadion?

Ein zentraler Knackpunkt bleibt der Pachtzins. Kahr spricht diesen Punkt im Pressegespräch ausdrücklich an und sagt: „Die Pachtzins […] kann nicht so bleiben wie es ist.“ Genau diese Frage entscheidet wesentlich darüber mit, ob ein mögliches Stadionmodell für alle Seiten funktioniert.

Auch die Kommunikation zwischen den Beteiligten spielt eine wichtige Rolle. Kahr betont, dass Stadt, Land und Vereine gemeinsam an Lösungen arbeiten müssen. Besonders das Land bleibt aus ihrer Sicht ein wichtiger Faktor, weil es Unterstützung für eine Ausweitung signalisiert habe. Sie formuliert dazu: „(…) dazu braucht man aber die Vereine und auch natürlich und Vertreter des Landes, wenn man über Zahlen reden muss.“

Trotz aller Vorsicht stellt Bürgermeisterin Kahr die Unterstützung für den Grazer Fußball nicht infrage. Sie verweist auf bestehende und geplante Investitionen in den Sport, etwa in Trainingsmöglichkeiten, Nachwuchs und Frauenfußball. Gleichzeitig macht sie deutlich, dass die Stadt bei großen Projekten Verantwortung gegenüber den Grazer:innen trägt. Sie warnt sinngemäß vor finanziellen Risiken und sagt, die Politik müsse sich „schützen vor Fahrlässigkeit“.

Für Kahr gehe es daher nicht um ein Ja oder Nein zum Fußball, sondern um eine belastbare Grundlage für die nächste Entscheidung. Eine Lösung müsse sportlich sinnvoll, wirtschaftlich tragfähig und politisch verantwortbar sein. Erst wenn Kosten, Betrieb, Pachtzins und Zuständigkeiten geklärt sind, könne die Stadionfrage seriös weitergeführt werden.

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