
Mit 80.000 Euro unterstützt die Stadt Graz zwölf Projekte, die neue Besucher in die Innenstadt bringen, Leerstände nutzen oder zusätzliche Angebote schaffen sollen. Die Bandbreite reicht von einem Buchgeschäft mit Café über Spielangebote am Lendplatz und wandernde Vintage-Märkte bis zu einem alternativen Weihnachtsmarkt am Esperantoplatz.
Beim Pressegespräch im Grazer Lendhafen präsentierten Wirtschaftsstadtrat René Apfelknab (FPÖ), Andrea Keimel von der Wirtscaftsabteilung, und Citymanagerin Elisa-Maria Steinberger am 16. September die Ergebnisse des Fördercalls „Impulse für die Grazer Innenstadt“. Insgesamt gingen 88 Projekte ein. Nach der inhaltlichen Prüfung kamen 35 Projekte vor die Fachjury, zwölf davon erhalten nun eine Förderung:
Das Förderprogramm hatte der Grazer Gemeinderat bereits am 18. Juni 2026 ohne Gegenstimme beschlossen. Gefördert werden Projekte innerhalb der definierten Innenstadt-Kernzone, die Leerstände aktivieren, zusätzliche Frequenz schaffen oder die Aufenthaltsqualität verbessern. Pro Projekt übernimmt die Stadt bis zu 80 Prozent der förderfähigen Kosten, maximal jedoch 8.000 Euro. Insgesamt stehen 80.000 Euro bereit.
Ideen aus der Innenstadt sollen schneller Realität werden
Für René Apfelknab, der das Wirtschaftsressort der Stadt Graz verantwortet, soll das Programm konkrete Aktivitäten in der Innenstadt unterstützen.
Eine lebendige Innenstadt braucht Menschen, die Ideen haben, investieren und etwas bewegen wollen. Genau hier setzen wir an: Wir unterstützen konkrete Projekte, die zusätzliche Frequenz schaffen, Leerstände beleben und damit die Grazer Innenstadt als Wirtschafts- und Lebensraum nachhaltig stärken.
Elisa-Maria Steinberger erklärte beim Pressegespräch, dass sie in ihren Gesprächen mit Betrieben und Institutionen viel Bereitschaft wahrnehme, selbst an neuen Angeboten für die Innenstadt mitzuwirken. Das Citymanagement wolle deshalb nicht sämtliche Projekte selbst organisieren, sondern Initiativen aus der Stadt unterstützen. Dazu gehört auch ein finanzieller Eigenanteil der Projektträger.
Bei der Auswahl legte die Jury den größten Schwerpunkt auf Relevanz und Wirksamkeit. Dieses Kriterium floss mit 35 Prozent in die Bewertung ein. Danach folgten Umsetzbarkeit mit 25 Prozent, Dauerhaftigkeit und Nachhaltigkeit mit 20 Prozent sowie Innovationsgrad und Kreativität mit jeweils zehn Prozent.
Das sind die zwölf geförderten Projekte
- Cool in Lend – Spielend und hüpfend durch die Innenstadt: Fratz Graz möchte Teile des Lendplatzes spielerisch gestalten. Vorgesehen sind unter anderem Straßenmalereien mit Himmel und Hölle, Labyrinth, Weitsprung oder Zielwerfen. Auch Bereiche rund um die Bushaltestelle sollen Teil des Konzepts werden. Das Angebot richtet sich an Kinder, Jugendliche und Erwachsene.
- Buchgeschäft mit integrierter Café-Bar: Die Akademische Druck- und Verlagsanstalt Dr. Paul Struzl GmbH plant im Umfeld des Doms ein neues Buchgeschäft samt kleiner Café-Bar. Das Geschäft soll eine leerstehende Fläche dauerhaft nutzen. Bewusst verzichtet das Konzept laut Präsentation auf WLAN und setzt damit auf Lesen und Aufenthalt vor Ort.
- Smart City Guide Graz: M.M. – The Consultant e.U. möchte bestehende digitale Stelen zu einem interaktiven Orientierungssystem weiterentwickeln. Wer beispielsweise nach einem bestimmten Produkt sucht, soll passende Geschäfte finden und sich dorthin navigieren lassen können. Dadurch sollen auch Betriebe in weniger stark frequentierten Seitengassen sichtbarer werden.
- Bikes, Clothes & Community: Banana Bikes plant ein öffentlich zugängliches Spätsommerfest rund um Fahrradkultur, nachhaltigen Konsum und lokale Betriebe. Zum Konzept gehören unter anderem ein Kleidertausch und ein Alleycat-Radrennen durch die Innenstadt.
