Start Tierecke Notfall beim Haustier – Planung, Erste-Hilfe-Wissen und Kontakte

Notfall beim Haustier – Planung, Erste-Hilfe-Wissen und Kontakte

Magendrehung, schwere Biss- oder Sturzverletzungen, Hitzschlag führen auch bei Haustieren zu lebensbedrohliche Situationen. Sofortiges Handeln ist dabei wichtig. Was sollen Halter:innen tun, wenn das Haustier einen medizinischen Notfall hat?

Haustier Notfall Erste Hilfe

Bei Notfällen müssen sich Tierhalter:innen gut vorbereiten, um im Ernstfall rasch und richtig reagieren zu können. Das umfasst gute Planung, Erste-Hilfe-Wissen sowie die regelmäßige Überprüfung von Verfügbarkeiten und Notfall-Kontakten.

Nicht jeder Notfall tritt in Form einer blutenden Fleischwunde auf. Es gibt auch weniger offensichtliche Zustände, in denen das Haustier in akuter Lebensgefahr schweben kann und umgehend Hilfe braucht. Tierschutzombudsfrau Eva Persy empfiehlt Tierhalter:innen, sich mit möglichen kritischen Situationen in speziellen Erste-Hilfe-Kursen für Tiere vertraut zu machen. Angeboten werden diese u.a. von Rettungsdiensten und Tierärzt:innen.

Link zum Thema: 👉 Erste-Hilfe für Hunde (planethund.com)

Tierhalter:innen sollten zudem wissen, welche Tierkliniken in ihrer Nähe Nacht- und Wochenend-Dienste anbieten und die Notfallnummer abspeichern. Ratsam ist es auch, für den Fall der Fälle eine Rettungskette mit Angehörigen oder Bekannten abzustimmen. Dies ist besonders wichtig, wenn ein Transport des Tieres in die Klinik nur mit Hilfe weiterer Personen möglich ist. Eine Notfall-Apotheke für kleinere Wehwehchen und die Erstversorgung von Verletzungen sollte in jedem Tier-Haushalt vorhanden sein.

Überlegen Sie sich, zu welchen Krisen-Szenarien es mit Ihrem Tier im Alltag kommen könnte und sorgen Sie dementsprechend vor. Beispielsweise macht es für Hundehalter*innen, die viel mit ihrem Hund in den Bergen unterwegs sind, Sinn, eine entsprechende Bergungsversicherung abzuschließen, die auch für den Hund gilt.

so Persy.

Notfall Haustier Checkliste

  • Welcher Notfall liegt vor und welches Prozedere ist sinnvoll?
    Notfälle können stark blutende Verletzungen, Vergiftungen, Probleme der Organfunktionen, Dehydrierung, Herz-Kreislauf-Stillstand und noch viele andere gesundheitliche Extremzustände sein. Im Fall einer Vergiftung sind aber andere Dinge zu beachten als im Fall einer stark blutenden Verletzung.
  • Wie kann ich die Vitalfunktionen (Atmung, Herzschlag) meines Tieres überprüfen, wie sind die Normalwerte, wann wird es kritisch?
  • Wie kann ich mein Tier reanimieren, wenn tatsächlich ein Herz-Kreislauf-Stillstand vorliegt?

Je nach Notfall und speziell bei gröberen Verletzungen kann es wichtig sein, das Tier zu sichern. Bei Kleintieren, Katzen oder kleineren Hunden ist etwa eine Transportbox geeignet. Größere Hunde sollten mindestens mit einer Leine gesichert werden. Im Fall von großen Schmerzen kann aus Sicherheitsgründen auch das Anlegen eines gut passenden Maulkorbes, in dem der Hund ausreichend Platz zum Hecheln hat, ratsam sein. Stark blutende Wunden sollten, wenn möglich, abgebunden werden.

Bevor die nächstgelegene Tierklinik angefahren wird, sollte diese unbedingt telefonisch kontaktiert werden.

Werden dort bereits zu viele Notfälle behandelt, muss man Sie und Ihr Tier weiterschicken. So wird lebenswichtige Zeit vergeudet,

warnt Persy. Einen öffentlichen Rettungsdienst für privat gehaltene Tiere gibt es nicht. Wer mit dem Taxi in die Klinik fährt, muss bereits bei der Bestellung angeben, dass ein Tier mittransportiert wird.

Für die erste Notversorgung von Tieren steht in Graz ein tierärztlicher Bereitschaftsdienst zur Verfügung:

  • an Werktagen: von 19:00 bis 24:00 Uhr
  • an Wochenenden: von Samstag 12:00 bis Montag 7:00 Uhr
  • an Feiertagen: von 7:00 bis 7:00 des Folgetages

Unter der Telefonnummer: +43 316 681118 kann man den diensthabenden Tierarzt erfragen.

Neben der raschen Hilfe fürs Tier ist es im Notfall am wichtigsten, die Ruhe zu bewahren, um das Tier in solch einer schlimmen Situation vertrauensvoll unterstützen zu können. Mit einer guten Vorbereitung sind Haustierhalter:innen im Ernstfall gewappnet – auch wenn dieser hoffentlich niemals eintritt.

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