Polizisten haben in der Nacht auf Donnerstag, 29. Jänner 2026, in Leoben einen mutmaßlichen Telefonbetrüger festgenommen. Ein 22-jähriger Niederländer soll versucht haben, eine 65-jährige Frau um mehrere tausend Euro zu bringen. Die Polizei griff bei der geplanten Geldübergabe ein.
Die Frau hatte gegen 21.30 Uhr Anzeige erstattet. Zuvor hatte sie einen Anruf eines angeblichen Bankmitarbeiters erhalten. Der Anrufer setzte sie unter Druck und forderte mehrere tausend Euro Bargeld. Ein „Bankmitarbeiter“ sollte das Geld noch am selben Abend an ihrer Wohnadresse abholen und angeblich in einem Bankschließfach verwahren.
Gezielte Vorbereitung durch die Polizei
Nach der Anzeige leitete die Polizei umgehend Maßnahmen ein. Mehrere Streifen sowie Zivilkräfte positionierten sich im Umfeld des Mehrparteienhauses. Währenddessen hielt die Täterschaft über Stunden telefonischen Kontakt mit der Frau und verschob den Übergabezeitpunkt mehrfach. Schließlich legten die Täter etwa 00.15 Uhr als Zeitpunkt fest.
Zu diesem Zeitpunkt erschien ein 22-jähriger Mann an der Wohnadresse und übernahm ein Kuvert mit vermeintlichem Bargeld. Unmittelbar danach griffen die eingesetzten Zivilkräfte zu und nahmen den Mann fest. Der Tatverdächtige versuchte noch, über das Stiegenhaus zu flüchten, Polizisten überwältigten ihn jedoch. Dabei verletzte er einen Beamten leicht.
Weitere Ermittlungen laufen
Vor dem Wohnhaus kontrollierten uniformierte Polizisten zudem einen Taxilenker, der den 22-Jährigen von Wien nach Leoben gebracht hatte. Der Lenker konnte glaubhaft darlegen, dass er keine Kenntnis von den betrügerischen Absichten seines Fahrgastes hatte.
Im Zuge der Ermittlungen stellte sich heraus, dass die 65-Jährige möglicherweise bereits am Vortag Opfer derselben Täter geworden war. Unter der gleichen Masche sollen die Tatverdächtigen zwei Bankomatkarten der Frau erlangt haben. Ob es bereits zu unrechtmäßigen Behebungen oder Überweisungen kam, prüfen die Ermittler derzeit.
Der festgenommene 22-Jährige verweigerte die Aussage. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft brachten ihn die Beamten in eine Justizanstalt. Die Ermittlungen zu weiteren Beteiligten und zum telefonischen Hintermann dauern an.
Polizei warnt vor Betrugsmaschen
Die Polizei weist darauf hin, dass Betrugsversuche durch falsche Bank- oder Polizeimitarbeiter derzeit wieder vermehrt auftreten. Banken, Behörden oder die Polizei fordern niemals telefonisch Bargeld, Schmuck oder Bankomatkarten und schicken keine Boten zur Abholung. Wer verdächtige Anrufe erhält, sollte sofort auflegen und über bekannte offizielle Telefonnummern Rücksprache halten oder den Notruf 133 wählen.

























































