Start Freizeit & Lifestyle Insektenstiche in Österreich: Fast sieben Tote pro Jahr

Insektenstiche in Österreich: Fast sieben Tote pro Jahr

wespe

Die derzeit stärkere Wespenaktivität sorgt vielerorts für Aufmerksamkeit. Wie ernst die Folgen eines Stichs werden können, zeigen aktuelle Zahlen des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV): Zwischen 2016 und 2025 starben in Österreich insgesamt 68 Menschen nach Stichen von Bienen, Wespen oder Hornissen. Das entspricht im Durchschnitt knapp sieben Todesfällen pro Jahr.

Besonders hoch fiel die Zahl im Jahr 2024 aus. Damals registrierte die Todesursachenstatistik 13 Todesfälle. Im Jahr 2025 kamen sieben Menschen nach Kontakt mit Bienen, Wespen oder Hornissen ums Leben.

Fast 1.000 stationäre Behandlungen jährlich

Neben den Todesfällen zeigen auch die Spitalsdaten, wie häufig Stiche und Bisse medizinische Folgen haben können. Laut der vom KFV ausgewerteten Spitalsentlassungsstatistik mussten zwischen 2015 und 2024 insgesamt 9.617 Menschen wegen entsprechender Verletzungen durch Insekten beziehungsweise Spinnen stationär behandelt werden.

Damit landen durchschnittlich knapp 1.000 Betroffene pro Jahr im Krankenhaus. Behandlungen in Ambulanzen oder bei niedergelassenen Ärzten sind in dieser Statistik noch nicht enthalten.

Besonders gefährdet sind Menschen mit einer Insektengiftallergie. Bei ihnen kann ein Stich innerhalb kurzer Zeit eine schwere allergische Reaktion auslösen.

Dr. Johanna Trauner-Karner, Leiterin des Bereichs Sport- und Freizeitsicherheit im KFV, erklärt:

Leider reagieren manche Menschen auf Insektenstiche allergisch, daher ist es wichtig im Notfall rasch zu reagieren, die Rettung zu rufen und Erste-Hilfe-Maßnahmen einzuleiten. Ist die Allergie bereits bekannt, so kann man auch präventiv nach ärztlicher Rücksprache im Sommer immer ein sogenanntes Notfall-Set bei sich tragen, welches in der Regel Kortison-Tabletten, Antihistamin-Tabletten und einen Adrenalin-Pen enthält.

Diese Symptome können auf eine Allergie hindeuten

Nach einem Bienen- oder Wespenstich sollte man insbesondere auf Beschwerden achten, die über eine normale Reaktion rund um die Einstichstelle hinausgehen. Dazu zählen beispielsweise Schwellungen an Augen oder Zunge, Hustenreiz sowie ein juckender Ausschlag am Körper.

Treten deutliche Anzeichen einer allergischen Reaktion auf, empfiehlt das KFV, sofort den Notruf 144 zu wählen und Erste Hilfe zu leisten. Je nach Zustand der betroffenen Person können unter anderem das Hochlagern der Beine, eine stabile Seitenlage bei Bewusstlosigkeit oder Wiederbelebungsmaßnahmen notwendig sein.

Menschen mit einer bekannten Allergie sollten außerdem ihren Allergiepass und nach ärztlicher Absprache ein geeignetes Notfall-Set mitführen. Darüber hinaus ist es sinnvoll, Personen im unmittelbaren Umfeld über die Allergie zu informieren.

Wespen nicht durch hektische Bewegungen reizen

Viele Stiche lassen sich durch das richtige Verhalten verhindern. Wer von einer Wespe oder einem anderen stechenden Insekt umflogen wird, sollte möglichst ruhig bleiben und auf hektische Abwehrbewegungen verzichten.

Auch beim Aufenthalt auf Wiesen empfiehlt das KFV feste Schuhe. Im Wohnbereich können Fliegengitter Insekten fernhalten. Allerdings weist das KFV darauf hin, dass solche Gitter bei Wohnungen in höheren Stockwerken keine geeignete Absturzsicherung für kleine Kinder darstellen.

Im Freien ist zudem rund um Mistkübel und offene Lebensmittel besondere Aufmerksamkeit ratsam. Vor allem Süßspeisen ziehen Wespen an.

Vorsicht bei Dosen und dunklen Flaschen

Ein weiteres Risiko entsteht beim Trinken aus Getränkedosen oder dunklen Flaschen. Wespen können unbemerkt hineinkriechen. Deshalb empfiehlt das KFV, nach Möglichkeit Gläser zu verwenden oder Getränkegefäße nach jedem Schluck wieder zu verschließen.

Entdecken Bewohner ein Wespennest am oder beim Haus, sollten sie dieses nicht eigenmächtig entfernen. Das KFV rät dazu, dafür Fachleute zu beauftragen.

Tipps zum Schutz vor Wespen und anderen Insekten

  • Abstand zu Mistkübeln und anderen Orten halten, an denen sich viele Wespen sammeln.
  • Süße Speisen und Getränke im Freien möglichst abdecken.
  • Nicht direkt aus Dosen oder schlecht einsehbaren Flaschen trinken.
  • Bei umherfliegenden Wespen ruhig bleiben und hektische Bewegungen vermeiden.
  • Auf Grünflächen feste Schuhe tragen.
  • Wohnräume bei Bedarf mit Fliegengittern schützen.
  • Wespennester von Fachleuten beurteilen beziehungsweise entfernen lassen.
  • Bei bekannter Allergie Allergiepass und ärztlich empfohlenes Notfall-Set mitführen.
  • Familie, Freunde oder Kollegen über eine bekannte schwere Allergie informieren.

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