In der Grazer Innenstadt beginnt am 20. November 2026 wieder die Weihnachtsmarkt-Saison. Zwischen festlich geschmückten Gassen, Kunsthandwerk, Punschständen und zahlreichen Angeboten für Familien gibt es auch heuer einiges zu entdecken. 15 Adventmärkte, rund 760.000 LED-Lichter und zwei besondere Jubiläen prägen die Vorweihnachtszeit. Allerdings hinterlassen die Sparmaßnahmen der Stadt auch beim Advent ihre Spuren.
40 Jahre Advent in Graz: Vom einzelnen Markt zur Weihnachtsstadt
Der Grazer Advent feiert 2026 seinen 40. Geburtstag. Im Jahr 1986 eröffnete der erste Christkindlmarkt am Franziskanerplatz, nachdem die Idee entstanden war, das Weihnachtsgeschehen vom Volksgarten stärker in die Innenstadt zu verlagern.
Ein weiterer Meilenstein folgte 1995. Unter dem Namen „Advent der Regionen“ entstand ein Konzept, das mehrere innerstädtische Plätze miteinander verband. Neue Marktstände, eine erweiterte Weihnachtsbeleuchtung und der Adventkalender am Rathaus machten die Innenstadt zunehmend zum vorweihnachtlichen Treffpunkt.
Mittlerweile gehört der Advent auch wirtschaftlich zu den bedeutenden Veranstaltungen in Graz.
Laut Rückblick der Holding Graz besuchten 2025 rund 3,15 Millionen Menschen die Grazer Innenstadt während der Adventzeit. Die Markt- und Standbetreiber erzielten einen Gesamtumsatz von ungefähr fünf Millionen Euro, rund zwei Prozent mehr als im Jahr davor.
Davon profitierten insbesondere Gastronomie und Handel. Auch für die Hotellerie spielt der Dezember eine wichtige Rolle: Während Graz in den 1990er-Jahren in diesem Monat rund 27.000 Übernachtungen verzeichnete, sind es mittlerweile bis zu 110.000.

René Apfelknab, Wirtschaftsstadtrat der Stadt Graz:
Der Advent in Graz ist weit mehr als eine Veranstaltungsreihe. Er stärkt die Wirtschaft, belebt unsere Innenstadt, sorgt für Wertschöpfung und schafft gleichzeitig einen Ort der Begegnung für Menschen aller Generationen. Gemeinsam mit unseren Partner:innen gelingt es Jahr für Jahr, ein attraktives und stimmungsvolles Angebot für Grazer:innen sowie zahlreiche Gäste aus dem In- und Ausland zu gestalten und damit einen wichtigen Impuls für Gastronomie, Hotellerie und Handel in Graz zu setzen.
Das ist bei den Adventmärkten 2026 neu
Am Freitag, 20. November 2026, öffnen die Grazer Adventmärkte. Der Kunsthandwerksmarkt am Färberplatz folgt am 27. November.
Anders als im Vorjahr, als 16 Märkte zum Adventprogramm gehörten, sind es 2026 nur noch 15. Gleichzeitig ändert sich an einigen Standorten etwas.
Die größte Veränderung betrifft den Markt „Gutes aus aller Welt“. Er zieht vom Tummelplatz auf den Freiheitsplatz. Dort bieten Aussteller aus verschiedenen Ländern unter anderem Kunsthandwerk, Geschenkideen, Textilien und internationale Produkte an.
Nicht mehr dabei ist der ARTvent im Lesliehof. Der zuständige Kunsthandwerksverein kann den Markt nach Angaben der Holding mit den verfügbaren Ressourcen nicht mehr durchführen.
Den Kinderadvent führt die Holding 2026 unter dem Standort Kapistran-Pieller-Platz. Besucher finden das Angebot damit weiterhin im Bereich der Franziskanerkirche und der Kleinen Neutorgasse.
