Start Freizeit & Lifestyle Was beim Aufsteirern anziehen? Tracht ist kein Muss

Was beim Aufsteirern anziehen? Tracht ist kein Muss

Aufsteirern Kleidung

Wer am Aufsteirern-Wochenende durch die Grazer Innenstadt geht, sieht schnell: Tracht gehört einfach dazu. Dirndl, Lederhosen, Janker, Steirerhüte und Trachtenwesten prägen an diesen beiden Tagen das Stadtbild wie sonst kaum einmal im Jahr.

Gerade wenn Du zum ersten Mal beim Aufsteirern dabei bist und weder Dirndl noch Lederhose besitzt, stellt sich deshalb schnell die Frage: Muss man zum Aufsteirern eigentlich Tracht anziehen?

Die klare Antwort lautet: Nein, beim Aufsteirern gibt es keine Trachtpflicht.

Du kannst genauso mit Hemd und Jeans, Bluse und Rock oder in ganz normaler Freizeitkleidung kommen. Tracht passt hervorragend zum Fest, sie ist aber keine Eintrittskarte.

Tracht gehört zum Aufsteirern, aber nicht jeder braucht eine

Aufsteirern Trachten

Für viele Grazerinnen und Grazer ist das Aufsteirern eine der Gelegenheiten im Jahr, bei denen Dirndl und Lederhose wieder aus dem Schrank kommen. Dazu gesellen sich traditionelle steirische Trachten, modernere Interpretationen, alte Familienerbstücke und Outfits, die lediglich einzelne Trachtenelemente aufnehmen.

Gerade diese Mischung macht das Straßenbild interessant.

Neben Besuchern in aufwendig gearbeiteten Trachten stehen Studenten im Hemd, Familien in Alltagskleidung und Menschen, die spontan in die Innenstadt gekommen sind. Niemand muss sich deshalb eine Lederhose kaufen, nur um am Hauptplatz ein Bier zu trinken oder sich eine Musikgruppe anzusehen.

Keine Tracht? Ein gutes Hemd reicht völlig

Wenn Du keine Tracht besitzt, würden wir daraus kein großes Projekt machen.

Für Männer funktioniert ein Hemd mit Jeans oder Chino sehr gut. Besonders angenehm sind Baumwolle und Leinen, wenn es tagsüber warm wird. Wer es etwas trachtiger möchte, kann ein Stehkragenhemd oder eine Weste dazu kombinieren.

Bei Frauen passen Bluse, Rock, Kleid oder Jeans genauso gut. Schon eine Strickjacke, ein Janker oder ein kleines Trachtenaccessoire kann dem Outfit einen regionaleren Charakter geben.

Vor allem gilt: Lieber ein gutes normales Outfit als eine schlechte Trachtenverkleidung.

Das Dirndl gehört in Graz einfach dazu

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Beim Aufsteirern ist das Dirndl wahrscheinlich das auffälligste Kleidungsstück überhaupt. Von traditionellen steirischen Modellen bis zu modernen Varianten sieht man praktisch alles.

Ein klassisches Dirndl besteht aus Kleid, Bluse und Schürze. Doch gerade bei hochwertiger Tracht liegt der Reiz in den Details: Stoff, Schnitt, Knöpfe, Borten, Schürze und Verarbeitung entscheiden darüber, ob das Kleid nach langlebiger Tracht oder nach kurzfristiger Volksfestmode aussieht.

Für warme Tage eignen sich besonders leichte Baumwoll- oder Leinendirndl. Darin lässt es sich in der dicht gefüllten Innenstadt wesentlich angenehmer aushalten als in schweren oder stark synthetischen Stoffen.

Auch die Länge spielt eine Rolle. Ein Dirndl muss keineswegs bodenlang sein. Knieumspielende und mittellange Modelle sind praktisch, wirken klassisch und machen auch mehrere Stunden zwischen Hauptplatz, Herrengasse und Karmeliterplatz problemlos mit.

Wird es später kühler, passen Strickjacke, Janker oder Spenzer dazu.

Kein Dirndl im Schrank? Muss auch keines hinein

Nicht jede Frau, die zum Aufsteirern geht, braucht ein Dirndl.

Ein Rock mit einer schönen Bluse kann ebenso passend wirken. Auch ein schlichtes Kleid funktioniert gut. Wer bereits einen Janker oder eine Trachtenstrickjacke besitzt, kann diese mit normaler Kleidung kombinieren.

So entsteht ein Outfit, das zum Fest passt, ohne dass dafür eine komplette Tracht gekauft werden muss.

Wer das Dirndl einmal ausprobieren möchte, kann sich außerdem eines ausborgen oder nach einem guten gebrauchten Modell suchen. Gerade bei Tracht lohnt sich Secondhand häufig besonders.

Herkunft spielt bei Tracht sehr wohl eine Rolle

Schöne Dirndl in der Stadt

Bei Tracht geht es nicht nur darum, wie etwas aussieht. Wo und wie ein Kleidungsstück hergestellt wurde, gehört für uns durchaus dazu.

