Rund 100 Einsatzkräfte haben am Dienstag in Graz den Ernstfall geprobt. Bei einer groß angelegten Übung simulierten Feuerwehr, Bergrettung, Bundesheer und weitere Organisationen einen Waldbrand am Buchkogel – inklusive vermisster Personen und Helikoptereinsatz.
Organisiert wurde die Übung vom Sicherheitsmanagement der Stadt Graz. Ziel war es, die Zusammenarbeit der Einsatzkräfte zu testen und bestehende Abläufe unter realistischen Bedingungen weiterzuentwickeln.
Anspruchsvolles Szenario mit mehreren Einsatzlagen
Ausgangspunkt war ein simulierter Notruf: Ein Spaziergänger meldete Rauchentwicklung, konnte den Brandort jedoch nicht genau eingrenzen. Die Einsatzkräfte mussten daher zunächst die Lage erkunden, Zufahrtswege klären und den Löscheinsatz koordinieren.
Parallel dazu entwickelte sich die Lage weiter. Laut Übungsannahme galt der Melder selbst kurze Zeit später als vermisst. Feuerwehr und Bergrettung starteten daraufhin eine Suchaktion im unwegsamen Gelände.
Im weiteren Verlauf wurde eine zweite Person als abgängig gemeldet – auch sie musste von den Einsatzkräften lokalisiert werden.
Bundesheer Hubschrauber AW169 im Fokus der Übung
Zeitgleich trainierten rund 40 Flughelfer in der Gablenz-Kaserne den Umgang mit dem Militärhubschrauber AW169 „Lion“, der erstmals für einen Assistenz-Einsatz nach Graz kam.
Im Mittelpunkt standen dabei der sichere Umgang mit dem Hubschrauber, Kommunikationsabläufe sowie Bergungen mittels Seilwinde. Die Übung zeigte deutlich, wie entscheidend die Abstimmung zwischen Luft- und Bodeneinheiten bei Waldbränden ist.
Löscheinsatz aus der Luft geprobt
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Brandbekämpfung aus der Luft. Dabei kam ein sogenannter Bambi-Bucket zum Einsatz – ein Löschwasserbehälter mit einem Fassungsvermögen von rund 1.000 Litern.
Der Behälter wurde am Hubschrauber befestigt, befüllt und über dem Rückhaltebecken Bründlbach unterhalb vom Schloss Sankt Martin wieder entleert. Solche Systeme kommen vor allem dort zum Einsatz, wo Löschfahrzeuge nicht mehr vordringen können.
Politik zeigt sich zufrieden
Auch die Stadtpolitik verfolgte die Übung vor Ort. Manfred Eber, der die Bürgermeisterin vertrat, bedankte sich nach einem Rundflug mit dem „neuen“ Bundesheer Hubschrauber bei den Einsatzkräften: „Vielen Dank für diese wichtige Übung, sie machen der Stadtregierung damit große Freude. Danke auch, dass ihr ein gutes Auge auf die Sicherheit in unserer Stadt habt!“
Hintergrund: Waldbrandgefahr steigt
Die Übung kommt nicht zufällig. Zunehmende Trockenperioden erhöhen auch in Graz das Risiko für Waldbrände. Gerade stadteigene Waldflächen stehen daher verstärkt im Fokus der Einsatzplanung.
Solche Großübungen sind Teil des Katastrophenschutzplans der Stadt. Sie sollen dabei helfen, Abläufe zu überprüfen, Schwachstellen zu erkennen und die Einsatzbereitschaft für den Ernstfall zu verbessern.
Fazit der Übung
Am Nachmittag endete die Übung mit einer gemeinsamen Abschlussbesprechung. Die gewonnenen Erkenntnisse werden nun ausgewertet und sollen in zukünftige Einsatzkonzepte einfließen.
An der Übung nahmen unter anderem teil:
- Berufsfeuerwehr Graz
- Freiwillige Feuerwehr Graz
- Österreichischer Bergrettungsdienst
- Österreichisches Bundesheer
- Rotes Kreuz Graz-Stadt
- Landesstellen für Katastrophenschutz und Forstwesen
- Stadtpolizei Graz sowie weitere städtische Abteilungen























































