Start Graz Chronik Bewaffneter Mann gemeldet: Cobra stürmt Wohnung in Graz

Bewaffneter Mann gemeldet: Cobra stürmt Wohnung in Graz

Polizeiauto mit Blaulicht in Graz
Archivbild

Die Meldung über einen bewaffneten Mann hat am Donnerstagnachmittag in Graz-Jakomini in der Nähe vom Ostbahnhof einen Großeinsatz der Polizei ausgelöst. Ein Anrufer berichtete, ein Suchtmittelhändler befinde sich in seiner Wohnung und bedrohe ihn und seine Partnerin mit einer Schusswaffe. Das Einsatzkommando Cobra rückte an und betrat die Wohnung. Dort fanden die Beamten allerdings nur den Anrufer, seine Partnerin und einen Hund vor.

Anrufer meldet Bedrohung mit Schusswaffe

Gegen 16:10 Uhr verständigte ein Mann die Polizei. Er gab an, dass sich ein Suchtmittelhändler in seiner Wohnung in der Conrad-von-Hötzendorf-Straße befinde und ihn sowie seine Partnerin mit einer Schusswaffe bedrohe.

Für die Einsatzkräfte bedeutete diese Meldung zunächst eine mögliche akute Gefahrenlage.

Bereits kurz zuvor hatte es an derselben Adresse einen medizinischen Einsatz gegeben. Grund dafür war laut Polizei eine vermutete Überdosis des späteren Anzeigers. Der Mann unterzeichnete dabei einen Revers.

Cobra und Verhandlungsgruppe rücken an

Nach dem Notruf entsandte die Polizei zahlreiche Kräfte nach Jakomini. Neben mehreren Streifen und Beamten der Polizeiinspektion Jakomini rückte die Schnelle Interventionsgruppe (SIG) an.

Da sich ein Hund der Bewohner in der Wohnung befand, zog die Polizei zusätzlich eine Diensthundestreife hinzu.

Die Einsatzkräfte sicherten das Gebäude ab und forderten für den Zugriff das Einsatzkommando Cobra an. Auch die Verhandlungsgruppe Süd stand bereit.

Rund um die Wohnanlage errichtete die Polizei Verkehrssperren. Dabei mussten die Einsatzkräfte laut Polizei auch auf zahlreiche Schaulustige reagieren.

Cobra findet keinen bewaffneten Mann

Beim Zugriff trafen die Cobra-Beamten in der Wohnung lediglich den Anrufer, dessen Partnerin und einen Hund an.

Von dem gemeldeten bewaffneten Mann fehlte jede Spur. Auch eine anschließende Fahndung in der näheren Umgebung blieb erfolglos.

Damit bestätigte sich die zuvor gemeldete Bedrohungslage vor Ort nicht.

Bewohner machen widersprüchliche Angaben

Bei der anschließenden Befragung bemerkten die Polizisten bei den beiden Bewohnern deutliche Anzeichen eines starken Suchtmittelkonsums. Zudem machten sie laut Polizei äußerst widersprüchliche Angaben zum Geschehen.

Was tatsächlich hinter dem Notruf und der gemeldeten Bedrohung steckt, müssen die weiteren Ermittlungen klären.

Eine Amtstierärztin nahm den in der Wohnung anwesenden Hund ab. Die polizeilichen Ermittlungen dauern an.

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