- Wandernde Thrift Days: Dogdays of Summer e.U. möchte vier Monate lang unterschiedliche leerstehende Geschäftslokale als temporäre Märkte nutzen. Je Termin sollen acht bis zwölf kleinere Anbieter unter anderem Vintage-Mode, Schmuck und selbst produzierte Einzelstücke verkaufen. Musik sowie ein kleines gastronomisches Angebot ergänzen die Märkte.
- Pink X-Mas im Annenviertel: Die RosaLila PantherInnen planen am Esperantoplatz einen alternativen Adventmarkt. Das Projekt soll zusätzliche Besucher in die Annenstraße bringen und den Platz in der Weihnachtszeit für Begegnung und Veranstaltungen nutzen.
- The Craft Club: Die artsip FlexCo möchte eine seit rund drei Jahren leerstehende Geschäftsfläche im Wilden Mann dauerhaft nutzen. Geplant ist ein öffentlich zugänglicher Creative Health- und Social Club mit Kreativstationen, Workshops, DIY-Angeboten und Formaten für gemeinschaftliche Aktivitäten.
- AnnenVibes: Bei diesem Aktionstag sollen Betriebe, Vereine und Initiativen entlang der Annenstraße gemeinsam Programm anbieten. Laut Projektpräsentation beteiligen sich mindestens 17 Unternehmen. Geplant sind unter anderem Verkostungen, Mitmachangebote, Aktionen vor den Geschäften und ein Grazer Rennrad-Parallelsprint in Zusammenarbeit mit RadAktiv.
- Mittagsstadt Graz: Die Hi Performer GmbH will das Mittagsangebot der Innenstadt stärker sichtbar machen. Herzstück des eingereichten Projekts ist ein „Grazer Mittagspass“. Beim Pressegespräch erklärte Steinberger zudem, dass ein digitales Angebot Menschen anhand gewünschter Gerichte zu passenden Lokalen führen soll.
- Lotti’s Community Season: Die Vonk & Wallner OG plant rund um Lotti’s Café ein elf Wochen dauerndes Programm. Insgesamt sollen 25 Veranstaltungen in den Bereichen Bewegung, Kreativität, Lernen und Begegnung stattfinden.
- Offene Pop-up-Redaktion: Das Medienprojekt GanzGraz plant vier öffentliche Live-Journalismus-Abende. Besucher sollen dabei Redaktionsarbeit direkt erleben und über Fragen zur Entwicklung der Stadt diskutieren können. Als Standort kommt laut Projektbeschreibung bevorzugt ein Leerstand, ein Gastronomiebetrieb oder ein Geschäft in der Innenstadt-Kernzone infrage.
- Auslagern – Kunst findet Stadt: APORON 21 will eine Fassade als öffentlich zugänglichen Kunstort nutzen. Das Konzept verbindet laut Präsentation unter anderem Begrünung, Gestaltung, Aufenthaltsraum und Kunst und soll unabhängig von klassischen Galerieöffnungszeiten sichtbar sein.
Umsetzung muss noch 2026 erfolgen
Die geförderten Projekte müssen bis Ende Dezember umgesetzt werden. Das Citymanagement will die Projektträger dabei begleiten. Steinberger betonte beim Pressegespräch zudem, dass auch Initiativen ohne Förderzusage nicht grundsätzlich außen vor bleiben sollen. Das Citymanagement könne etwa bei Genehmigungen, Verwaltungswegen oder der weiteren Projektentwicklung unterstützen.
Für Steinberger soll der Fördercall deshalb nicht bei den zwölf Projekten enden:
Der Fördercall ‚Impulse für die Grazer Innenstadt‘ hat sichtbar gemacht, wie viele gute Ideen und wie viel Engagement in unserer Stadt vorhanden sind – von Kinderspiel bis Fassadengestaltung. Als Citymanagement wollen wir diese Vielfalt aufgreifen, als Sparringpartner unterstützen und gemeinsam mit den Projektträgern an der Umsetzung arbeiten. Denn Graz geht uns alle an: Nur wenn wir unsere Kräfte bündeln und gemeinsam anpacken, können wir unsere Innenstadt nachhaltig beleben und nach außen sichtbar machen!



























































