Grazer Kriminalisten haben nach umfangreichen Ermittlungen eine organisierte Tätergruppe ausgehoben. Die Verdächtigen stehen mit gewerbsmäßigen Ladendiebstählen und einem Betrugssystem rund um hochpreisige Smartphones in Verbindung. Der entstandene Schaden liegt laut Polizei im sechsstelligen Euro-Bereich.
Ermittlungen begannen nach Ladendiebstählen
Ausgangspunkt waren Ermittlungen zu gewerbsmäßigen Ladendiebstählen in der Steiermark. Dabei gerieten unter anderem zwei ukrainische Staatsangehörige im Alter von 26 und 28 Jahren sowie weitere Verdächtige ins Visier.
Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Graz begann das Kriminalreferat des Stadtpolizeikommandos mit verdeckten Observationen.
Dabei stellten die Ermittler fest, dass die Gruppe ihre Vorgehensweise offenbar verändert hatte. Statt Ladendiebstählen rückte nun ein organisiertes Betrugssystem mit teuren Mobiltelefonen in den Mittelpunkt.
Smartphones auf Raten gekauft und sofort weitergegeben
Nach Erkenntnissen der Polizei warb die Gruppe ukrainische Landsleute an und brachte sie in Shops in Grazer Einkaufszentren.
Begleitpersonen traten dabei als „Dolmetscher“ auf. Die mutmaßlichen Haupttäter hielten sich hingegen im Hintergrund, gaben Anweisungen und stellten das Geld für geringe Anzahlungen zur Verfügung.
Anschließend schlossen die angeworbenen Personen Verträge für hochpreisige Smartphones mit Ratenzahlung ab. Laut Polizei stand bereits zu diesem Zeitpunkt fest, dass die vereinbarten Raten nicht bezahlt werden sollten.
Die neuen Mobiltelefone gingen danach großteils direkt an die Hauptverdächtigen. Anwerber und Vermittler erhielten für ihre Beteiligung eine geringe Bezahlung.
Polizei beobachtet erneuten Versuch
Am 10. und 11. August intensivierten die Grazer Kriminalisten ihre Überwachung. Neben der Einsatzgruppe zur Bekämpfung der Straßenkriminalität (EGS) Steiermark kamen dabei auch ein Polizeidrohnenpilot und Diensthunde zum Einsatz.
Die Ermittler beobachteten die Verdächtigen schließlich bei einem weiteren Versuch in einem Einkaufszentrum.
Ein 22-jähriger Hauptverdächtiger betrat gemeinsam mit zwei ukrainischen Landsleuten im Alter von 39 und 66 Jahren einen Shop. In einem Fall scheiterte der Vertragsabschluss an der fehlenden Bonität. Beim zweiten Versuch kam ein Vertrag zustande.
Der 22-Jährige nahm das hochpreisige Smartphone entgegen und übergab es anschließend vor dem Einkaufszentrum an die 26 und 28 Jahre alten Hauptverdächtigen.
Zugriff vor dem Einkaufszentrum
Unmittelbar nach der Übergabe griff die Polizei zu. Einsatzkräfte nahmen die Beteiligten im Bereich des Haupteingangs fest.
Beim 28-jährigen Hauptverdächtigen fanden die Beamten mehrere tausend Euro Bargeld. In seinem Auto stellten sie außerdem Ausweise weiterer angeworbener Personen sowie auf andere Namen ausgestellte Verträge sicher.
Bei einer anschließenden Hausdurchsuchung an der Wohnadresse des Mannes fanden die Ermittler weiteres umfangreiches Beweismaterial.
Schaden im sechsstelligen Bereich
Bei den Einvernahmen zeigten sich die Festgenommenen teilweise geständig. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Graz werden die vier Hauptverdächtigen im Alter von 22, 26, 28 und 28 Jahren in die Justizanstalt Graz-Jakomini eingeliefert.
Den bisherigen Ermittlungen zufolge liegt der verursachte Gesamtschaden im sechsstelligen Euro-Bereich. Die Ermittlungen des Kriminalreferats Graz dauern an.































































