Start Graz Chronik Graz testet Sprühnebel-Lanzen gegen die Sommerhitze

Graz testet Sprühnebel-Lanzen gegen die Sommerhitze

Sprühnebellanzen gegen die Hitze in Graz im Test
Foto: Stadt Graz / Foto Fischer

Graz bereitet sich weiter auf heißere Sommer vor. An zwei öffentlichen Standorten sorgen nun Sprühnebel-Lanzen für Abkühlung. Die Stadt testet die Anlagen beim Bad zur Sonne in der Feuerbachgasse sowie in der Schmiedgasse auf Höhe des Amtshauses. Beide Standorte laufen bereits.

Mit dem Pilotprojekt will Graz herausfinden, wie gut diese Form der Kühlung im Alltag funktioniert. Vor allem an stark aufgeheizten Tagen sollen die feinen Wassernebel die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum verbessern.

Vizebürgermeisterin Judith Schwentner verweist dabei auf die wachsende Belastung durch Hitze in der Stadt:

Die Hitztetage in der Stadt werden mehr und sind künftig eine riesige Herausforderung für die Gesundheit von vielen, vor allem älteren Menschen. Wir sind daher gefordert zusätzlich zur umfassenden Begrünung der Stadt neue Lösungen für mehr Abkühlung zu schaffen. Bäume und Grünflächen tragen am meisten zur Abkühlung der Stadt bei. Mit den Sprühnebellanzen bieten wir jetzt eine einfache und kostengünstige Maßnahme, die an besonders heißen Tagen für unmittelbare Abkühlung sorgt.

Die Stadt nutzt für die Montage bereits vorhandene Unterflurhydranten. Dadurch braucht es keine aufwendige neue Infrastruktur. Außerdem hält Graz die Kosten für das Pilotprojekt damit vergleichsweise niedrig.

Als Vorbild dient Wien. Dort setzt die Stadt ein ähnliches System unter dem Namen „Sommerspritzer“ ein. Graz sammelt nun eigene Erfahrungen, um die Wirkung der Anlagen unter lokalen Bedingungen zu prüfen.

Die Finanzierung übernimmt die Holding Graz Wasserwirtschaft. Sie kümmert sich vorerst auch um die technische Betreuung und Wartung der Sprühnebel-Lanzen. Nach der Testphase will die Stadt bewerten, ob weitere Standorte in Graz infrage kommen.

Nachgefragt: Wie hoch ist der Wasserverbrauch der Sprühnebel-Lanzen?

Nach dem Posting über die neuen Sprühnebel-Lanzen auf der Inside Graz Facebook Seite wurde rasch Kritik laut. Neben Fragen zum Wasserverbrauch zeigte sich vor allem, wie schnell Klimaanpassungsmaßnahmen in Graz parteipolitisch bewertet werden:

Wir haben bei der Holding Graz nachgefragt, wie viel Wasser die Anlagen tatsächlich benötigen. Laut Holding Graz Pressesprecher Gerald Zaczek-Pichler  fällt der Verbrauch durch die feine Vernebelung gering aus. Außerdem werden die Lanzen nicht dauerhaft betrieben, sondern nur dann aktiviert, wenn Passantinnen und Passanten den Knopf drücken.

Für die beiden Test-Standorte rechnet die Holding Graz mit rund 15 bis 20 Kubikmetern Wasser pro Lanze und Jahr. Das liege unter dem Verbrauch eines Grazer Trinkbrunnens und entspreche etwa der Hälfte des jährlichen Wasserverbrauchs einer Grazerin oder eines Grazers.

Beim reinen Wasserverbrauch geht es um überschaubare Beträge: Bei 15 bis 20 Kubikmetern pro Lanze und Jahr liegen die Kosten nach aktuellem Grazer Wasserpreis bei rund 42 bis 56 Euro pro Lanze. Für beide Teststandorte zusammen wären das etwa 84 bis 112 Euro pro Jahr.

Damit lässt sich die Kritik zumindest anhand dieser Zahlen einordnen. Die Sprühnebel-Lanzen bleiben ein kleines Pilotprojekt – mit überschaubarem Verbrauch, aber großer politischer Symbolwirkung.

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