Bei einer Pressekonferenz am heutigen Tag haben Landespolizeidirektor Hofrat Mag. Gerald Ortner, Oberst Markus Haas, Stanko Vidovič von der Polizei Maribor sowie Staatsanwalt Dr. Christian Kroschl die bisherigen Erkenntnisse zum Tod der seit Sonntag vermissten Stefanie P. präsentiert. Die 31-jährige Grazerin wurde gestern in Slowenien tot aufgefunden.
Vermisstenmeldung führte rasch zu ersten Hinweisen
Ein Freund und Arbeitskollege der Vermissten schlug am 23. November um 18 Uhr 31 Alarm, nachdem Stefanie P. einen Termin um 14 Uhr nicht eingehalten hatte und er einen Unfall befürchtete. Eine Streife fand kurz darauf den Expartner der jungen Frau in ihrer Wohnung vor, ebenso wie ihren Hund. Erste geringfügige Blutspuren am Türstock sowie das fehlende Mobiltelefon der Vermissten sorgten dafür, dass Ermittler des Landeskriminalamts umfangreiche Suchmaßnahmen einleiteten. Das Handy konnte später in Graz-Eggenberg geortet werden, woraufhin die Suche dorthin verlegt wurde.
Er hätte den Schlüssel zur Wohnung nur deswegen, weil er hin und wieder auf den Hund des Opfers aufpassen würde.
Mit fortschreitenden Befragungen und technischen Auswertungen geriet der Exfreund zunehmend in den Fokus. Eine Zeugin hatte ihn am Vormittag desselben Tages mit einer Plane oder einem Teppich auf der Schulter beim Verlassen des Gebäudes gesehen. Weitere Hinweise zeigten, dass der Mann am Nachmittag des 23. November nach Slowenien gefahren war und nach wenigen Stunden wieder zurückkehrte.
Festnahme in Slowenien – Verdächtiger versuchte offenbar Spuren zu vernichten
Die gemeinsame Ermittlungsarbeit führte dazu, dass slowenische Behörden den Pkw des Tatverdächtigen am 24. November fanden. Das Fahrzeug stand auf einem Parkplatz vor dem Casino Mond in Sentilj in Brand, offenbar mit der Absicht, Spuren zu vernichten. Der Mann wurde noch vor Ort festgenommen.
Laut Stanko Vidovič hatte der Verdächtige das Auto innen mit brennbarer Flüssigkeit übergossen und anschließend versucht, Angestellte in einem benachbarten Gebäude um Hilfe zu bitten. Erst der Datenaustausch mit den österreichischen Behörden brachte den slowenischen Ermittlern den entscheidenden Hinweis, dass der Mann mit dem Verschwinden von Stefanie P. in Verbindung stehen könnte.
Er wurde am Dienstag einem Untersuchungsrichter in Slowenien vorgeführt und am Freitag nach Österreich ausgeliefert.
Geständnis führte die Polizei zum Fundort der Leiche
Während der Vernehmungen in Graz bestritt der mutmaßliche Täter zunächst jede Beteiligung. Erst als ihn die Ermittler mit Beweisen konfrontierten, gestand er die Tötung und gab an, bereits am Nachmittag des 23. November den Leichnam der Stefanie P. in einem Koffer nach Slowenien gebracht zu haben.
Am Folgetag nannte er schließlich ein Waldgebiet in der Nähe von Maribor und markierte den Ort auf einer digitalen Karte. Slowenische Kräfte suchten das Gebiet ab und fanden den Koffer samt Leiche kurz nach Mittag.
Rolle der Angehörigen: Anfangs verdächtigt, inzwischen freigelassen
Zu Beginn richteten sich die Ermittlungen auch gegen zwei Angehörige des Verdächtigen. Es bestand der Verdacht, dass sie bei der Verbringung des Leichnams oder bei der Verschleierung des Aufenthalts eine Rolle gespielt hätten.
Laut Staatsanwalt Dr. Christian Kroschl ergab sich aus den bisherigen Ermittlungen jedoch kein Hinweis darauf, dass die Angehörigen an der Tötung selbst beteiligt waren. Da mit dem Geständnis und der Festnahme des Hauptbeschuldigten der Haftgrund der Verdunkelungsgefahr entfiel, wurden beide wieder aus der Untersuchungshaft entlassen.
Wie die Ermittlungen nun weitergehen
Die Staatsanwaltschaft Graz hat ein Rechtshilfeersuchen gestellt, um den Leichnam zur Obduktion nach Österreich zu überstellen. Die Untersuchung soll klären, welche Verletzungen zum Tod geführt haben und ob die Aussagen des Beschuldigten mit den objektiven Befunden übereinstimmen.
Der Hauptverdächtige befindet sich seit gestern Abend in der Justizanstalt Graz. Die Staatsanwaltschaft hat beantragt, Untersuchungshaft wegen Mordverdachts zu verhängen.






























































