Der Bauernmarkt am Hofbauerplatz in Graz-Eggenberg steht vor einem umfassenden Neustart. Die bestehende, denkmalgeschützte Markthalle aus den 1970er-Jahren wird mit Beginn am 2. Februar 2026 abgetragen und originalgetreu neu errichtet. Ziel ist es laut der Stadt, den Markt langfristig zu sichern, technisch zu modernisieren und die Aufenthaltsqualität zu verbessern. Während der Bauzeit bleibt der Marktbetrieb am Eggenberger Bauernmarkt aufrecht und übersiedelt vorübergehend in den angrenzenden Park.
Warum ein Neubau vom Eggenberger Bauernmarkt notwendig ist

Die bestehende Markthalle ist über 50 Jahre alt und befindet sich in einem baulich schlechten Zustand. Eine Sanierung wäre technisch und wirtschaftlich nicht mehr sinnvoll. Durch den Abbruch und die denkmalgerechte Neuerrichtung soll der Charakter der Halle erhalten bleiben, während gleichzeitig aktuelle Sicherheitsstandards, moderne Infrastruktur und zeitgemäße Nutzungsmöglichkeiten umgesetzt werden.
Der Eggenberger Bauernmarkt erfüllt eine wichtige Nahversorgungsfunktion im Bezirk. Rund 35 Betriebe verkaufen dort regelmäßig regionale Produkte. Der Neubau stellt sicher, dass dieser traditionelle Bauernmarkt auch künftig bestehen kann.
Architektur zwischen Denkmalschutz und Moderne
Die ursprüngliche Markthalle wurde 1972 vom Grazer Architekten Franz Forstlechner geplant. Prägend sind die markante Stahlbetonkonstruktion und die W-förmigen Stützen, die als typisches Beispiel der Architektur dieser Zeit unter Denkmalschutz stehen.
Der Neubau orientiert sich eng an diesem historischen Entwurf. Die charakteristischen Betonstützen werden in gleicher Form wiedererrichtet. Das Dach wird neu interpretiert, bleibt aber dem ursprünglichen Erscheinungsbild treu. Große Öffnungen und Lichtflächen sollen künftig für eine helle, offene Atmosphäre sorgen.
Zum Einsatz kommen Sichtbeton, Stahl, Holz in Form von Brettschichtholz und Brettsperrholz, Glas sowie eine Titanzink-Dachdeckung. Optisch bleibt die Halle nahezu unverändert, technisch erfüllt sie jedoch aktuelle Bau- und Sicherheitsnormen.
Zeitplan und Bauablauf
Die Bauarbeiten starten mit der Baustelleneinrichtung, anschließend erfolgt der Abbruch der bestehenden Halle. Danach errichtet man die neue Markthalle, gestaltet den Platz neu und setzt abschließend die Bäume. Die Arbeiten beginnen am 26. Jänner 2026 und dauern voraussichtlich bis Sommer 2026. Im Herbst soll der Markt wieder in der neuen Halle stattfinden können.
Der Abbruch erfolgt unter restauratorischer Fachbegleitung. Alle relevanten Bauteile wurden vorab dokumentiert und mit dem Bundesdenkmalamt abgestimmt.
Bauernmarkt Marktbetrieb bleibt aufrecht
Der Bauernmarkt bleibt während der gesamten Bauphase bestehen. Er wird lediglich um wenige Meter in den angrenzenden öffentlichen Park verlegt. Probeaufstellungen der portablen Tische wurden bereits durchgeführt. Alle 35 Standbetreiber:innen können dort ihre Waren anbieten.
Die Marktzeiten bleiben unverändert. Der Markt findet weiterhin mittwochs und samstags von 6 bis 13 Uhr statt. Sortiment und Atmosphäre bleiben gleich, auch wenn die Anwesenheit einzelner Stände saisonal variiert.
Neue Ausstattung und flexible Nutzung
Die neue Markthalle erhält moderne Strom- und Wasseranschlüsse, LED-Beleuchtung, Energieanschlüsse für Marktstände sowie eine Photovoltaikanlage. Regenwasser wird gesammelt und für die Bewässerung der Grünflächen genutzt.
Die bestehenden Terrazzo-Platten der Markttische werden saniert und wiederverwendet. Teilweise platziert man sie fix um die Stützen, zusätzlich kommen mobile Tische zum Einsatz. Dadurch lässt sich der Innenraum flexibel nutzen. Ergänzend entsteht eine öffentliche WC-Anlage mit rund 25 Quadratmetern Fläche.
Die Markthalle selbst umfasst etwa 650 Quadratmeter. Das gesamte Projektgebiet misst rund 1.400 Quadratmeter.
Neugestaltung des Platzes und Klimamaßnahmen
Die gesamte Platzoberfläche wird erneuert. Geplant sind neue Wege, Grünflächen, verbesserte Zugänge zum Park, ein Trinkbrunnen sowie eine WC-Anlage mit Dachbegrünung.
Die vorhandenen 23 Bäume wurden fachlich begutachtet. Da die Standortbedingungen für gesundes Wachstum nicht ausreichen, ersetzt man sie. Neun vitale Bäume wurden bereits an einen anderen Standort verpflanzt. Insgesamt setzt die Stadt 23 neue, klimafitte Bäume, voraussichtlich Gleditschien.
Diese wachsen in einem Schwammstadt– beziehungsweise Stockholmsystem. Dabei speichert ein spezieller Bodenaufbau Regenwasser, filtert es und gibt es zeitverzögert wieder ab. Unter befestigten Flächen befindet sich ein grobkörniges Substrat, das Wasser und Luft speichert und den Wurzeln ausreichend Raum bietet. Zusätzlich leitet man Regenwasser gezielt in diese Wurzelräume. So tragen die Bäume aktiv zur Kühlung des Platzes bei und bleiben langfristig vital. Überschüssiges Wasser sammelt eine Sickerzisterne und entlastet die Kanalisation.
Kosten und Auswirkungen
Die Gesamtprojektkosten betragen laut Gemeinderatsbeschluss vom 4. Juli 2024 rund 3.986.000 Euro. Für Anrainer:innen und Besucher:innen sind nur geringe Einschränkungen zu erwarten. Kurzzeitige Beeinträchtigungen kann es punktuell bei Anlieferungen geben. Lärm und Staub sollen nur zeitweise auftreten, etwa während des Abbruchs. Bauarbeiten sind werktags von Montag bis Samstag zwischen 6 und 19 Uhr erlaubt.
























