Gerade das Aufsteirern feiert steirische Kultur, Handwerk und regionale Identität. Deshalb passt ein in der Steiermark oder zumindest in Österreich gefertigtes Dirndl für uns besser zu diesem Gedanken als ein anonym produziertes Billigkleid, das tausende Kilometer entfernt als kurzfristiger Modeartikel hergestellt wurde.

Regionale Fertigung hat außerdem einen ganz praktischen Wert: Wertschöpfung bleibt eher in der Region, handwerkliches Wissen wird erhalten und die Herkunft lässt sich häufig besser nachvollziehen.

Natürlich wird nicht jedes hochwertige Kleidungsstück vollständig in Österreich hergestellt und nicht jedes Produkt aus Asien ist automatisch schlecht. Aber Herkunft darf gerade bei Tracht ein Kaufargument sein.

Wer mehrere hundert Euro für ein Dirndl oder eine Lederhose ausgibt, sollte ruhig fragen: Wo wurde es genäht? Woher kommt das Material? Wer hat es hergestellt?

Was wir von „Plastik-Chinatrachten“ halten

Rund um große Volksfeste tauchen regelmäßig extrem günstige Dirndl- und Lederhosen-Sets auf. Im Alltag ist dafür schnell der wenig schmeichelhafte Begriff „Plastik-Chinatrachten“ zu hören.

Ganz aus der Luft gegriffen ist die Kritik dahinter nicht.

Wenn ein Dirndl hauptsächlich aus billigem Polyester besteht, die Schürze schon beim Angreifen künstlich wirkt und die Verarbeitung auf wenige Einsätze ausgelegt ist, passt das für uns nur schwer zu einem Fest, das Handwerk und Tradition in den Mittelpunkt stellt.

Und ja: Auch das Herstellungsland darf bei dieser Entscheidung eine Rolle spielen. Wer regionale Volkskultur feiern möchte, kann bewusst Betriebe aus der Steiermark, aus Österreich oder aus dem näheren europäischen Raum bevorzugen.

Das bedeutet nicht, dass jedes in China produzierte Kleidungsstück minderwertig wäre. Aber ein billiges Massenprodukt wird nicht allein dadurch zur Tracht, dass es wie ein Dirndl aussieht.

Bevor wir für einen einzigen Samstag irgendein Billigset bestellen, würden wir jedenfalls mit Hemd und Jeans oder Bluse und Rock zum Aufsteirern gehen.

Die Schmiedgasse zeigt eine andere Seite der Tracht

Wer sehen möchte, was Tracht abseits solcher Massenware sein kann, sollte beim Aufsteirern durch die Trachtenmeile in der Schmiedgasse gehen.

Dort stehen unter anderem maßgefertigte Dirndl, Hüte, Lederhosen und Accessoires im Mittelpunkt. Gleichzeitig bekommt man einen Eindruck davon, wie viel Arbeit in Schnitt, Material und Verarbeitung eines guten Trachtenstücks stecken kann.

Auch wenn Du selbst gar keine Tracht kaufen möchtest, lohnt sich das Anschauen.

Alte Tracht wirkt oft besser als neue Massenware

Besonders schön finden wir Stücke, die schon eine Geschichte haben.

Ein Dirndl von der Mutter oder Großmutter, ein Janker aus der Familie oder eine alte Lederhose vom Vater oder Onkel wirken viel spannender als ein nagelneues Komplettoutfit.

Ein älteres Dirndl lässt sich beispielsweise mit einer neuen Schürze, einer anderen Bluse oder einer modernen Strickjacke wieder völlig anders tragen.

Bei Leder darf man das Alter ohnehin sehen. Eine gute Lederhose bekommt mit den Jahren eine Patina, die sich industriell nur schwer nachahmen lässt.

Auch deshalb passt Secondhand-Tracht hervorragend zum Aufsteirern.

Die Lederhose ist der Aufsteirern-Allrounder

Lederhose beim Aufsteirern

Bei Männern bleibt die Lederhose mit Hemd der Klassiker.

An warmen Tagen reicht ein leichtes Baumwoll- oder Leinenhemd dazu. Wenn es am Abend kühler wird, kommen Stutzen, Weste oder Janker dazu.

Außerdem ist eine kurze oder knielange Lederhose bei wechselhaftem Wetter durchaus praktisch. Nasse lange Hosenbeine gibt es damit zumindest nicht.

Wer keine Lederhose besitzt, braucht deswegen trotzdem keine zu kaufen. Jeans oder Chino mit Hemd funktionieren genauso.

Eine Trachtenweste kann schon reichen, wenn Du das Outfit ein wenig an das Fest anpassen möchtest.

Aufsteirern-Wetter 2026: Das Dirndl darf leicht sein

Für das Aufsteirern-Wochenende sieht es derzeit erfreulich spätsommerlich aus.

