Start Österreich Trotz sinkender Inflation: Österreicher kaufen kaum mehr

Trotz sinkender Inflation: Österreicher kaufen kaum mehr

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Die Inflation geht zurück, doch beim Konsum bleibt die erhoffte Erholung aus. Österreichs Einzelhandel erzielte im ersten Halbjahr 2026 preisbereinigt praktisch keinen Zuwachs. Gleichzeitig halten sich viele Haushalte bei größeren Anschaffungen weiterhin zurück.

Nach dem aktuellen Konjunkturreport des WIFO, den das Institut im Auftrag des Handelsverbands Österreich erstellt, stiegen die Umsätze im österreichischen Einzelhandel von Jänner bis Juni nominell um 2,1 Prozent. Nach Abzug der Preissteigerungen blieb davon allerdings lediglich ein reales Plus von 0,1 Prozent übrig. Damit stagnierte der Handel weitgehend.

Non-Food-Handel besonders schwach

Zwischen den einzelnen Bereichen zeigen sich deutliche Unterschiede. Der Handel mit Nahrungs- und Genussmitteln legte im ersten Halbjahr real um 1,1 Prozent zu. Im Nichtnahrungsmittelhandel blieb der reale Umsatz dagegen unverändert.

Besonders schwach entwickelte sich der Juni. Insgesamt sank der reale Einzelhandelsumsatz gegenüber dem Vorjahresmonat um 0,3 Prozent. Im Non-Food-Bereich fiel das Minus mit 1,6 Prozent noch deutlicher aus. Dagegen verzeichnete der Handel mit Nahrungs- und Genussmitteln ein reales Plus von 2,5 Prozent.

Damit zeigt sich: Vor allem bei Waren, die nicht zum unmittelbaren täglichen Bedarf gehören, bleiben die Konsumenten vorsichtig.

Inflation sinkt auf 2,8 Prozent

Gleichzeitig hat sich der Preisauftrieb zuletzt abgeschwächt. Die österreichische Inflationsrate sank im Juli 2026 auf 2,8 Prozent. Im Juni hatte sie noch 3,2 Prozent betragen.

Einen wesentlichen Beitrag leisteten die Lebensmittelpreise. Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke kosteten im Juli im Jahresvergleich 0,4 Prozent weniger. Laut WIFO spielte dabei auch die Senkung der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel von 10 auf 4,9 Prozent mit 1. Juli eine wichtige Rolle.

Andere Bereiche verteuerten sich dagegen weiterhin deutlich. Besonders stark stiegen die Preise im Verkehr mit 6,4 Prozent. Gastronomie und Beherbergung verteuerten sich um 4,6 Prozent, Gesundheitsleistungen um 4,5 Prozent sowie Versicherungs- und Finanzdienstleistungen um 4,2 Prozent.

Stimmung verbessert sich, Konsum bleibt schwach

Obwohl die tatsächlichen Umsätze kaum wachsen, hellt sich die Stimmung etwas auf. Der WIFO-Konjunkturklimaindex für den Einzelhandel verbesserte sich im Juli deutlich. Auch das Verbrauchervertrauen stieg gegenüber den Vormonaten.

Von einer breiten Konsumerholung kann dennoch keine Rede sein. Die Befragungen zeigen weiterhin Zurückhaltung bei größeren Anschaffungen. Gleichzeitig belasten hohe Preise in mehreren Bereichen die verfügbaren Einkommen der Haushalte.

Auch die österreichische Gesamtwirtschaft verlor zuletzt an Dynamik. Nach der WIFO-Schnellschätzung stagnierte das reale Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal gegenüber dem Vorquartal.

Konsum soll auch 2027 nur langsam wachsen

Für eine rasche Trendwende spricht derzeit wenig. Das WIFO erwartet für 2026 ein reales Wirtschaftswachstum von 0,9 Prozent und für 2027 von 1,1 Prozent. Die privaten Konsumausgaben sollen in beiden Jahren lediglich um jeweils 0,4 Prozent wachsen.

Zugleich rechnet das Institut damit, dass die real verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte 2026 um 0,9 Prozent sinken. Die Sparquote dürfte deshalb von 9,9 Prozent im Jahr 2025 auf 8,7 Prozent zurückgehen. Die Haushalte würden demnach einen Teil der Belastung auffangen, indem sie weniger von ihrem Einkommen sparen.

Für den Handel bedeutet das vorerst schwierige Rahmenbedingungen: Zwar lässt die Inflation nach und die Stimmung verbessert sich, doch bei den tatsächlichen Ausgaben reagieren die Konsumenten weiterhin zurückhaltend.

Quelle: WIFO Konjunkturreport Einzelhandel, August 2026, erstellt im Auftrag des Handelsverbands Österreich.

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