Am Flughafen Graz steht eine Anpassung der Abflugrouten bevor. Konkret geht es um die am häufigsten genutzte Strecke für Starts in Richtung Süden. Die zuständige Flugsicherung Austro Control plant Änderungen, die sowohl die Sicherheit im Luftraum verbessern als auch die Lärmbelastung neu verteilen sollen.
Warum die Flugroute angepasst wird
Die aktuelle Streckenführung führt startende Flugzeuge relativ lange gerade nach Süden. Gleichzeitig nähern sich aus dieser Richtung Maschinen im Landeanflug. Dadurch entstehen laut Austro Control potenziell kritische Situationen im Luftraum.
Künftig sollen Flugzeuge diese Konfliktzone schneller verlassen. Deshalb drehen sie früher ab und werden rascher aus der Anfluglinie herausgeführt. Neben der Sicherheit spielt auch die Effizienz eine Rolle, weil sich der Verkehrsfluss besser steuern lässt.
Das ändert sich konkret
Die wichtigste Änderung betrifft den Zeitpunkt der Richtungsänderung. Flugzeuge werden die Rechtskurve künftig bereits in rund 2200 Fuß Höhe einleiten. Das entspricht etwa 670 Metern.
Dadurch verschiebt sich die Route insgesamt etwas nach Westen. Gleichzeitig vereinheitlicht man mehrere Abflugverfahren, was den Ablauf im Cockpit und bei der Flugverkehrskontrolle vereinfacht.
Ein zusätzlicher Effekt: Kürzere Flugwege reduzieren den Treibstoffverbrauch und damit auch die Emissionen.
Welche Regionen betroffen sind
Die Änderungen wirken sich nicht überall gleich aus. Während einige Gebiete entlastet werden, kann die Lärmbelastung andernorts zunehmen.
Südlich des Flughafens gelegene Gemeinden sollen profitieren, weil Flugzeuge früher abdrehen. Westliche Bereiche könnten stärker in den Fokus rücken. In Graz selbst bleibt die Situation weitgehend stabil.
Für die Stadt bedeutet das: Es entsteht keine neue Hauptflugschneise über der Innenstadt. Allerdings sind in Randlagen leichte Verschiebungen möglich.
Premstätten warnt vor mehr Belastung
Kritik kommt bereits aus der Region. Premstätten sieht die geplanten Änderungen skeptisch und warnt vor möglichen Nachteilen für die eigene Bevölkerung.
In einem Facebook-Beitrag betont die Gemeinde, dass der Fluglärm nicht reduziert, sondern lediglich verlagert wird. Vor allem dichter besiedelte Gebiete könnten stärker betroffen sein. Zusätzlich weist Premstätten darauf hin, dass Flugzeuge in diesen Bereichen künftig in geringerer Höhe unterwegs wären. Das würde den Lärm deutlich intensiver wahrnehmbar machen.
Die Gemeinde kündigt an, fachliche Einwände in das Verfahren einzubringen und fordert alternative Lösungen. Gleichzeitig ruft sie die Bevölkerung dazu auf, sich aktiv zu beteiligen.
Lärmanalyse zeigt Verschiebung
Die Berechnungen zeigen laut Austro Control, dass sich die Belastung vor allem verlagert. So sinkt bei einer Route die Zahl der betroffenen Personen, während sie bei der meistgenutzten Strecke steigt.
Das unterstreicht, dass es sich nicht um eine generelle Entlastung handelt, sondern um eine Neuverteilung des Fluglärms.
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