Am Samstag, 19. September 2026, werden in Graz nach den aktuellen Prognosen ungefähr 23 bis 24 Grad erwartet. Am Morgen kann es mit rund 10 bis 11 Grad noch frisch sein, tagsüber soll es jedoch freundlich und weitgehend trocken werden.

Am Sonntag, 20. September, könnte es sogar noch wärmer werden. Aktuelle Vorhersagen bewegen sich bei etwa 23 bis 26 Grad. Dabei können mehr Wolken durchziehen, das Regenrisiko wird derzeit aber nur gering eingeschätzt.

Für die Kleiderwahl bedeutet das: Das schwere Winterdirndl kann im Schrank bleiben.

Ein leichtes Baumwolldirndl, eine kurze Lederhose mit dünnem Hemd oder normale leichte Kleidung dürften tagsüber gut passen. Wer bis zum Abend bleibt, sollte trotzdem eine zusätzliche Schicht mitnehmen. Nach Sonnenuntergang wird es im September schnell deutlich kühler.

Steirerhut statt Sonnenstich

Hüte beim Aufsteirern kaufen

Bei Temperaturen deutlich über 20 Grad hat der Steirerhut sogar einen handfesten Vorteil.

Er gehört nicht nur optisch zur Tracht, sondern schützt auch vor der Sonne. Gerade wenn Du mehrere Stunden zwischen den Bühnen unterwegs bist, ist das durchaus angenehm.

Und falls sich das Wetter doch ändert?

September bleibt September. Deshalb würden wir die Prognose am Morgen noch einmal ansehen.

Eine leichte Jacke oder Strickjacke braucht nicht viel Platz und macht den Abend angenehmer. Sollte doch Regen aufziehen, ist eine Regenpelerine in der vollen Innenstadt praktischer als ein großer Regenschirm.

Mit einem Schirm durch eine dicht gefüllte Herrengasse zu marschieren, macht weder Dir noch Deinen Nachbarn besonders viel Freude.

Bequeme Schuhe schlagen perfekte Trachtenschuhe

Einen Punkt würden wir beim Outfit niemals unterschätzen: die Schuhe.

Beim Aufsteirern bist Du viel unterwegs. Hauptplatz, Schmiedgasse, Herrengasse, Freiheitsplatz, Karmeliterplatz und die anderen Spielorte liegen zwar alle in der Innenstadt, über einen langen Festtag kommen trotzdem einige Kilometer zusammen.

Und Graz hat bekanntlich genügend Kopfsteinpflaster.

Deshalb: Zieh Schuhe an, von denen Du weißt, dass Du darin mehrere Stunden gehen und stehen kannst.

Das gilt genauso zum Dirndl wie zur Lederhose.

Was würden wir zum ersten Aufsteirern anziehen?

Ohne vorhandene Tracht würden wir es ganz einfach halten.

Für Männer: Hemd, Jeans oder Chino und bequeme Schuhe.

Für Frauen: Bluse mit Rock oder Jeans, ein leichtes Kleid oder ein normales Outfit mit Strickjacke.

Wenn bereits ein einzelnes Trachtenstück vorhanden ist, umso besser. Ein Janker, eine Weste, ein Steirerhut oder eine Trachtenbluse reichen bereits aus, um dem Outfit etwas steirischen Charakter zu geben.

Kein Wettbewerb um die „echteste“ Tracht

Natürlich macht es Spaß, beim Aufsteirern die vielen Dirndl, Lederhosen und regionalen Trachten anzusehen.

Daraus sollte aber kein Wettbewerb werden.

Niemand braucht das teuerste Dirndl, die aufwendigste Lederhose oder ein Outfit, das vom Hut bis zum Schuh einer historischen Vorlage entspricht.

Viel wichtiger ist, dass das Gewand zu Dir passt.

Eine gut getragene alte Lederhose kann großartig aussehen. Ein regional gefertigtes Dirndl kann viele Jahre Freude machen. Und ein Mensch in Jeans und Hemd gehört zum Aufsteirern genauso dazu.

Unser Fazit: So bist Du beim Aufsteirern richtig angezogen

Tracht passt perfekt zum Aufsteirern, Pflicht ist sie nicht.

Wenn Dirndl oder Lederhose bereits im Schrank hängen, ist dieses Wochenende eine ideale Gelegenheit, sie auszuführen. Bei den derzeit erwarteten spätsommerlichen Temperaturen sollte die Kleidung allerdings eher leicht ausfallen.

Wenn Du keine Tracht besitzt, geh trotzdem hin. Ein gutes Hemd, eine Bluse oder ein schlichtes Kleid passen besser zum Fest als eine hastig bestellte Billigtracht.

Und wenn Dich beim Spaziergang durch die Grazer Innenstadt oder beim Anblick der vielen Dirndl doch die Trachtenlust packt, kannst Du danach immer noch in Ruhe nach etwas suchen, das gut verarbeitet ist, zu Dir passt und im besten Fall aus der Region kommt.

Fotos: Inside Graz / Steirische Spezialitäten Magazin

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