Am 28. Juni 2026 entscheidet Graz über die politische Zukunft der Stadt. Bürgermeisterin Elke Kahr hat den Termin für die Wahl des Gemeinderates offiziell festgelegt. Gleichzeitig wählen die Grazerinnen und Grazer die Bezirksvertretungen sowie den Migrantinnen- und Migrantenbeirat neu.
Wahltermin innerhalb gesetzlicher Frist
Das Statut der Stadt Graz sieht vor, dass die 48 Mitglieder des Gemeinderates für fünf Jahre gewählt werden. Die Bürgermeisterin legt den Termin innerhalb eines klar definierten Zeitfensters fest. Dieses reicht von 10. Mai bis 22. November 2026. Mit dem 28. Juni liegt der Wahltag somit im ersten Teil dieser möglichen Periode.
Elke Kahr betonte, dass die laufende Funktionsperiode regulär abgeschlossen werden soll. Gleichzeitig will sie einen nahtlosen Übergang sicherstellen. Der frühe Sommertermin ermögliche es, die neue Amtsperiode organisatorisch vorzubereiten. Dadurch könne der neu gewählte Gemeinderat nach dem Sommer ohne Verzögerung starten.
Besonders wichtig sei dieser Zeitplan mit Blick auf das auslaufende Doppelbudget. Die Stadt müsse bis Jahresende die mittelfristige Finanzplanung erarbeiten. Eine rechtzeitig handlungsfähige Stadtregierung schaffe Planungssicherheit für Magistratsabteilungen, städtische Beteiligungen und externe Partner.
NEOS sehen Reformbedarf
Auch die Oppositionsparteien reagieren auf den fixierten Wahltermin. Für die Grazer NEOS ist der 28. Juni eine Gelegenheit für politische Veränderungen. Fraktionsvorsitzender Philipp Pointner spricht von einer Chance für strukturelle Reformen.
Er kritisiert, dass zahlreiche Projekte angekündigt, jedoch nicht umgesetzt worden seien. Zudem verweist er auf die steigende Verschuldung der Stadt. Nach Einschätzung der NEOS überschreitet Graz heuer die Marke von zwei Milliarden Euro an Schulden. Die nächste Stadtregierung müsse daher klare Prioritäten setzen und verantwortungsvoll mit Steuergeld umgehen.
FPÖ will „linke Stadtführung“ ablösen
Auch die FPÖ hat ihren Wahlkampf bereits eingeläutet. Bürgermeisterkandidat Alexandra Apfelknab formuliert das Ziel, die derzeitige Koalition aus KPÖ, Grünen und SPÖ abzulösen.
Die Freiheitlichen kritisieren insbesondere die Verkehrs- und Standortpolitik sowie den Umgang mit dem Stadtbudget. Zudem fordern sie eine stärkere Fokussierung auf wirtschaftliche Entwicklung und eine restriktivere Migrationspolitik. Für den Wahltermin sieht sich die Partei organisatorisch gut vorbereitet.
ÖVP fordert Kurswechsel
Die Grazer ÖVP positioniert sich klar. Stadtparteiobmann Kurt Hohensinner spricht von wachsender Unzufriedenheit in der Bevölkerung. Aus seiner Sicht habe die aktuelle Stadtkoalition bestehende Probleme nicht gelöst und zusätzliche Herausforderungen geschaffen.
Die ÖVP kündigt an, Anliegen aus der Bevölkerung stärker aufzugreifen und neue politische Impulse zu setzen. Graz brauche neue Ideen und eine strategische Neuausrichtung.
Wahlkampf nimmt Fahrt in Graz auf
Mit der Festlegung des Termins beginnt nun offiziell die heiße Phase des Wahlkampfs. Während Bürgermeisterin Elke Kahr auf Kontinuität und geordnete Übergänge setzt, fordern mehrere Oppositionsparteien einen politischen Neustart.






















































