In der Grazer Gablenzkaserne hat am Donnerstag der Bau einer neuen Panzerwerkstätte offiziell begonnen. Verteidigungsministerin Klaudia Tanner setzte gemeinsam mit Landeshauptmann Mario Kunasek den Spatenstich für das Projekt. Die neue Infrastruktur soll die Einsatzbereitschaft der Pandur-Evolution-Flotte des Bundesheeres langfristig absichern.
Die Werkstätte entsteht für das Heereslogistikzentrum Graz, das für sämtliche Mannschaftstransportpanzer des Typs Pandur verantwortlich ist. Künftig erfolgen dort Wartung, Instandsetzung und technische Überprüfungen der neu beschafften Fahrzeuge.
Infrastruktur als Voraussetzung für Einsatzbereitschaft
Verteidigungsministerin Klaudia Tanner betonte in ihrer Rede die Bedeutung moderner Infrastruktur für ein funktionierendes Bundesheer. Der Pandur sei vielseitig einsetzbar und sowohl für die Landesverteidigung als auch für internationale Einsätze vorgesehen. Moderne Fahrzeuge benötigten jedoch entsprechende bauliche Voraussetzungen. Die neue Werkstätte in Graz leiste daher einen wesentlichen Beitrag zur Mobilität und Einsatzfähigkeit des Bundesheeres, erklärte Tanner.
Darüber hinaus verwies die Ministerin auf den sicherheitspolitischen Kontext. Angesichts internationaler Krisen brauche Österreich ein gut ausgestattetes und vorbereitetes Bundesheer. Der Aufbauplan 2032+ bilde dafür den strategischen Rahmen. Investitionen in Gerät und Infrastruktur gingen Hand in Hand und erforderten politischen Schulterschluss.
Regionale Wertschöpfung und Landesverteidigung
Auch Landeshauptmann Mario Kunasek ordnete das Projekt in einen größeren Zusammenhang ein. Der Neubau sei ein weiterer Schritt in Richtung Modernisierung des Bundesheeres und zugleich ein Impuls für die regionale Wertschöpfung. Eine leistungsfähige Landesverteidigung brauche nicht nur moderne Ausrüstung, sondern auch ausreichend Personal und Ausbildung, sagte Kunasek. In diesem Zusammenhang sprach er sich erneut für eine Weiterentwicklung der Wehrpflicht und verpflichtende Übungsphasen aus:
Kunasek hob zudem die enge Zusammenarbeit zwischen Bund, Land und Bundesheer hervor. Diese Kooperation habe es ermöglicht, Projekte wie dieses voranzubringen und effizient umzusetzen.
Technische Daten und Bauablauf
Das Werkstättengebäude entsteht in Massivbauweise mit vorgefertigten Bauteilen und Wärmedämmverbundsystem. Geplant sind sechs Stellplätze für Service und Instandsetzung, eine Prüfstraße sowie eine spezielle Reifenwerkstätte für Notlaufelemente. Letztere stellt laut Bundesheer ein Alleinstellungsmerkmal innerhalb der Streitkräfte dar. Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach soll einen Teil des Strombedarfs decken.
Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 6,3 Millionen Euro. Die Fertigstellung ist für Dezember 2026 vorgesehen. Die Anlage ist auf die Betreuung von insgesamt 225 Pandur-Evolution-Fahrzeugen in unterschiedlichen Ausführungen ausgelegt.
Direktion 7 verantwortet Umsetzung
Hofrat Johannes Sailer von der Direktion 7 Infrastruktur erläuterte die planerischen Herausforderungen des Projekts. Aufgrund der besonderen Aufgaben des Heereslogistikzentrums Graz habe man die Werkstätte neu konzipiert. Ziel sei es gewesen, ein Kompetenzzentrum für den Pandur Evolution zu schaffen und gleichzeitig die städtebaulichen Vorgaben der Stadt Graz einzuhalten.
Das Gebäude umfasst rund 2.080 Quadratmeter Bruttogeschoßfläche. Neben den Werkstätten entstehen auch Lagerflächen, Mehrzweckräume sowie Aufenthalts- und Sanitärbereiche. Sailer betonte, dass Kostenrahmen und Bauzeit derzeit unter den ursprünglichen Planungen liegen. Bei konstruktiver Zusammenarbeit aller Beteiligten solle das Projekt innerhalb von rund zwölf Monaten abgeschlossen werden.
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Fotos: Inside Graz



























































