Start Mobilität Bye-bye, Parkschein: Graz startet am Hauptbahnhof in digitale Ära

Bye-bye, Parkschein: Graz startet am Hauptbahnhof in digitale Ära

Digitaler Parkschein

Heute startet das Pilotprojekt „Elektronischer Parkschein“ am Europaplatz/Hauptbahnhof. Autofahrer:innen müssen künftig keinen Papierschein mehr hinter die Windschutzscheibe legen – das Kfz-Kennzeichen wird zur digitalen Parkberechtigung.

Digitales Kennzeichen statt Zettelwirtschaft

Das Parkgebührenreferat des Straßenamtes setzt mit diesem Schritt auf eine moderne, digitale Lösung. Das Prinzip ist denkbar einfach, wie Straßenamtsleiter Thomas Fischer erklärt:

Beim Bezahlen am Automaten geben Autofahrer:innen künftig ihr Kennzeichen direkt am Touchscreen ein. Im System wird automatisch ein digitaler Parkschein hinterlegt. Ein Ausdruck ist nicht mehr nötig.

Für jene, die einen Nachweis für die Abrechnung (etwa bei Dienstreisen) benötigen, gibt es jedoch weiterhin die Möglichkeit: Der digitale Parkschein kann per QR-Code, E-Mail oder als Ausdruck (eine Kopie, die nicht im Auto hinterlegt werden muss!) angefordert werden.

Testlauf für den digitalen Parkschein am Frequenz-Hotspot Hauptbahnhof

Der Hauptbahnhof wurde nicht zufällig als Pilotstandort gewählt. Durch die hohe und kontinuierliche Frequenz an kurzen Parkvorgängen (maximale Parkdauer eine Stunde, Gebührenpflicht bis 22 Uhr) und das Fehlen von Dauerparkern bietet der Bereich für die Stadt das ideale Testumfeld. Zudem sind die Aufsichtsorgane des Grazer Parkraum- und Sicherheitsservices hier direkt vor Ort, um bei Fragen sofort Auskunft geben zu können.

Kulanz zum Start, Kontrolle bleibt digital

Die Überprüfung der Parkvorgänge erfolgt wie beim Handyparken: Die Kontrolleure geben das Kennzeichen in ihre mobilen Geräte ein und sehen sofort die Gültigkeit des digitalen Parkscheins.

Um den Übergang möglichst reibungslos zu gestalten, gilt zu Beginn eine Kulanzphase: Wer sein Kennzeichen versehentlich falsch eingibt, erhält zunächst keine Strafe, sondern eine Hinweiskarte. Achtung jedoch: Wer die Gebührenzahlung gänzlich vergisst oder die Parkzeit überschreitet, riskiert dennoch eine reguläre Strafe.

Mit dem 15.000 Euro teuren Pilotprojekt, bei dem bestehende Automaten lediglich aufgerüstet wurden, setzt Graz ein wichtiges Signal. Bei Erfolg soll die digitale Parkraumbewirtschaftung schrittweise auf weitere Gebiete, insbesondere die Grünen Zonen, ausgeweitet werden.

Digitaler Parkschein: Die wichtigsten Vorteile auf einen Blick

  • Komfort: Kein Ausdruck, kein Zurücklaufen zum Auto.
  • Umwelt: Reduzierter Papierverbrauch.
  • Dokumentation: Bequemer Nachweis per E-Mail oder QR-Code.
  • Effizienz: Einfache, digitale Kontrolle über das Kennzeichen.

Wir haben beim Straßenamt nachgefragt

Um offene Punkte zum neuen digitalen Parkschein zu klären, haben wir direkt beim Straßenamt nachgefragt:

Wie lange bleiben Kennzeichen gespeichert?

Laut Auskunft des Straßenamts speichert das Grazer Parkraum-Service (GPS) die eingegebenen Kennzeichen nur kurz. Die Daten bleiben bis zu 30 Minuten nach dem Ende des Parkvorgangs gespeichert. Eine Ausnahme gibt es nur, wenn ein Organmandat ausgestellt oder eine Anzeige erstellt wird.
Zusätzlich führt die Software des Automatenherstellers eine eigene technische Speicherung: Hier werden Kennzeichen und Parkdauer für 15 Monate abgelegt, um gesetzliche Dokumentationspflichten zu erfüllen.

Kann man den digitalen Parkschein künftig per Handy verlängern?

Diese Möglichkeit ist nicht vorgesehen. Das Straßenamt betont, dass das elektronische Parkticket und das bestehende Handyparken zwei getrennte Systeme sind. Deshalb lassen sich digitale Parkscheine ausschließlich direkt am Automaten lösen oder verlängern. Eine unabhängige Verlängerung per Smartphone kommt laut Auskunft nicht.

Foto: © Stadt Graz

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