Alle 15 Adventmärkte 2026 im Überblick
- Christkindlmarkt vor dem Rathaus am Hauptplatz
- Adventlounge in der Schmiedgasse
- Advent am Eisernen Tor
- Gutes aus aller Welt am Freiheitsplatz
- Adventmarkt am Glockenspielplatz
- Adventmarkt am Mehlplatz
- Grieskindlmarkt am Nikolaiplatz
- Christkindlmarkt am Südtiroler Platz
- Aufsteirern-Weihnachtsmarkt am Schlossberg
- Altgrazer Christkindlmarkt im Franziskanerviertel
- Kinderadvent am Kapistran-Pieller-Platz
- Adventmarkt im Joanneumsviertel
- Kunsthandwerksmarkt am Färberplatz
- Winter Wonderlend am Mariahilferplatz
- Weihnacht am Karmeliterplatz
Das Angebot reicht von steirischen Spezialitäten und traditionellen Weihnachtsgeschenken bis zu internationalem Kunsthandwerk und kreativen Geschenkideen. Viele Märkte liegen nur wenige Gehminuten auseinander.
Weihnachtsbeleuchtung: 760.000 Lichter für Graz
Bereits am 19. November 2026 um 16 Uhr beginnt am Eisernen Tor die Weihnachtszeit mit dem offiziellen Einschalten der Weihnachtsbeleuchtung.
Rund 760.000 LED-Lichtpunkte schmücken nach Angaben der Holding mehr als 70 Straßen, Gassen und Plätze. Die Beleuchtung bleibt bis einschließlich 6. Jänner 2027 in Betrieb.
Besonders die Herrengasse zählt mit ihrem Lichterdach zu den bekanntesten Fotomotiven des Grazer Advents. Daneben sorgen unterschiedliche Lichtmotive in der Innenstadt und die Projektionen auf der Fassade des Grazer Rathauses für weihnachtliche Stimmung.
Die Rathausprojektion gestaltet erneut das Künstlerkollektiv OchoReSotto, das seit mehr als 15 Jahren an der Umsetzung beteiligt ist.
Trotz der zahlreichen Lichtpunkte konnte die Stadt den Energiebedarf der Beleuchtung langfristig reduzieren. Die elektrische Anschlussleistung liegt laut Holding mittlerweile um 75 Prozent unter dem Wert von 2007, obwohl sich die Zahl der Lichtpunkte seither verdreifacht hat.
Christbaum aus Semriach und 30 Jahre Grazer Eiskrippe
Am Hauptplatz steht 2026 eine rund 26 Meter hohe Fichte aus Semriach. Der Baum ist etwa 60 Jahre alt und damit ungefähr zwei Meter kleiner als sein Vorgänger aus dem Jahr 2025.
Die Energie Graz übernimmt wieder die festliche Beleuchtung. Am 28. November um 16 Uhr schaltet sie gemeinsam mit den Verantwortlichen die Lichter am Christbaum ein.
Nur eine Stunde später folgt ein weiterer Höhepunkt: Um 17 Uhr eröffnet die Eiskrippe im Landhaushof.
Die Grazer Eiskrippe wird 30 Jahre alt
1996 schuf der österreichische Eiskünstler Gert J. Hödl erstmals eine Eiskrippe im Grazer Landhaushof. Drei Jahrzehnte später gehört das Kunstwerk aus Eis zu den bekanntesten Attraktionen der Adventzeit.
Für die Jubiläumsausgabe 2026 übernimmt erneut der finnische Eiskünstler Kimmo Frosti mit seinem internationalen Team die Gestaltung. Mehr als 35 Tonnen Eis bilden die Grundlage für die winterliche Krippenszene.
Bereits am 21. November können Interessierte beim Schauschnitzen in Stainz verfolgen, wie die Figuren entstehen. Neu im Programm sind dort auch tastbare Figuren, die blinden und sehbehinderten Menschen einen Zugang zur Eisgestaltung ermöglichen. Wir waren voriges Jahr beim Schauschnitzen mit der Kamera dabei – Video ansehen.
Advent für Familien: Märchenwald, Workshops und neue Ruheinseln
Auch 2026 gibt es in Graz zahlreiche Möglichkeiten, die Adventzeit gemeinsam mit Kindern zu verbringen.
