Start Steiermark Vermisste 34-Jährige aus der Südsteiermark tot – Polizist teilweise geständig

Vermisste 34-Jährige aus der Südsteiermark tot – Polizist teilweise geständig

Tatort Polizei

Die Suche nach einer seit Anfang Jänner vermissten 34-jährigen Frau aus der Südsteiermark hat eine dramatische Wendung genommen. Nach neuen Ermittlungsfortschritten fanden Einsatzkräfte am Dienstagnachmittag, dem 13. Jänner 2026, in einem Waldstück in der Südoststeiermark eine weibliche Leiche.  Bei dieser handelt es sich zweifelsfrei um die vermisste Frau. Ein 30-jähriger Polizist steht unter dringendem Tatverdacht, die Staatsanwaltschaft beantragte bereits Untersuchungshaft.

Landespolizeidirektor Gerald Ortner, Staatsanwalt Christian Kroschl und Rene Kornberger vom Landeskriminalamt Steiermark informierten heute über den aktuellen Ermittlungsstand. „Es ist nun traurige Gewissheit“, sagte Gerald Ortner. Der Tatverdächtige habe im Zuge mehrerer Einvernahmen ein Teilgeständnis abgelegt und den Fundort der Leiche genannt. Die Frau sei auf tragische Weise ums Leben gekommen, der Verdächtige stehe mit ihrem Tod in Verbindung.

Die Abgängigkeit der Frau aus Tillmitsch im Bezirk Leibnitz meldete ihre Mutter am Samstagabend, dem 10. Jänner 2026. Da die 34-Jährige nicht erreichbar war, suchte die Polizei ihre Wohnung auf. Dort fanden die Beamten jedoch keine Hinweise auf ihren Aufenthaltsort. In der Folge starteten umfangreiche Suchmaßnahmen, an denen auch das Landeskriminalamt Steiermark beteiligt war.

Teilgeständnis führte zum Leichenfund

Der 30-Jährige, seit 2021 ein Beamter des Einsatzkommando Cobra, lernte die Frau über eine Dating-App kennen. Zwischen beiden bestand laut Polizei eine Affäre. Zunächst hatte der Mann angegeben, zuletzt im Dezember Kontakt mit der 34-Jährigen gehabt zu haben. Erst nachdem Ermittler ihm Nachrichten einer Freundin des Opfers vorlegten, räumte er ein, die Frau am Freitag, 9. Jänner 2026, getroffen zu haben. An diesem Tag verschwand sie.

Am Dienstagnachmittag legte der Polizist schließlich ein Teilgeständnis ab. In weiterer Folge führte er die Ermittler zu einem Waldstück in der Nähe seines Wohnortes im Bezirk Südoststeiermark. Dort fanden Einsatzkräfte die im Boden vergrabene Leiche der Frau. Die Spurensicherung und Forensik nahmen noch am selben Tag ihre Arbeit auf.

Tatzeitraum am Freitagabend

Die Ermittler gehen derzeit davon aus, dass die Tat am Freitag zwischen 19.00 Uhr und Mitternacht geschah. Wo genau die Frau ums Leben kam, ist noch unklar. Im Raum stehen ihre Wohnung, ein Fahrzeug oder ein anderer Ort im Raum Leibnitz. Auffällig sei laut Polizei gewesen, dass die Wohnung der Frau bei der ersten Nachschau sehr aufgeräumt wirkte.

Auch das Mobiltelefon der Frau spielte eine Rolle in den Ermittlungen. Es war zuletzt im Raum Kirchberg eingeloggt, danach jedoch nicht mehr aktiv. Der Tatverdächtige gab an, das Handy im Auto mitgeführt und später zwischen Leibnitz und seinem Wohnort aus dem Fenster geworfen zu haben. Das Gerät wurde bislang nicht gefunden.

Keine Hinweise auf Mittäter

Hinweise auf weitere Beteiligte gibt es derzeit nicht. Auch Spuren am Fundort der Leiche deuten laut Polizei nicht darauf hin, dass der Mann beim Vergraben Hilfe hatte.

In den frühen Morgenstunden des Mittwochs änderten die Ermittler den Status des Mannes vom Verdächtigen zum Beschuldigten. Er wurde festgenommen und in die Justizanstalt Graz-Jakomini eingeliefert. Die Staatsanwaltschaft beantragte Untersuchungshaft. Eine Obduktion soll nun die genaue Todesursache klären und auch feststellen, ob die Frau schwanger war. Weitere Details gab die Polizei aus Rücksicht auf die Angehörigen und die laufenden Ermittlungen nicht bekannt.

Im Zuge der Ermittlungen prüft die Polizei auch den Waffenbesitz des Beschuldigten. Nach Angaben der Ermittler verfügte der 30-Jährige über mehrere legale Waffen. Zudem steht eine weitere Waffe im Fokus, die im Jahr 2019 im Zusammenhang mit einer strafbaren Handlung entwendet worden sein soll. Darüber hinaus ermitteln die Behörden wegen einer Übungswaffe, die in Wiener Neustadt abhandengekommen sein dürfte.

Die Ermittlungen führt weiterhin das Landeskriminalamt Steiermark. Eine mögliche Befangenheit schloss Landespolizeidirektor Gerald Ortner aus, da das Einsatzkommando Cobra organisatorisch nicht der steirischen Polizei untersteht.

Hinterlasse einen Kommentar

Bitte schreibe hier deinen Kommentar
Dein Name