Start Graz Chronik Fenerbahce-Fanmarsch in Graz: Hunderte Polizisten im Einsatz

Fenerbahce-Fanmarsch in Graz: Hunderte Polizisten im Einsatz

Unser Video vom Fanmarsch der Anhänger von Fenerbahçe Istanbul durch die Grazer Herrengasse sorgt weit über den Spielabend hinaus für Aufmerksamkeit. Inzwischen wurde das Video auf unserem Facebook und Instagram-Kanal rund 430.000 Mal aufgerufen. In den Kommentaren ging es bald nicht mehr nur um den Fanmarsch selbst. Viele fragten nach den Kosten des Polizeieinsatzes und ärgerten sich über Verkehrsbehinderungen.

Der Marsch selbst begann am Dienstag gegen 18:10 Uhr am Grazer Hauptplatz. Von dort zogen die Fenerbahçe-Fans in Richtung Stadion. In der Herrengasse waren Sprechchöre zu hören, außerdem wurde Pyrotechnik gezündet. Danach wurde es merklich ruhiger. Über weite Teile der Strecke verlief der Marsch für eine solche Veranstaltung auffallend still. Erst direkt vor dem Stadion nahm die Lautstärke wieder zu.

Nach ersten, noch ungesicherten Informationen vor Ort war zunächst von rund 200 bis 300 Teilnehmern die Rede. Die offizielle Einschätzung der Polizei liegt deutlich höher: Demnach nahmen knapp 500 Fans von Fenerbahçe Istanbul am Fanmarsch teil.

Mehrere hundert Polizisten im Einsatz

Das sichtbare Polizeiaufgebot war auch unter unserem Video eines der meistdiskutierten Themen. Inside Graz fragte deshalb bei der Polizei unter anderem nach der Zahl der eingesetzten Beamten, möglichen Anzeigen, der Teilnehmerzahl, der Bewertung des Marsches sowie nach den Kosten und deren Finanzierung.

Polizeisprecher Sabri Yorgun teilte mit, dass mehrere hundert Polizistinnen und Polizisten im Einsatz standen. Unterstützung kam auch aus anderen Bundesländern. Darüber hinaus gab es einen Informationsaustausch mit internationalen Polizeibehörden.

Eine genaue Zahl der eingesetzten Beamten wurde uns aber nicht genannt.

Polizei spricht von disziplinierten Fans

Den Verlauf des Fanmarsches bewertet Yorgun insgesamt positiv. Abgesehen vom Zünden einzelner pyrotechnischer Gegenstände habe es keine Vorkommnisse gegeben.

Ein unmittelbares Herausgreifen von Tatverdächtigen wegen einzelner Verwaltungsdelikte aus der dynamischen Gruppe von knapp 500 Personen wäre nach Einschätzung der Polizei in dieser Situation unverhältnismäßig gewesen.

Auch im Bereich des Stadions blieb die Lage laut Polizei ruhig. Die Fenerbahçe-Fans hätten sich diszipliniert verhalten. Provokationen oder nennenswerte Zwischenfälle habe es nicht gegeben.

Wer trägt die Kosten für den Polizeieinsatz bei Fanmärschen?

Gerade diese Frage wird in den Kommentaren immer wieder gestellt. Die Gesamtkosten des Einsatzes kann die Polizei derzeit noch nicht beziffern.

Bei der Finanzierung gibt es allerdings einen wesentlichen Unterschied zwischen Stadion und öffentlichem Raum. Den Polizeidienst im Stadion stellt die Polizei dem Veranstalter entsprechend der Sicherheitsgebühren-Verordnung in Rechnung.

Den sicherheitspolizeilichen Einsatz im öffentlichen Raum verrechnet die Polizei hingegen nicht. Das gilt laut Polizei ebenso bei anderen Großveranstaltungen.

Polizeihunde beim Fanmarsch

Damit lässt sich die häufig gestellte Frage nach den Kosten zumindest teilweise beantworten: Für bestimmte Leistungen im Stadion zahlt der Veranstalter. Der sicherheitspolizeiliche Einsatz auf öffentlichen Straßen und Plätzen wird dagegen nicht gesondert verrechnet.

552.000 Aufrufe: Zwischen Kritik, Zustimmung und Hass

Mit der großen Reichweite auf Facebook und Instagram verlagerte sich auch die Diskussion unter dem Video. Viele fragen, wie viel der Polizeieinsatz kostet und wer dafür zahlt. Andere kritisieren Straßensperren oder berichten von längeren Wegen durch Graz.

Einige stellen Fanmärsche grundsätzlich infrage und schlagen Treffen direkt beim Stadion vor. Andere verteidigen Fanmärsche als Teil der internationalen Fußballkultur. Sie verweisen darauf, dass auch Fans von Sturm Graz bei Auswärtsspielen gemeinsam zum Stadion ziehen.

Daneben gibt es viele positive Reaktionen auf den friedlichen Verlauf des Marsches. Ein Nutzer schrieb: „Megageil! Ich liebe es, wenn Auswärtsfans einen friedlichen Fanmarsch veranstalten!“ Der Kommentar erhielt bereits mehr als 600 Likes.

Allerdings bleibt es nicht überall bei Kritik am Fanmarsch oder Polizeieinsatz. Manche Nutzer äußern sich pauschal oder offen fremdenfeindlich über türkische Fans. Andere widersprechen diesen Aussagen und kritisieren den Ton in den Kommentaren.

Die Polizei selbst zieht dagegen eine ruhige Bilanz des Fanmarsches. Sie zählte knapp 500 Teilnehmer und meldete keine größeren Zwischenfälle.

Sturm scheitert an Fenerbahçe

Sportlich endete der Abend für Sturm Graz enttäuschend. Nach dem 0:2 im Hinspiel verlor der österreichische Vizemeister auch das Rückspiel gegen Fenerbahçe Istanbul mit 0:1 und schied mit einem Gesamtscore von 0:3 aus der Champions-League-Qualifikation aus.

Vor 15.599 Zuschauern hielt Sturm lange dagegen und gestaltete die Partie über weite Strecken offen. Die Entscheidung fiel in der 66. Minute, als Talisca einen Foulelfmeter verwandelte. Sturm fehlte trotz guter Phasen die nötige Durchschlagskraft vor dem Tor.

Der Europacup ist für die Grazer damit aber noch nicht beendet. Sturm Graz spielt fix in der Ligaphase der Europa League weiter.

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