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Unwetter sorgt für mehrere Bergnotfälle in der Steiermark – Blitz trifft Wanderer, Frau von Baum verletzt

Rettungshubschrauber
Symbolbild

Das heftige Unwetter am Sonntag, 19. Juli 2026, hat in der Steiermark mehrere Rettungseinsätze ausgelöst. Auf der Rax wurden zwei Wanderer von einem Blitz getroffen, in der Heiligengeistklamm verletzte ein umstürzender Baum eine Wanderin und am Hochschwab geriet ein Wanderpaar wegen des Wetters in eine alpine Notlage.

Blitz trifft zwei Wanderer auf der Rax

Zwei 25-jährige Wanderer aus Ungarn waren auf dem Weg zur Heukappe auf der Rax, als sie gegen 13:45 Uhr unmittelbar nach dem Ausstieg aus dem Fuchslochsteig von einem Blitzschlag erfasst wurden. Das Gewitter war bereits über das Gebiet gezogen, dennoch setzten die beiden ihre Tour fort.

Durch die Wucht des Einschlags wurde einer der Männer rund 30 Höhenmeter talwärts geschleudert und blieb verletzt liegen. Sein Begleiter erlitt ebenfalls Verletzungen und konnte noch selbst einen Notruf absetzen.

Da Rettungs- und Polizeihubschrauber wegen des schlechten Wetters nicht starten konnten, rückten rund 30 Einsatzkräfte der Bergrettung und Alpinpolizei zu einem aufwendigen Bodeneinsatz aus. Die beiden Verletzten wurden nach der Erstversorgung ins Tal gebracht.

Einer der Wanderer erlitt Verbrennungen zweiten Grades am Oberkörper und wurde später mit dem Rettungshubschrauber ins AKH Wien geflogen. Der zweite Mann zog sich leichtere Verbrennungen sowie eine Verletzung am Sprunggelenk zu und kam ins LKH Hochsteiermark in Leoben. Beide waren bei Bewusstsein, konnten sich aber nur eingeschränkt an den Unfall erinnern.

Wanderin von umstürzendem Baum getroffen

Auch in der Heiligengeistklamm bei Leutschach kam es zu einem schweren Unfall. Eine 43-jährige Südsteirerin war mit ihrem Mann und ihrer Tochter unterwegs, als gegen 12:45 Uhr eine rund 20 Meter hohe Esche aus bislang ungeklärter Ursache umstürzte.

Der Baum traf die Frau am Kopf und Oberkörper. Sie erlitt Verletzungen unbestimmten Grades.

Nach der Erstversorgung barg die Besatzung des Rettungshubschraubers Christophorus 12 die Verletzte per Tau und flog sie ins LKH Graz. Ihr Mann und ihre Tochter blieben unverletzt. Die Polizei ermittelt zur Ursache des Baumsturzes.

Wanderpaar verliert am Hochschwab die Orientierung

Auf dem Hochschwab mussten Bergretter außerdem zwei Wanderer aus Wien aus einer alpinen Notlage befreien.

Der 28-Jährige und die 27-Jährige waren trotz angekündigter Wetterverschlechterung erst am späten Vormittag zu ihrer Tour aufgebrochen. Als das Unwetter einsetzte, erschwerten Starkregen, dichter Nebel und heftige Windböen den weiteren Weg. Mehrmals wurden die beiden laut Polizei vom Wind zu Boden gerissen und verloren schließlich die Orientierung.

Ein Hubschraubereinsatz war wegen der Wetterlage nicht möglich. Einsatzkräfte der Bergrettung Turnau und der Alpinpolizei fanden das Paar schließlich gegen 16:30 Uhr und begleiteten beide sicher ins Tal.

Die beiden Wanderer blieben unverletzt, erlitten jedoch eine leichte Unterkühlung. Nach Angaben der Polizei verfügte nur eine der beiden Personen über geeignete Regenbekleidung.

Alpinpolizei warnt vor unterschätzten Risiken

Die aktuellen Einsätze zeigen laut Alpinpolizei, wie schnell sich eine Bergtour durch Wetterumschwünge, Selbstüberschätzung oder unzureichende Vorbereitung zu einer Notlage entwickeln kann. Besonders Gewitter, schwieriges Gelände und eine falsche Einschätzung der eigenen Leistungsfähigkeit zählen zu den häufigsten Risiken.

Die Entwicklung spiegelt sich auch in der aktuellen Bilanz der Alpinpolizei wider. In der Alpinsaison 2024/2025 registrierten die Einsatzkräfte österreichweit 10.900 Unfälle und Notfälle im alpinen Gelände. Das entspricht einem Anstieg von rund 15 Prozent gegenüber der Vorsaison und bedeutet einen neuen Höchststand. Insgesamt kamen 269 Menschen ums Leben. Die häufigsten Todesursachen waren Herzinfarkte (69 Fälle) und Abstürze (61 Fälle).

Die Alpinpolizei empfiehlt deshalb, Touren sorgfältig zu planen, Wetterprognosen laufend zu beobachten und bei angekündigten Gewittern frühzeitig umzukehren. Ebenso wichtig sind eine realistische Selbsteinschätzung, geeignete Ausrüstung und ausreichend Verpflegung. Wer im alpinen Gelände in Not gerät, erreicht die Bergrettung über den Alpinnotruf 140 oder den Euronotruf 112.

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