Die geopolitische Eskalation rund um den Iran beschäftigt nun auch die Stadt Graz. Finanzstadtrat Manfred Eber hat die Finanzdirektion damit beauftragt, zusätzliche Maßnahmen zur Sicherung der Liquidität auszuarbeiten. Damit reagiert die Stadt auf mögliche wirtschaftliche Folgen eines länger andauernden Konflikts im Nahen Osten.
Die geplanten Schritte sollen über jene Maßnahmen hinausgehen, die bereits im aktuellen Strategiebericht vorgesehen sind.
Sorge vor steigenden Energiepreisen
Auslöser sind die jüngsten militärischen Entwicklungen im Konflikt rund um den Iran. Sollte sich der Krieg ausweiten, könnten insbesondere Öl- und Gaspreise deutlich steigen. Ein zentraler Risikofaktor ist dabei die Straße von Hormus. Über diese wichtige Route wird ein erheblicher Teil der weltweiten Energierohstoffe transportiert.
Steigende Energiepreise würden auch Städte und Gemeinden direkt treffen. Für kommunale Haushalte könnten dadurch zusätzliche Kosten entstehen.
Die Stadt Graz möchte deshalb frühzeitig vorsorgen. Die Finanzdirektion soll Instrumente entwickeln, mit denen die Stadt bei starken Preisschwankungen rasch reagieren kann.
Manfred Eber erklärt dazu:
„Kriege und militärische Eskalationen wirken sich unmittelbar auf die kommunalen Haushalte aus. Daher ist es mir wichtig, dass wir vorausschauend handeln und lassen vorsorglich Instrumente zur Liquiditätssicherung ausarbeiten. Es geht darum, für mögliche Verwerfungen auf den Energiemärkten gewappnet zu sein und die Handlungsfähigkeit der Stadt jederzeit sicherzustellen.“
Energieprojekte sollen Abhängigkeit reduzieren
Gleichzeitig sieht die Stadt die aktuelle Lage als Bestätigung für ihre langfristige Energiepolitik. Mehrere Projekte sollen Graz unabhängiger vom internationalen Energiemarkt machen.
Dazu gehört etwa das Energiewerk Graz (EWG) sowie die geplante energetische Klärschlammverwertung (EKV). Gemeinsam sollen diese Anlagen künftig rund 20 Prozent der Grazer Fernwärme liefern. Zusätzlich ist Strom für etwa 15.000 Haushalte vorgesehen.
Ein weiterer Baustein ist der PV-Masterplan der Energie Graz. Ziel ist es, künftig rund ein Drittel des Stromverbrauchs im Haus Graz selbst zu produzieren.
Manfred Eber betont dazu:
„Diese militärische Eskalation zeigt einmal mehr: Jeder Schritt in Richtung Energieautarkie ist auch ein Schritt zu mehr Stabilität für unsere Stadt. Unsere Investitionen sind nicht nur klimapolitisch richtig, sondern auch ökonomisch vorausschauend.“
Mit diesen Projekten will Graz langfristig unabhängiger von internationalen Energiemärkten werden und gleichzeitig mehr Preisstabilität für die Bevölkerung erreichen.






















