Am Schlossbergplatz öffnet wieder der „Wald der Geschichten“. Etwa 60 weihnachtlich geschmückte Bäume, Lichtinstallationen und Märchen, die sich über QR-Codes abrufen lassen, laden zum Entdecken ein.
Ein Fotopunkt in Form einer Schneekugel ergänzt den Märchenwald.
Programm für Kinder und Familien
- Engerlwerkstatt und verschiedene Bastelangebote
- Adventkranzbinden und Bienenwachskerzenziehen
- Glasgravur-, Schokoladen- und Malworkshops
- Kasperltheater, Zaubershows und Spiele
- Kinderschminken und Kinderführungen
- Nikolaus- und Krampusbesuche
- Christkind-Postamt und gemeinsames Weihnachtssingen
Erstmals Ruheinseln auf den Adventmärkten
Eine Neuerung betrifft die Barrierefreiheit: Die Holding plant 2026 erstmals eigene Ruheinseln auf den Grazer Adventmärkten.
Diese Rückzugsbereiche richten sich besonders an Menschen, die Menschenmengen, laute Geräusche oder intensive Lichteindrücke als belastend erleben. Dazu gehören beispielsweise Menschen im Autismus-Spektrum.
Dort sollen Besucher eine Pause vom Trubel einlegen können. An welchen Märkten die Ruheinseln konkret zur Verfügung stehen, geht aus der bisherigen Programmpräsentation noch nicht hervor.
Grazer Winterwelt mit 3.000 Quadratmetern Eisfläche
Wer sich im Advent sportlich betätigen möchte, findet in der Grazer Winterwelt in der Jahngasse wieder einen 3.000 Quadratmeter großen Eislaufplatz.
Neben dem öffentlichen Eislaufen gehören auch Eishockey und Eisstockschießen zum Angebot. Ein Schlittschuhverleih und ein Gastronomiebereich ergänzen die Winterwelt.
Die Saison beginnt Mitte November und dauert bis zum 31. Jänner 2027.
Musik, Kunst und besinnliche Plätze
Auch abseits der Weihnachtsmärkte bietet Graz verschiedene kulturelle Veranstaltungen und Installationen.
Eine davon trägt den Namen „Stüh“ und ist vom 1. bis 20. Dezember im Innenhof des Minoritenzentrums zu sehen. Die künstlerisch gestaltete Krippe verbindet einen ruhigen Aufenthaltsbereich mit einem Veranstaltungsprogramm.
Die Grazer Murinsel erhält ebenfalls eine weihnachtliche Gestaltung. Mehr als 100 geschmückte Christbäume und Lichtinstallationen sollen die Insel und ihre Umgebung in Szene setzen.
Klangspuren im Advent entfallen wieder
Ein 2025 neu eingeführtes Angebot pausiert bereits nach seiner ersten Saison: Die „Klangspuren im Advent“ finden 2026 nicht als organisiertes Musikprogramm statt.
Im vergangenen Jahr traten im Rahmen dieser Reihe steirische Chöre und Musikgruppen an verschiedenen Orten auf. Aufgrund der Sparmaßnahmen verzichtet die Holding heuer auf die Durchführung.
Ganz ohne Weihnachtsmusik muss die Innenstadt dennoch nicht auskommen. Für Chöre und Musikgruppen stehen weiterhin Auftrittsmöglichkeiten im Landhaushof zur Verfügung.
Mit Adventbim und Bummelzug durch die Weihnachtsstadt
Auch 2026 können Besucher die Grazer Adventmärkte mit zwei besonderen Verkehrsmitteln erkunden.
Der elektrisch betriebene Adventbummelzug fährt ab 20. November täglich durch die Innenstadt. Er startet am Hauptplatz und führt unter anderem durch die Schmiedgasse, Herrengasse, Stubenberggasse, Neutorgasse und Murgasse.
Eine Fahrt kostet laut Holding 4 Euro für Erwachsene und 2 Euro für Kinder.
