Start Graz Chronik 24,7 Grad: Graz erlebt eine historische Hitzenacht

24,7 Grad: Graz erlebt eine historische Hitzenacht

Die Nacht auf Freitag brachte Graz kaum Abkühlung. An der Universität sank die Temperatur nur auf 24,7 Grad, in Straßgang sogar nur auf 25,3 Grad. Die Messwerte deuten auf eine außergewöhnliche Rekordnacht hin.

Graz Tropennacht

Fenster auf, Durchzug rein, endlich abkühlen. So zumindest der Plan. Doch gestern Abend spielte das Wetter nicht mit. Nur rund eine Stunde nach dem Öffnen der Fenster war es draußen plötzlich wieder mehr als zwei Grad wärmer. Die Hitze kam mitten in der Nacht zurück. Und die Messwerte zeigen: Das war kein subjektiver Eindruck. Graz erlebte eine Nacht mit außergewöhnlich hohen Temperaturen.

An der Messstation Graz Universität der GeoSphere Austria sank die Lufttemperatur am Freitag, 7. August 2026, lediglich auf 24,7 Grad. Diesen Tiefstwert registrierte die Station um 8 Uhr.

Noch wärmer blieb es in Straßgang. Dort erreichte die Temperatur ihren bisherigen Tiefpunkt um 5.40 Uhr bei 25,3 Grad. Auch am Flughafen Graz-Thalerhof fiel das Thermometer nicht unter 24,7 Grad.

Graz blieb weit über der Tropennacht-Grenze

Schon eine Nacht mit mindestens 20 Grad gilt meteorologisch als Tropennacht. Graz lag diesmal deutlich darüber.

An der Universität betrug der Abstand zur 20-Grad-Marke 4,7 Grad. In Straßgang waren es sogar 5,3 Grad.

Damit fehlte in großen Teilen der Stadt jene Abkühlung, die nach einem heißen Sommertag normalerweise zumindest etwas Entlastung bringt.

Auch knapp über dem Boden blieben die Werte hoch. Die Station an der Universität registrierte in fünf Zentimetern Höhe ein Minimum von 23,9 Grad. In Straßgang sank dieser Wert nur auf 24,6 Grad. Am Flughafen lag das Minimum ebenfalls bei 23,9 Grad.

Temperatur stieg in der Nacht wieder an

Besonders auffällig war der Verlauf während der Nacht. Statt kontinuierlich abzukühlen, stieg die Temperatur zeitweise wieder.

Genau das ließ sich auch beim nächtlichen Lüften beobachten. Nachdem die Fenster geöffnet waren und die Außentemperatur zunächst günstig erschien, zeigte das Thermometer etwa eine Stunde später plötzlich wieder etwas mehr als zwei Grad zusätzlich an.

Solche Schwankungen können unter anderem durch Luftströmungen, Wind und den Austausch unterschiedlich warmer Luftmassen entstehen. Gleichzeitig gibt die aufgeheizte Stadt nach Sonnenuntergang weiterhin gespeicherte Wärme an ihre Umgebung ab.

Straßen, Dächer, Fassaden und andere versiegelte Flächen wirken dabei wie Wärmespeicher.

Rekordnacht zeichnet sich ab

Die Werte an der Station Graz Universität sind auch im langjährigen Vergleich außergewöhnlich. Nach den bisherigen Daten zeichnet sich für Graz eine historische Rekordnacht ab.

In Straßgang nicht einmal unter 25 Grad

Besonders extrem fiel die Nacht im Grazer Südwesten aus.

An der Station Graz Straßgang der GeoSphere Austria wurden als niedrigste Lufttemperatur 25,3 Grad gemessen. Dieser Wert stammt von 5:40 Uhr.

Das bedeutet: Selbst in den normalerweise kühlsten Stunden kurz vor oder rund um den Sonnenaufgang blieb das Thermometer dort über 25 Grad.

Am Freitagvormittag ging es anschließend rasch wieder nach oben. Bereits um 11:50 Uhr erreichte Straßgang 30,6 Grad. Um 13:10 Uhr zeigte die Messstation noch 30,1 Grad.

Mehr als 40 Grad knapp über dem Boden

Noch stärker heizten sich Flächen und die bodennahe Luft auf.

In Straßgang registrierte die Station in fünf Zentimetern Höhe bis 12 Uhr maximal 41,8 Grad. Um 13:10 Uhr waren es noch 39,3 Grad.

Am Flughafen Graz-Thalerhof stieg die Temperatur in fünf Zentimetern Höhe bis Mittag auf 36,3 Grad. Die reguläre Lufttemperatur in zwei Metern Höhe erreichte dort bis 12 Uhr 29,4 Grad.

An der Universität wurden bereits um 9:50 Uhr 28 Grad gemessen.

Damit begann nach der außergewöhnlich warmen Nacht praktisch ohne längere Erholung der nächste heiße Tag.

Warum heiße Nächte besonders belastend sind

Nicht nur hohe Tageswerte spielen während einer Hitzewelle eine Rolle. Entscheidend ist auch, wie stark die Temperatur in der Nacht sinkt.

Bleibt es über viele Stunden sehr warm, können Wohnungen und Gebäude weniger Wärme abgeben. Gleichzeitig fällt es schwieriger, Innenräume durch Lüften abzukühlen.

Gerade nach mehreren heißen Tagen verstärkt sich dieser Effekt. Mauern, Dächer und Straßen speichern zunehmend Energie und geben sie während der Nacht wieder ab.

Die Nacht auf Freitag zeigte diesen Effekt in Graz besonders deutlich: Selbst das sonst bewährte Querlüften brachte vielerorts nur begrenzt Abkühlung.

Und zeitweise wurde es draußen sogar wieder wärmer.

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