Start Steiermark Eastern Stronghold: 350 Soldaten trainieren für den Ernstfall

Eastern Stronghold: 350 Soldaten trainieren für den Ernstfall

Eastern Stronghold Bundesheer

Bei der Bundesheer-Übung Eastern Stronghold trainieren rund 350 Soldatinnen und Soldaten ein Szenario der militärischen Landesverteidigung. Ein fiktiver Staat aus dem Osten greift Österreich an, während paramilitärische Kräfte gleichzeitig versuchen, die Lage im Land zu destabilisieren. Für die eingesetzten Einheiten dient die Übung außerdem als wichtiger Leistungstest.

Inside Graz war bei der Übung Eastern Stronghold vor Ort und konnte sich selbst ein Bild vom Ablauf machen. Im Rahmen der Übung führten wir außerdem ein Interview mit Oberst Günter Rath, dem Kommandanten des Aufklärungs- und Artilleriebataillons 7 aus Feldbach:

Ein Angriff auf Österreich bildet die Ausgangslage der Bundesheer-Übung Eastern Stronghold. Dabei beschränkt sich der fiktive Gegner nicht auf reguläre Streitkräfte. Zusätzlich setzt er paramilitärische Einheiten ein, die gemeinsam mit den militärischen Kräften für Instabilität im Land sorgen sollen.

Das Bundesheer reagiert im Übungsszenario mit militärischer Landesverteidigung. Rund 350 Soldatinnen und Soldaten nehmen an der Übung teil.

Aufklärer liefern das Lagebild

Eine zentrale Aufgabe übernehmen die Aufklärungskräfte. Sie beobachten Bewegungen des Gegners, sammeln Informationen und liefern damit der übergeordneten Führung ein möglichst aktuelles Lagebild.

Die Artillerie ergänzt diese Arbeit mit Feuerunterstützung. Bei einem Teil der Übung trainierten die Soldaten außerdem das Zusammenwirken unterschiedlicher Kräfte. Unter anderem kamen zwei Hubschrauber zum Einsatz.

Grundwehrdiener müssen ihr Können beweisen

Eastern Stronghold dient gleichzeitig als Überprüfung des Ausbildungsstandes der Grundwehrdiener des Einrückungstermins April 2026.

Nach rund fünf Monaten Ausbildung sollen sie zeigen, ob sie ihre vorgesehenen militärischen Aufgaben beherrschen. Zum Einsatz kommen unter anderem die erste Aufklärungskompanie sowie eine Panzerhaubitzbatterie mit Grundwehrdienern und Kadersoldaten aus Feldbach.

Bundesheer Panzerhaubitzen

Für das Bundesheer bietet die Übung damit die Möglichkeit, Ausbildungsinhalte nicht nur einzeln, sondern unter möglichst realitätsnahen Bedingungen im Zusammenspiel mehrerer Kräfte zu überprüfen.

Vorbereitung auf KFOR-Einsatz im Kosovo

Ein zweiter Schwerpunkt betrifft eine Kaderpräsenzeinheit für KFOR. Das Bundesheer überprüft im Rahmen der Übung, ob die Aufklärungskompanie für ihren bevorstehenden Einsatz im Kosovo vorbereitet ist.

An dieser Einheit beteiligen sich laut Oberst Günter Rath Soldaten aus Feldbach, St. Michael und Tirol.

Oberst Gernot Rath
Übungsleiter Oberst Gernot Rath

Damit verbindet Eastern Stronghold zwei unterschiedliche Ausbildungsziele: Einerseits müssen junge Grundwehrdiener ihren Ausbildungsstand unter Beweis stellen. Andererseits bereitet sich erfahrenes Kaderpersonal auf einen internationalen Einsatz vor.

Unterstützung aus Graz

Zusätzliche Spezialisten unterstützen die übenden Einheiten. Dazu gehören ABC-Abwehrkräfte aus Graz. Außerdem nimmt ein weiteres Team aus Graz teil, dessen Aufgabe darin besteht, gegnerische Kräfte gezielt zu beeinflussen und deren Moral zu schwächen.

Darüber hinaus setzt das Bundesheer zahlreiche Feinddarsteller ein. Sie übernehmen im Szenario die Rolle gegnerischer Kräfte und schaffen dadurch komplexere Situationen für die trainierenden Soldaten.

Die Übungsleitung und Teile des Bataillonsstabes kommen ebenfalls aus Feldbach.

Hybride Bedrohung als Teil des Szenarios


Eastern Stronghold konzentriert sich nicht ausschließlich auf klassische Gefechte zwischen militärischen Verbänden. Vielmehr kombiniert das Szenario reguläre Angriffe mit hybriden Methoden.

Dadurch müssen die eingesetzten Soldaten gleichzeitig mit militärischen Gegnern und Kräften umgehen, die im Hintergrund zur Destabilisierung Österreichs beitragen sollen. Das erhöht die Anforderungen an Aufklärung, Führung und Zusammenarbeit der verschiedenen Truppenteile.

Für die rund 350 Teilnehmer bedeutet die Übung deshalb mehr als einen einzelnen Leistungstest. Sie müssen zeigen, wie gut Aufklärung, Artillerie, Luftunterstützung und Spezialkräfte unter einer komplexen Bedrohungslage zusammenarbeiten.

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