Daneben ist wieder die historische Adventbim unterwegs. Von Freitag bis Sonntag fährt sie zwischen Jakominiplatz und Laudongasse über die Herrengasse, den Südtiroler Platz und die Annenstraße. Die Fahrten sind jeweils ungefähr zwischen 16 und 21 Uhr vorgesehen.
Nur noch drei kostenlose Öffi-Samstage
Während Grazer und Besucher 2025 an vier Samstagen kostenlos mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren konnten, sind es 2026 nur noch drei.
Die kostenlosen Adventfahrten gelten am:
- 5. Dezember 2026
- 12. Dezember 2026
- 19. Dezember 2026
Die Aktion umfasst die regulären Grazer Öffis in der Tarifzone 101 sowie die Schlossbergbahn. Nachtbusse sind ausgenommen.
Mehr dazu: Gratis-Öffis an den Adventsamstagen in Graz.
Sparmaßnahmen beim Advent in Graz 2026
Die angespannte finanzielle Lage der Stadt wirkt sich auch auf das Adventprogramm aus.
Die Holding Graz hat nach eigenen Angaben verschiedene Angebote überprüft und einzelne Programmbestandteile gestrichen oder zusammengelegt.
Neben dem entfallenen Musikprogramm und dem Rückgang auf 15 Adventmärkte setzt die Holding 2026 auf eine stärkere finanzielle Beteiligung von Graz Tourismus und dem Tourismusverband Region Graz.
Zusätzlich gelten heuer umfangreichere organisatorische Sicherheitsvorgaben. Die GPS übernimmt die Entwicklung und Umsetzung eines Sicherheitskonzepts. Der Advent läuft 2026 erstmals seit der Coronapandemie wieder als Großveranstaltung.
Wie hoch die gesamten Veranstaltungskosten sind und welche konkreten Einsparungen die Änderungen bringen, geht aus der Präsentation nicht hervor.
Wichtige Termine im Grazer Advent 2026
| Datum | Uhrzeit | Veranstaltung | Ort |
|---|---|---|---|
| 13.11. | 17:00-19:00 | Start der Grazer Winterwelt mit Eisdisco | Jahngasse |
| 19.11. | 16:00 Uhr | Einschalten der Weihnachtsbeleuchtung | Eisernes Tor |
| 20.11. | 10:00 Uhr | Eröffnung der Adventmärkte | Innenstadt |
| 21.11. | 10:00-17:00 Uhr | Schauschnitzen der Eiskrippe | Stainz |
| 26.11. | 17:00 Uhr | Adventkranzsegnung | Schlossbergplatz |
| 27.11. | 10:00 Uhr | Start des Kunsthandwerksmarkts | Färberplatz |
| 28.11. | 16:00 Uhr | Beleuchtung des Christbaums | Hauptplatz |
| 28.11. | 17:00 Uhr | Eröffnung der Eiskrippe | Landhaushof |
| 01.12. | Noch offen | Start der Krippeninstallation „Stüh“ | Minoritenzentrum |
Die meisten Adventmärkte schließen am 23. oder 24. Dezember. Einzelne Märkte, etwa am Schlossberg und am Nikolaiplatz, beenden ihre Saison bereits am 20. Dezember.
Verena Hölzlsauer, Leitung Eventmanagement Holding Graz:
Der Advent in Graz verbindet Tradition, Begegnung und wirtschaftliche Impulse auf besondere Weise. Unser Ziel ist es, gemeinsam mit den vielen engagierten Partner:innen ein hochwertiges Gesamterlebnis zu schaffen und die Innenstadt als lebendigen und sicheren Treffpunkt in der Vorweihnachtszeit zu stärken. Mein Dank gilt allen Marktbetreiber:innen, unseren Partner:innen aus Tourismus, Wirtschaft und Kultur, den zuständigen Dienststellen und allen Beteiligten, die dieses Programm möglich machen. Wir freuen uns darauf, ab 19. November die Grazer Innenstadt wieder zum Leuchten zu bringen.
























































