Start Graz Chronik Sicherheitsgipfel zu Blackout und Extremismus in Graz

Sicherheitsgipfel zu Blackout und Extremismus in Graz

Sicherheitsgipfel Blackout Extremismus
Foto © Land Steiermark / Robert Binder

Bei einem Sicherheitsgipfel in Graz beriet die steiermärkische Landesregierung gemeinsam mit Fachleuten über Risiken von großflächigen Stromausfällen sowie über den Stand der Vorsorgemaßnahmen im Bundesland. Anlass für das Treffen bildete ein Brandanschlag auf Teile des Berliner Stromnetzes Anfang Jänner 2026, der in mehreren Bezirken zu tagelangen Ausfällen geführt hatte.

Zu dem Gipfel mit dem Titel „Blackout und Extremismus“ lud Landeshauptmann Mario Kunasek am 5. Februar 2026 in den Weißen Saal der Grazer Burg. Im Mittelpunkt standen mögliche Gefährdungen kritischer Infrastruktur, unter anderem durch extremistische Anschläge, sowie die Frage, wie gut die Steiermark auf einen länger andauernden Stromausfall vorbereitet ist.

Nach Angaben der beteiligten Experten gilt das steirische Stromnetz als stabil. Im Jahresdurchschnitt komme es lediglich zu kurzen Ausfällen von insgesamt wenigen Minuten. Dennoch schlossen die Teilnehmer gezielte Angriffe oder außergewöhnliche Schadensereignisse nicht aus. Daher spiele neben staatlichen Maßnahmen auch die private Vorsorge eine wichtige Rolle, um den Alltag im Ernstfall bewältigen zu können.

An den Beratungen nahmen neben Landeshauptmann-Stellvertreterin Manuela Khom mehrere Mitglieder der Landesregierung sowie Vertreter der Landtagsklubs teil. Auch Sicherheitsbehörden, das Bundesheer, Energieversorger, Einsatzorganisationen und der ORF waren eingebunden. Landespolizeidirektor Gerald Ortner und der Leiter des Landesamtes für Staatsschutz und Extremismusbekämpfung Steiermark, Rupert Meixner, berichteten über aktuelle Bedrohungslagen und Präventionsmaßnahmen. Militärkommandant Heinz Zöllner stellte die Rolle des Bundesheeres im Krisenfall dar.

Über technische Sicherheitsvorkehrungen informierten Vertreter der Energienetze Steiermark und der Energie Steiermark. Zudem erläuterte Harald Eitner, Leiter der Fachabteilung Katastrophenschutz, die bestehenden Blackout-Vorsorgekonzepte des Landes. Dazu zählen unter anderem Notstromlösungen für Bezirkshauptmannschaften, Pflegeheime und zentrale Landeseinrichtungen sowie abgesicherte Kommunikationsverbindungen zwischen Einsatzorganisationen.

Im Rahmen der Diskussionen wiesen die Experten auch auf offene Punkte hin. Dazu zählen etwa die Sicherstellung der Treibstoffversorgung bei Tankstellen, funktionierende Aufzüge mit Notstrom sowie die Betreuung von Fahrgästen bei Zug- oder Flugausfällen. Auch die Verfügbarkeit von Bargeld wurde als wesentlicher Faktor für die Krisenbewältigung genannt:

Die Steiermark verfügt seit 2023 über einen Blackout-Maßnahmenplan für die Landesverwaltung. Ergänzend dazu trat ein gesamtsteirischer Blackout-Plan in Kraft, der alle relevanten Bereiche von Energie über Gesundheit bis Verkehr erfasst. In insgesamt 48 Kapiteln dokumentiert dieser Plan den Stand der Vorsorge und wird laufend überprüft und angepasst.

Abschließend betonten die Teilnehmer, dass Blackout-Vorsorge ein fortlaufender Prozess bleibt. Neben Bund, Ländern und Gemeinden trage auch die Bevölkerung Verantwortung, sich auf mögliche Stromausfälle vorzubereiten. Schulungsangebote, etwa durch den Zivilschutzverband, sollen dieses Bewusstsein weiter stärken.

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