Österreichs Polizei verstärkt in der Adventzeit ihre Sicherheitsmaßnahmen auf Adventmärkten und bei größeren Veranstaltungen. Neben zusätzlichen Polizeistreifen sollen auch Drohnen und spezialisierte Einheiten zum Einsatz kommen. Gleichzeitig geht der Staatsschutz gegen mögliche extremistische Gefahren vor. Konkrete Hinweise auf eine Bedrohung von Advent- oder Weihnachtsmärkten in Österreich liegen derzeit laut Innenministerium nicht vor.
Auch Besucher der Grazer Adventmärkte müssen sich auf eine verstärkte Polizeipräsenz einstellen. Welche Maßnahmen an den einzelnen Standorten notwendig sind, entscheiden die Sicherheitsbehörden anhand der örtlichen Gegebenheiten und ihrer aktuellen Gefährdungseinschätzungen.
Mehr Polizeistreifen auf Adventsmärkten
Die Polizei will vor allem dort verstärkt präsent sein, wo viele Menschen zusammenkommen. Dazu zählen neben Weihnachtsmärkten auch Adventveranstaltungen, Einkaufsstraßen und andere stark frequentierte öffentliche Plätze.
Vorgesehen sind sowohl uniformierte Fußstreifen als auch zivile Einsatzkräfte. Zusätzlich können speziell ausgerüstete Polizeieinheiten eingesetzt werden.
Die Sicherheitsmaßnahmen sollen sich jedoch von Veranstaltung zu Veranstaltung unterscheiden. Entscheidend sind unter anderem die örtlichen Verhältnisse und die jeweilige Sicherheitslage.
Franz Ruf, Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit, erklärt dazu:
Kein Weihnachtsmarkt ist wie der andere
Deshalb setzt die Polizei auf individuelle Sicherheitskonzepte statt auf ein einheitliches Vorgehen für sämtliche Veranstaltungen.
Polizeidrohnen sollen Menschenansammlungen überwachen
Eine größere Rolle spielen in der kommenden Adventzeit auch Drohnen.
Mit ihnen können sich Einsatzkräfte aus der Luft einen Überblick über weitläufige Veranstaltungsbereiche und größere Menschenansammlungen verschaffen. Außerdem sollen die Aufnahmen helfen, mögliche Gefahrensituationen früher zu erkennen und Polizeieinsätze besser zu koordinieren.
Gleichzeitig wollen die Behörden verstärkt gegen unerlaubte Drohnenflüge vorgehen.
Durch eine Änderung des Luftfahrtgesetzes können die Landespolizeidirektionen bei entsprechender Gefährdungslage zeitlich begrenzte Flugverbotszonen für Drohnen festlegen.
Bei Bedarf kann auch das Einsatzkommando Cobra mit spezieller technischer Ausrüstung unterstützen.
Ob und in welchem Umfang die Polizei diese Möglichkeiten bei den einzelnen Grazer Adventmärkten nutzt, hängt von der jeweiligen Sicherheitsbewertung ab.
Staatsschutz: Neun Hausdurchsuchungen vor Beginn der Adventmärkte
Neben der sichtbaren Polizeipräsenz laufen bereits Maßnahmen im Hintergrund.
Die Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst (DSN) und die zuständigen Landesämter haben im Vorfeld der Weihnachtsmarktsaison einen gemeinsamen Aktionstag gegen extremistische Strukturen durchgeführt.
Dabei fanden neun Hausdurchsuchungen statt. Die Ermittler stellten unter anderem Mobiltelefone, Computer, elektronische Speichermedien und verschiedene Waffen sicher.
Zu den sichergestellten Gegenständen zählen laut Innenministerium auch Messer, zwei Schlagringe und eine Schreckschusspistole. Darüber hinaus fanden die Beamten Suchtmittel und Literatur mit extremistischen Bezügen.
Zusätzlich kontrollierten die Behörden Hafträume in Justizanstalten. Außerdem führten sie Gespräche mit Personen, die sie als mögliche Gefährder einstufen, sowie präventive Sicherheitsgespräche.
Die Maßnahmen sind Teil der allgemeinen Extremismusprävention. Ein konkreter Zusammenhang zwischen den Hausdurchsuchungen und einer geplanten Tat auf einem Weihnachtsmarkt wurde nicht bekannt gegeben.
Keine konkreten Bedrohungshinweise für Adventmärkte
Trotz der zusätzlichen Sicherheitsvorkehrungen betonen die Behörden, dass aktuell keine konkreten Hinweise auf Anschlagspläne gegen österreichische Advent- oder Weihnachtsmärkte vorliegen.
Der Staatsschutz verfolgt laufend sicherheitsrelevante Entwicklungen im In- und Ausland. Dabei tauschen sich die österreichischen Behörden auch mit internationalen Partnern aus.
Die Erkenntnisse fließen in die Sicherheitsplanung der jeweiligen Veranstaltungen ein.
Vorsicht vor Taschendieben im Adventgedränge
Neben möglichen Sicherheitsbedrohungen beschäftigt die Polizei auch die alltägliche Kriminalität auf Weihnachtsmärkten.
Besonders im dichten Gedränge können Taschendiebe unbemerkt zugreifen. Häufig versuchen Täter, ihre Opfer durch scheinbar zufällige Zusammenstöße, Gespräche oder verschüttete Getränke abzulenken.
Das Bundeskriminalamt empfiehlt deshalb einige einfache Vorsichtsmaßnahmen:
- Geldbörse und Smartphone möglichst in verschlossenen, körpernahen Taschen aufbewahren.
- Rucksäcke und Handtaschen im Gedränge nach vorne nehmen.
- Nur so viel Bargeld mitnehmen, wie tatsächlich benötigt wird.
- Bei auffälligen Ablenkungsmanövern besonders aufmerksam bleiben.
- Nach einem Diebstahl sofort die Polizei verständigen und betroffene Bankkarten sowie gegebenenfalls die SIM-Karte sperren lassen.
Gerade auf gut besuchten Adventmärkten können solche Vorkehrungen helfen, unangenehme Überraschungen zu vermeiden.
Fotos: Inside Graz
























































