Eine angebliche Bedrohung durch einen bewaffneten Mann löste Mitte September einen großen Polizeieinsatz nahe Ostbahnhof aus. Nun haben die Ermittlungen eine überraschende Wendung genommen: Die gemeldete Bedrohung hat laut Polizei nie stattgefunden. Das Paar, das damals den Notruf absetzte, gestand, den Einsatzgrund erfunden zu haben.
Insgesamt rückten am 17. September 53 Polizistinnen und Polizisten mit 26 Polizeifahrzeugen aus. Auch das Einsatzkommando Cobra war beteiligt.
Notruf löste Großeinsatz nahe Ostbahnhof aus
Kurz nach 16 Uhr hatte ein Grazer die Polizei verständigt. Er berichtete von einem bewaffneten Mann in seiner Wohnung in der Conrad-von-Hötzendorf-Straße. Dieser bedrohe ihn und seine Partnerin mit einer Schusswaffe.
Die Polizei musste zunächst von einer akuten Gefahrenlage ausgehen und zog entsprechend starke Kräfte zusammen. Neben der Cobra rückten die Schnelle Interventionsgruppe (SIG), die Verhandlungsgruppe Süd und eine Diensthundestreife an.
Beim Zugriff fanden die Einsatzkräfte jedoch keinen bewaffneten Mann. In der Wohnung hielten sich lediglich das Paar und dessen Hund auf.
Widersprüche führen zum Geständnis
Bereits während des Einsatzes machten die beiden Bewohner widersprüchliche Angaben. Die Polizei untersuchte den Fall anschließend weiter und wertete auch den zeitlichen Ablauf des Einsatzes detailliert aus.
Bei einer neuerlichen Befragung konfrontierten die Ermittler das Paar mit den festgestellten Widersprüchen. Daraufhin gestanden beide laut Polizei, dass sich der konkret beschuldigte Mann zum fraglichen Zeitpunkt überhaupt nicht in der Wohnung befunden hatte.
Damit stand für die Ermittler fest: Der Grund für den Großeinsatz war erfunden.
Nach Angaben der Polizei waren die beiden zum Zeitpunkt des Notrufs stark durch Suchtmittel beeinträchtigt.
53 Polizisten und 26 Fahrzeuge im Einsatz
Die Folgen des falschen Notrufs waren erheblich. Insgesamt setzte die Polizei 53 Einsatzkräfte und 26 Polizeifahrzeuge ein.
Darüber hinaus sperrten die Einsatzkräfte die Conrad-von-Hötzendorf-Straße am Nachmittag auf einer Länge von rund 800 Metern. Dadurch kam es auf der stark befahrenen Straße zu Verkehrsbehinderungen.
Einsatzkosten könnten verrechnet werden
Für das Paar hat der erfundene Notruf nun strafrechtliche Konsequenzen. Die Polizei zeigt beide wegen des Verdachts der Verleumdung bei der Staatsanwaltschaft Graz an. Zusätzlich folgt eine Anzeige wegen Ordnungsstörung.
Außerdem prüft die Polizei, ob sie den beiden die Kosten des Großeinsatzes verrechnen kann. Wie hoch diese ausfallen könnten, steht derzeit noch nicht fest.
Das Veterinäramt ordnete im Zusammenhang mit dem Einsatz außerdem die vorläufige Abnahme des Hundes an.
























































