Im Zweiten Weltkrieg war der Geleitzug ein bewährtes Mittel: Frachtschiffe wurden von der amerikanischen Küste bis nach England unter militärischem Schutz durch den Atlantik gebracht. Doch was damals funktionierte – ließe sich ein solches Konzept auf die heutige Lage in der Straße von Hormus übertragen? Oberst Wasinger gibt im Interview eine differenzierte Einschätzung:
Eine der engsten Meerengen der Welt
Die Straße von Hormus verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und ist eine der strategisch wichtigsten Wasserstraßen der Welt. An ihrer engsten Stelle misst sie zwar etwas mehr als 30 Kilometer – doch die gesamte Breite steht dem Schiffsverkehr nicht frei zur Verfügung. Tatsächlich gibt es fest definierte Korridore: jeweils einen drei Kilometer breiten Einfahrts- und Ausfahrtsstreifen, getrennt durch einen weiteren drei Kilometer breiten Sicherheitsstreifen. Das bedeutet, dass jeder Verband – zivil wie militärisch – durch extrem enge, klar vorgezeichnete Fahrwasser navigieren muss.
Militärische Fähigkeiten der USA reichen grundsätzlich aus
Grundsätzlich, so Wasinger, verfügen die Vereinigten Staaten über erhebliche Kapazitäten in dieser Region. Die US Navy wäre prinzipiell in der Lage, Konvois durch die Meerenge zu eskortieren – ähnlich wie einst im Atlantik. Das militärische Mittel an sich ist also vorhanden.
Die Risiken sind erheblich
Doch die besonderen Bedingungen in der Straße von Hormus machen einen solchen Einsatz zum Hochrisikoszenario. Laut aktuellem Kenntnisstand und übereinstimmenden Medienberichten verfügen die iranischen Streitkräfte weiterhin über die Fähigkeit, in diesem Bereich Seeminen zu verlegen. Hinzu kommt die Bedrohung durch ballistische Raketen, Marschflugkörper und Drohnen – allesamt Waffensysteme, mit denen der Iran Schiffe in der engen Passage unter Feuer nehmen könnte.
Ein militärischer Verband, der in diesen Streifen einfahren würde, bewegt sich damit in einem Gebiet, das sowohl von oben als auch unter der Wasseroberfläche bedroht werden kann – und das auf engstem Raum, ohne großen Ausweichspielraum.
Militärische und politische Abwägung entscheidend
Wasinger bringt es auf den Punkt: Ein Konvoischutz durch die US Navy wäre zwar vielleicht möglich – aber mit hohen Risiken verbunden. Letztlich stellt sich dabei nicht nur die militärische, sondern vor allem die politische Frage: Ist ein solcher Einsatz für die Vereinigten Staaten tatsächlich vertretbar?
























































